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UFA Documentary: "Wir können Türen öffnen"

Während die deutsche Nationalmannschaft in Katar gerade ihre erste Enttäuschung erleben musste, wird sie von der UFA Documentary begleitet. Ob man die geplante Doku jetzt in die Tonne treten muss, aber auch über weitere Produktionen, die Ausrichtung ihrer Firma und die Lage am Markt sprach Blickpunkt:Film mit den Chefs Gwendolin Szyszkowitz-Schwingel und Marc Lepetit.

24.11.2022 12:43 • von Frank Heine
Das Doku-Brain der UFA: Gwendolin Szyszkowitz-Schwingel und Marc Lepetit (Bild: UFA/Topper Komm)

Während die deutsche Nationalmannschaft in Katar gerade ihre erste Enttäuschung erleben musste, wird sie von der UFA Documentary begleitet. Ob man die geplante Doku jetzt in die Tonne treten muss, aber auch über weitere Produktionen, die Ausrichtung ihrer Firma und die Lage am Markt sprach Blickpunkt:Film mit den Chefs Gwendolin Szyszkowitz-Schwingel und Marc Lepetit.

Wem kommen Krisenzeiten mehr zugute, der Fiction oder dem Dokumentarfilm?

GWENDOLIN SZYSZKOWITZ-SCHWINGEL: Ich denke, das kommt unserem Genre zugute, weil man am besten durch Krisen kommt, wenn man versteht, wie andere Menschen durch Krisen gehen. Es gibt einem Kraft, wenn man weiß, dass man nicht alleine ist. Ein offener und ehrlicher Austausch unter den Menschen ist in solchen Situationen sehr wichtig, und das können wir abbilden. Durch uns kann man miteinander ins Gespräch kommen.

MARC LEPETIT: Eskapismus hilft natürlich der Fiktion. Es gibt aber mehrere Punkte, die für unseren Bereich sprechen. Wir können an die Hand nehmen, so wie das Gwendolin ausgeführt hat. Das Dokumentarische kann erklären, was passiert. So wie gerade "Geheimsache Katar" von den Kollegen der btf. Die Zuschauer:innen sind begierig danach, Zusammenhänge zu verstehen, und wir haben die Aufgabe, Zusammenhänge zu erklären. Unser Genre schafft es viel besser zu zeigen, wie andere mit schwierigen Situationen umgehen und wie ein Ausweg aussehen könnte. Und in der Frage klingt auch unterschwellig der Blick auf die Budgets mit. Man muss nur die Budgets einer sechsteiligen Fiction-Serie und einer sechsteiligen Doku-Serie vergleichen.

Macht sich der Vorteil kleinerer Budgets in Zeiten knapperer Senderetats für Sie spürbar bemerkbar?

MARC LEPETIT: Das liegt in der Natur der Sache. Ich habe lange im fiktionalen Bereich gearbeitet. Und ich bin fasziniert, was für Geschichten wir im Dokumentarischen mit welchen Budgets erzählen können. Auch wir unterliegen sämtlichen gesamtwirtschaftlichen Problemen, aber wir arbeiten auch nicht mit 120 Leuten an einer Produktion. Im Dokumentarfilm ist das Personal deutlich reduziert, dadurch sind für uns Bewegungen bei den Budgets zwar spürbar und unangenehm, aber nicht in dem Volumen, wie es eine Fiction-Produktion vor sich herschiebt.

Das Stichwort Katar ist schon gefallen. Sie arbeiten and der DFB-Doku "All Or Nothing" zur bevorstehenden Fußball-WM. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?

MARC LEPETIT: Wir gehören als UFA einem großen Konzern an, und zwischen Konzernen und interessanten Verbänden kommt es hin und wieder zum Austausch über mögliche Kooperationen. So haben sich unser CEO Nico Hofmann und Oliver Bierhoff kennengelernt. Bei einem solchen Gespräch kam das Thema schnell darauf, dass der DFB die Nationalmannschaft seit längerem schon mit einem eigenen Kamerateam begleitet. Von DFB-Seite wollte man dem ganzen einen dramaturgischen Background geben. So haben wir einen Regisseur mit eingebracht, der den Kameramann gut kannte. Wir haben das zunächst nur weiter begleitet und begonnen, das gefilmte Material, das beim DFB bereits lagerte, in Form zu bringen.

Sind Sie quasi auf einen fahrenden Zug gesprungen?

MARC LEPETIT: Der DFB hatte keinen reinen Filmemacher an Bord, der die inhaltlichen Fäden betrachtet hat. Dafür hatte das begleitende Kamerateam den Vorteil, dass es ganz nah an die Mannschaft herankam und sich ein Vertrauen erarbeitet hat, das auch jetzt noch auf beiden Seiten besteht. Diese Form der Zusammenarbeit haben wir nie verändert. Wir haben dem Ganzen eine dokumentarische Form verliehen durch Interviews oder Storylines zu bestimmten Details. Das ist aber immer eine Steuerung im Hintergrund, weil wir den Betrieb nicht unterbrechen wollen. So haben wir mit dem DFB zusammengearbeitet und unter anderem schon zur EM gedreht. Die Vereinbarung für "All Or Nothing" hat der DFB unabhängig davon mit Prime Video getroffen. Man hat uns dann mit dazu geholt, weil der DFB die Art und Weise, wie wir in der Produktion bislang vorgegangen sind, beibehalten wollte. Auf Basis dessen, was wir bereits angeschoben hatten, haben wir mit den Kolleg:innen von Prime Video in Deutschland und in den USA die Produktion aufgesetzt, damit das Erlernte und Gedrehte einfließen kann. Aber jetzt sind wir darauf fokussiert, was rund um das Turnier in Katar passiert.

Wie ist der weitere Fahrplan für "All Or Nothing"?

MARC LEPETIT: Wir haben ein festes Team, das die Mannschaft ständig begleitet. In Katar haben wir mit unseren Partnern von Stereofilms aus München alles vorbereitet, damit wir Produktionsbüros, einen Schneideraum und alles Wesentliche, das eine Produktion braucht, zur Verfügung haben. Die Mannschaft ist ein lebendiger Apparat, durch Bewegungen und Spieler, Aufstellungen oder Verletzungen und Strategieanpassungen passieren ja ständig Geschichten. Wir sind auch bei den Gesprächen des Trainerstabs dabei. Wir hoffen natürlich, dass die Mannschaft so lange wie möglich im Turnier bleibt. Das liegt aber nicht unserer Macht, zu diesem Fahrplan kann ich Ihnen gar nichts sagen.

Ist das nicht auch ein Himmelfahrtskommando? Muss man, wenn die deutsche Mannschaft früh scheitert, das Projekt in die Tonne treten?

MARC LEPETIT: Nein, im Gegenteil. So traurig das auch ist - als Dramaturg sehe ich auch darin einen großen Reiz. Denn wo bleibt das Drama, wenn alle Spiele gewonnen werden? Natürlich haben wir uns Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn es schief gehen sollte. Die Aufgabe wird dann sein, sehr aktiv auf die Situation einzugehen und eine Heldenreise mit einem etwas anderen Ausgang und einen Ausblick auf die Zukunft zu erzählen.

Wie gehen Sie mit der Situation um, dass dieses Turnier aufgrund der gesamten Umstände um den Austragungsort Katar höchst umstritten ist, inwieweit tangiert das "All Or Nothing"?

MARC LEPETIT: Unsere Filmemacher sind direkt an der Mannschaft dran und sitzen inmitten der Bubble. Was von außen in diese Bubble dringt, wird Teil der Geschichte sein. Die Mannschaft hat sehr früh angefangen, sich mit der Thematik zu beschäftigen, hat sich beispielsweise von NGOs über die Umstände aufklären lassen. Viele Spieler haben ihre Haltung schon deutlich gemacht und klare Aussagen getroffen. Das wird auch Teil der Dokumentation sein. Wir haben unsere Augen links und rechts immer offen. Was wir aber nicht leisten können, ist eine politische Dokumentation zu sein und bei den Protagonisten für weitere Meinungsbildung zu sorgen. Wir folgen der Mannschaft, wir erzählen nicht die nächste Katar-Doku.

Kann oder soll "All Or Nothing" für Sie der Türöffner zum weiten Feld der Sport-Dokus sein, die ja gerade auch bei Ihrem Partner Prime Video sehr gefragt sind?

GWENDOLIN SZYSZKOWITZ-SCHWINGEL: Auf jeden Fall. Der Sport, als Bühne, bei der es um Gewinnen oder Verlieren geht, hat immer eine starke emotionale Komponente. Wir müssen uns das anschauen, denn wir zielen mit unseren Geschichten immer darauf, die Menschen zu berühren. Wir suchen nach den Ansätzen, die eine Sportart, ein Sportereignis noch einmal größer machen. Ich bin kein allzu großer Fan der Formel 1-Doku "Drive To Survive", weil das zu sehr in seinem Kosmos bleibt. Mich interessiert es, ein Thema immer noch auf eine andere Ebene zu heben und in einen Zusammenhang zur Welt zu stellen. Deshalb schauen wir uns Sportarten an, die nicht nur eine Breitenwirkung, sondern auch eine gesellschaftliche Relevanz haben.

In der ARD-Mediathek gerade angelaufen ist die Dokuserie "Jung Wild Grenzenlos - Wochenende in den 90ern". Worum geht es da?

GWENDOLIN SZYSZKOWITZ-SCHWINGEL: Ich habe noch vor meiner Zeit bei der UFA zusammen mit Alexander Kühne den Dokumentarfilm "Lugau City Lights" über einen Underground-Musikclub in der DDR gemacht. Das ist seine Geschichte, über die er zuvor den Roman "Düsterbusch City Lights" geschrieben hatte. Ich mag seine Erzählhaltung sehr, so hatte ich die DDR noch nie wahrgenommen. Er vermittelt so eine Unbedingtheit in der Sehnsucht der Jugend und dem Streben nach Popkultur. Als der MDR einen Wettbewerb ausgeschrieben hatte, bat ich Alexander, dafür einen Text zu schreiben. Er hat dann unterschiedliche Geschichten von Leuten, die er aus dieser Zeit kennt, aufgeschrieben, von Leuten, die nach der Wende ihre Lust auf Popkultur und Musik weiter ausgelebt haben. Schon bei "Lugau City Lights" haben wir mit Reenactments gearbeitet, aber nicht mit einer beobachtenden, sondern mit einer beteiligten Kamera. Unsere Protagonisten sind Mittvierziger, die an die Orte zurückkehren, an denen sie früher gefeiert haben. In dem Moment, in dem sie dort ankommen, switcht der Film in diese Super-8-Welt. Wir haben junge Darsteller gecastet, die den Erwachsenen ähneln und diese Zeit noch einmal erleben. Das ist unser Kunstgriff in der Umsetzung. Ich hoffe, dass wir damit eine Zielgruppe erreichen, die sich gerne zurückerinnert und diese Zeit noch genau vor Augen hat.

Die Neunziger erleben gerade ihr Revival, das Interesse dürfte vielschichtig sein.

GWENDOLIN SZYSZKOWITZ-SCHWINGEL: Ich glaube, es gibt ein vielschichtiges Interesse, ein Sehnen nach der heilen Welt der neunziger Jahre. Wir haben uns in dieser Zeit keine Sorgen gemacht, alles schien möglich. Grenzen sind aufgegangen. Wenn dann noch ein guter Soundtrack läuft, an den man sich erinnern kann, dann kommt man in einen Wohlfühlzustand, den man zurzeit sehr gut gebrauchen kann.

Ein Manko der Fiction ist, dass viele Stoffe, die von Ostdeutschland handeln von Wessis erzählt werden. Inwieweit ist es Ihnen wichtig, bei "Jung Wild Grenzenlos" auch dem Osten eine Stimme zu geben?

GWENDOLIN SZYSZKOWITZ-SCHWINGEL: Das war natürlich sehr wichtig, sonst hätte uns der MDR nicht beauftragt. Noch wichtiger finde ich aber, wie diese Geschichten erzählt werden. Eine der großartigsten Eigenschaften von Alexander Kühne ist die Selbstironie, mit der er seine Geschichten erzählt. Eine Eigenschaft, die in Deutschland nicht so ausgeprägt ist. Alexander erzählt seine Figuren in ihren Widersprüchlichkeiten mit Humor. Und das ist ein Punkt, durch den man andockt an diese Lebensrealität, die für uns Wessis doch sehr weit weg ist. Ich glaube, diese erzählerische Haltung war auch für den MDR ein entscheidender Aspekt, sich für unser Projekt zu entscheiden.

Die Serie ist primär für die Mediathek vorgesehen - hat sich das auf Ihre Herangehensweise ausgewirkt?

GWENDOLIN SZYSZKOWITZ-SCHWINGEL: Schon. Diese klare Vierteilung unserer Folgen, dass praktisch jedes Musikgenre einen eigenen Film bekommt, ist einer Herangehensweise, die die Mediathek erlaubt. Bei einem rein linearen Programm hätten wir das viel mehr verschränken müssen und nicht so deutlich abgegrenzt. So gibt es etwa die Techno-Folge oder die Alternative-Folge. Dadurch entsteht ein in sich geschlossener Mikrokosmos der Leute, die in der jeweiligen Szene waren.

Die Dokuserie ist ein Programmgenre, das in den letzten Jahren stark aufgekommen ist. Wie erklären Sie sich diesen Boom?

MARC LEPETIT: In dieser Zeit der digitalen Überforderung ist es eine komplexe Herausforderung, neunzig Minuten vor dem Fernseher zu bleiben. Zeit-Management ist ein großer Faktor geworden, deshalb sind die Zuschauer:innen eher bereit, sich auf Formate mit kürzeren Folgen einzulassen. Für uns als Programmmacher:innen besteht durch diese Programmform die Chance, tiefer als bei einem Neunzigminüter in Themen eintauchen zu können. Die fiktionale Serie hat hier dem Doku-Bereich Türen geöffnet.

GWENDOLIN SZYSZKOWITZ-SCHWINGEL: Das serielle Erzählen ist ein großer Trend. Man sollte aber auch bedenken, dass wir unsere Dramaturgien nicht zu 100 Prozent beeinflussen können. Ich finde es eine große Herausforderung, im Vorhinein zu sagen, ob ich eine serielle Dramaturgie bedienen kann, die extremere Ups and Downs haben muss als ein One-off. Wenn man sich von vornherein auf ein serielles Format festlegt, sind wir unter Umständen gezwungen, eine Dramaturgie zu steuern, was aber der Wahrhaftigkeit des Dokumentarfilms nur bedingt entspricht. Zudem beobachte ich, dass ob der Fülle an Serien der eine oder andere Sender wieder nach One-offs verlangt, weil es Stoffe gibt, die als in sich geschlossene Einheit besser funktionieren.

Wie sieht man innerhalb der UFA die UFA Documentary? Als möglichst eigenständig operierenden Bereich oder doch eher als Teil eines großen Ganzen mit Schnittmengen zu den anderen Bereichen?

GWENDOLIN SZYSZKOWITZ-SCHWINGEL: Sowohl als auch. Natürlich spüren wir noch diese von Reinhard Mohn geprägte Urtradition, dass jede Bertelsmann-Einheit ihr eigenes Profit Center sein soll. Für Marc und mich bedeutet das, dass wir unsere Firma sehr eigenständig bauen dürfen, mit allen Hürden, aber auch allen Benefits, die man aus einem großen Konzern mitnehmen kann. Andererseits gibt es ganz logische Überschneidungen. Wenn die Fiction an einem Thema dran ist, das einen Dokumentarfilm rechtfertigt, arbeiten wir natürlich zusammen. Vice versa stoßen wir auch auf Stoffe, die wir den Fiction-Kollegen zur Prüfung vorlegen. Wenn bei Random HouseBücher erscheinen, die sich gut verfilmen lassen, sind wir selbstverständlich im Dialog. Auf der einen Seite ist es interessant, sich von dem Image der UFA abzusetzen und nach außen zu signalisieren, wir sind etwas Neues, das es bislang noch nicht gab. Auf der anderen Seite zahlen wir auf die Traditionsmarke ein und richten unser Portfolio so aus, dass es dazu passt.

MARC LEPETIT: Der große Bonus eines solchen Zusammenhangs lässt sich an Beispielen ganz gut erläutern. Bei der "Wirecard Story", die ich auch als Produzent verantwortet habe, gab es den engen inhaltlichen Austausch mit den Kolleg:innen von RTL Studios. Random House hat Gwen schon erwähnt. Ich war gerade erst bei den Kolleg:innen von BMG. Diese Öffnung im Geiste Reinhard Mohns, wie sie nun auch unter Thomas Rabe - Stichwort: Content Alliance - stattgefunden hat, können wir mit dem Dokumentarischen noch aktiver, noch schneller bespielen als vielleicht eine Fiction-Firma.

Die UFA ist nicht das einzige Unternehmen, dass eine Doku-Einheit gegründet hat. Bei der Constantin hatte man dieselbe Idee, inzwischen hat die Bavaria nachgezogen. Verspüren Sie am Markt eine gesteigerte Konkurrenzsituation?

GWENDOLIN SZYSZKOWITZ-SCHWINGEL: Natürlich. Vor allem werden wir auch als Konkurrenz wahrgenommen, gerade von renommierten Dokumentarfilmer:innen. Doch der Markt wird auch größer und wir versuchen ganz stark auch international zu denken und zu arbeiten. Wir wollen niemandem etwas wegnehmen. Im Wesentlichen geht es darum, dass wir uns alle arrangieren und es gemeinsam schaffen, dass dieses Genre die verdiente Wertschätzung erfährt und höher budgetiert wird. Natürlich sind wir in der Herstellung günstiger als Fiction. Aber wir füllen Hauptabendsendeplätze und machen Millionenquoten. Deshalb kann es nicht sein, dass der Dokumentarfilm in weiten Teilen noch immer so gering budgetiert ist. Es muss für alle Player auf dem Markt darum gehen, dieses Genre langfristig neu zu definieren. Gemeinsam und in all seinen Erscheinungsformen.

MARC LEPETIT: Das kann ich nur unterstreichen. In Ihrer Aufzählung hätten Sie noch die Gebrüder Beetz anführen können, die unter das Dach von Leonine gewechselt sind. Der Markt konsolidiert sich. Wenn wir mit anderen Playern im Markt reden, werden sie hellhörig, wenn wir ihnen von unseren Möglichkeiten bezüglich des internationalen Marktes erzählen. Wir können Stoffe auf ganz kurzem Weg bei Fremantle Distribution in London oder der UFA Distribution in Potsdam auf ihr internationales Potential abklopfen lassen. Und genauso schnell kommt der Rücklauf, wie eine mögliche Kooperation aussehen könnte. Man kann mit uns Partnerschaften eingehen, wir können bei uns auch für Projekte von anderen Türen öffnen. Wir sehen uns nicht als Platzhirsche. Gerade wenn es um die Frage der Budgets geht, schafft man sich mit vielen kleinen Stimmen zwar Gehör, aber wenn dann noch ein paar große hinzukommen, wird die Stimme lauter.

Woran arbeiten Sie aktuell?

GWENDOLIN SZYSZKOWITZ-SCHWINGEL: Wir beschäftigen uns gerade mit der wohl wichtigsten Frage der Menschheit: und zwar der nach der Geschichte ihres Überlebens. Wir haben tief ins grönländische Eis gebohrt und mussten mit der US Airforce ausgeflogen werden. Momentan segeln wir auf einem original polynesischen Fischerboot durch den Pazifik. Ich bin gespannt, was bei dem Projekt noch so alles passiert."

Bleibt noch eine Frage: Wer wird Weltmeister?

MARC LEPETIT: Aus beruflichen Gründen wünsche ich mir natürlich Deutschland.

GWENDOLIN SZYSZKOWITZ-SCHWINGEL: Oh Gott. Kann ich Österreich sagen?

Das Interview führte Frank Heine