Film

Teamworx' zweiter Kinostreich "Boran'

01.01.1970 01:00 • von
Das zentrale Thema von "Boran", so Regisseur , "ist die Liebe". Der Motor der Geschichte ist zwar die Kriminalhandlung, "aber wir versuchen, diese an den Rand zu drängen", so der Regisseur, "uns geht es darum, auszuloten, wie die Charaktere miteinander und mit der Liebe umgehen." So kommt es, dass Producerin "Boran" als einen Genremix aus Drama, Familien- und Kriminalgeschichte bezeichnet.

"Boran" nimmt seinen Anfang mit der Flucht des Titelhelden, seiner Frau Helene und seines Sohnes nach einem verunglückten Bankraub in die DDR. Die aufwändig mit einem Hubschrauber gefilmte Überwindung der Grenzanlagen bleibt die einzige Actionszene des Films, der sich auf humorvolle und episch erzählte Szenen konzentriert. Borans Frau verbrennt im Fluchtwagen, der Junge bleibt zurück. Boran () versteckt sich im Spreewald. 30 Jahre später meldet sich die zwölfjährige Clara () bei ihm und behauptet, seine Enkelin zu sein. Eine Gelegenheit für ihn, seine alte Schuld zu sühnen. Für Boran gibt es zwar kein Happyend, doch für seine Tochter Hanna (), die er mit Marlene () hat, gibt es eines in der Person des Polizisten Deniz Akim (). Akim ist der Assistent von Rogatzki (), der es nicht verwinden kann, dass ihm Boran ehemals entwischt ist. In einer weiteren Rolle ist zu sehen.

Der auf Super 35 gedrehte und von fotografierte Film zeigt die Landschaft und Kultur des im sorbischen Teil Brandenburgs gelegenen Spreewalds. Allerdings soll der Look nicht zu heimatlich oder verträumt wirken. Das Sorbische erscheint hier so selbstverständlich wie das Gälische in Filmen aus Irland, in Geschichten, die erzählt werden, der Kleidung Hannas oder im Gebrauch des nicht mit Untertiteln übersetzten Sorbischen bei Streits zwischen Hanna und Mark (). Als Kontrast zur Natur des Spreewalds steht die Stadt, die als baumloser klinischer Ort deutlich unattraktiver dargestellt wird.

Neben Senator Film ist Digital Editors Koproduzent des Films. Sie übernehmen die Postproduktion von "Boran", der vom mit 600.000 Mark und vom mit 800.000 Mark gefördert wurde. Der größte Teil des Teams kommt aus München. Gedreht wird noch bis 31. Oktober. Die Drehzeit beträgt 40 Tage, die Hälfte davon im Spreewald, der große logistische Herausforderungen für das Team bereit hielt. So musste das gesamte Equipment mit flachen Kähnen an die abgelegenen Locations gebracht werden. "Es war ein richtiges Abenteuer", erzählt Berner, "das ganze Team kam auf Booten. Teilweise mussten wir sogar von ihnen aus drehen." Berner hatte die Idee und entwickelte sie in Treatmentform, erhielt Drehbuchförderung vom FFF und nahm Autor mit an Bord. Zwei Jahre entwickelten sie den Stoff. Berner hatte Fischer über Constantin Film kennen gelernt, wo Berner ein Jahr lang als Projektentwickler tätig war. "Boran" ist Berners Regiedebüt. Zuvor hatte er als Cutter gearbeitet, etwa bei "" oder "", für den er 1996 neben "Wie die Zeit vergeht" den Deutschen Filmpreis in Gold für besondere Leistungen erhielt. Den Schnitt von "Boran" wird er aber nicht selbst übernehmen, sondern .