Kino

US-Startprognose für "Avatar: The Way of Water"

In rund drei Wochen kommt der meisterwartete Film des Jahres auf die Leinwände - und in den USA gibt es nach dem Beginn des Vorverkaufs in dieser Woche erste Voraussagen zum dortigen Startergebnis.

24.11.2022 13:43 • von Marc Mensch
Erste Tracking-Zahlen für "Avatar: The Way of Water" weisen für Nordamerika wenigstens auf einen Top-3-Start hin, weniger konservative Stimmen sehen den besten Start des Jahres kommen (Bild: Walt Disney)

Am 21. November ist der Vorverkauf für Avatar: The Way of Water" gestartet - und wenige Tage später liegen nun die ersten Prognosen für das Startwochenende vor. US-Medienberichten zufolge weist das Tracking aktuell auf ein Startergebnis im Bereich von 150 bis 175 Mio. Dollar hin, dem Branchendienst Deadline zufolge sollen konkurrierende Studios dem Film sogar ein Debüt im Bereich von über 200 Mio. Dollar zutrauen. Das hatten im Dezember bislang nur drei Filme geschafft: Spider-Man: No Way Home", Star Wars: Das Erwachen der Macht" und Star Wars: Die letzten Jedi".

Wo würde sich das einreihen? Das beste US-Startergebnis im laufenden Jahr erzielte Doctor Strange in the Multiverse of Madness" mit rund 187,4 Mio. Dollar. Mit gut 411 Mio. Dollar US-Boxoffice ist der MCU-Hit dort nach wie vor der zweiterfolgreichste Film des Jahres. Black Panther: Wakanda Forever" startete mit 181,3 Mio. Dollar und steht schon nach dem zweiten Wochenende bei knapp 303,7 Mio. Dollar US-Boxoffice (weltweit sind es schon knapp 562 Mio.). Und der drittbeste Start gelang Jurassic World: Ein neues Zeitalter" mit gut 145 Mio. Dollar; am Ende standen rund 376 Mio. zu Buche.

Obwohl mit der bislang höchsten Kopienzahl aller Tentpoles in diesem Jahr gestartet, legte Top Gun: Maverick" mit 126,7 Mio. Dollar tatsächlich "nur" das sechstbeste erste Wochenende (noch hinter Thor: Love and Thunder" und The Batman") hin - allerdings entwickelte der Film bekanntermaßen starke Langläuferqualitäten und spielte in den USA knapp 717 Mio. Dollar ein, weltweit waren es fast 1,5 Mrd. Dollar - wobei der Blockbuster nahezu die Hälfte seines Gesamtumsatzes (über 48 Prozent) im Heimatmarkt machte.

Zum Vergleich: Bei Avatar - Aufbruch nach Pandora", der in den USA gut 785 Mio. Dollar einspielte (und damit in der nicht inflationsbereinigten All-Time-Topliste hinter "Star Wars: Das Erwachen der Macht", Avengers: Endgame" und "Spider-Man: No Way Home" steht), entfielen nur knapp 27 Prozent des globalen Boxoffice auf Nordamerika.

Dort war "Avatar - Aufbruch nach Pandora" vor 13 Jahren übrigens durchaus nicht mit Rekordzahlen gestartet - im Gegenteil. Rund 77 Mio. Dollar standen nach dem ersten Wochenende auf dem Zähler (wobei ein Schneesturm just an diesem Wochenende zwischen 18. und 21. Dezember 2009 für erhebliche Beeinträchtigungen an der US-Ostküste gesorgt hatte) - am Ende spielte der Film inklusive der Re-Releases mehr als das Zehnfache ein.

Wie bereits berichtet, wurde unlängst bekannt, dass "Avatar: The Way of Water" als eines der wenigen US-Tentpoles in diesem Jahr auch (und das zeitgleich zu den USA) in China starten wird. Wermutstropfen ist, dass dort zuletzt Kinos in einem Umfang zwangsgeschlossen waren, die nahezu die Hälfte des Marktes nach Umsatz repräsentieren. Eine Besserung der Situation ist nicht zu erwarten - erst recht nicht vor dem Hintergrund der Tatsache, dass China gerade erst einen dortigen Rekordwert an Neuinfektionen gemeldet hat. Zwar ist die Zahl von 31.444 schon angesichts einer Gesamtbevölkerung von 1,4 Milliarden ausgesprochen gering - dennoch verheißt sie angesichts der rigiden (aber zunehmend wirkungslosen) Null-Covid-Strategie in China nichts Gutes.

US-Branchenmedien jedenfalls sehen in den aktuellen Prognosen "eher konservative" Schätzungen. Insbesondere Deadline verweist dabei auf eine enorm hohe Awareness für "Avatar: The Way of Water" über sämtliche Zielgruppen hinweg - und auf eine kürzlich von der Ticketing-Plattform Fandango veröffentlichte Studie, die die Zielgruppe der 18- bis 24-Jährigen in den Fokus nahm.

Unter 1000 Befragten hätten dort 96 Prozent den Kinobesuch als bevorzugte Aktivität außerhalb des eigenen Zuhauses identifiziert. Bei der Frage nach generellen Freizeitvorlieben rangierte der Kinobesuch hinter "Streaming & TV" sowie "Soziale Medien" zwar "nur" auf Rang 3, allerdings sind die Abstände mit 96, 95 und 94 Prozent extrem gering - und ganze 87 Prozent gaben an, dass das Kinoerlebnis zuhause schlicht nicht reproduzierbar sei. Und der meistgenannte Titel bei den Filmen, die man bis Ende des Jahres noch sehen wolle, war "Avatar: The Way of Water".