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Günter Rohrbach Filmpreis für "Die Wannseekonferenz"

In Neunkirchen, der Heimatstadt des Erfolgsproduzenten Günter Rohrbach, ist soeben zum zwölften Mal der Günter Rohrbach Filmpreis verliehen worden.

04.11.2022 23:00 • von Jochen Müller
Regisseur und Produzenten von "Die Wannseekonferenz" sind heute mit dem Günter Rohrbach Filmpreis ausgezeichnet worden (Bild: ZDF)

Nach der Auszeichnung mit dem Deutschen Fernsehpreis Mitte September hat das Historiendrama "Die Wannseekonferenz" seinen Siegeszug fortgesetzt. Bei dem heute zum zwölften Mal in Günter Rohrbachs saarländischer Geburtsstadt Neunkirchen vergebenen Günter Rohrbach Filmpreis erhielten Regisseur Matti Geschonneck sowie die Produzenten Reinhold Elschot, Friederich Oetker und Oliver Berben den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis.

"Regisseur Matti Geschonneck und die Produzenten haben großes Können und große Entschlossenheit bewiesen. Ihr Film über die Planung des Völkermordes an den Juden ist ein sachlich-kühles Kammerspiel ohne Musik in Echtzeit. Die Bilder muten dokumentarisch an, sie zeigen mit unerbittlicher Genauigkeit die 15 männlichen Teilnehmer dieser Konferenz. Die werden nicht als Monster dargestellt, sondern als durchaus gebildete Bürokraten. 'Die Wannseekonferenz' ist Fiktion entlang historisch belegter Tatsachen und große Kunst. Sie macht deutlich, wozu Menschen fähig sein können, gerade in Diktaturen", heißt es zur Begründung.

Der mit 2.000 Euro dotierte Darstellerpreis ging an Marlene Burow, Sabin Tambrea und David Schütter für ihre Rolle in In einem Land, das es nicht mehr gibt", in dem das Trio laut Pressemitteilung "drei völlig unterschiedliche Figuren verkörpert, die ein magisches Dreieck bilden, in dem alles möglich erscheint. Das Spiel des Trios wirkt frisch, leicht und doch kunstvoll. Sie haben ihre Rollen mit großer Hingabe und Leidenschaft angenommen, mit Einfühlungsvermögen und beachtlicher Ausdrucksstärke gefüllt."

Mit dem Preis des Saarländischen Rundfunks, dotiert mit 5.000 Euro, wurde Karoline Herfurth für ihre Gesamtleistung in Wunderschön" ausgezeichnet. Dazu heißt es in der Begründung: "Karoline Herfuhrt gelingt mit ihrem Film etwas, was gerade im deutschen Kino äußerst selten ist: Ein Spagat zwischen Unterhaltung und Tiefgang, Feel-Good-Movie und Beschäftigung mit gesellschaftlich wichtigen Themen. Offen und ohne ideologische Scheuklappen geht sie zur Sache. Ein vielschichtiger Film zwischen Humor und Klamauk, Melancholie und Verzweiflung."

Den mit 3.500 Euro dotierten Preis der Saarland Medien GmbH erhielten Peter Keller und Stefan Sarazin für ihr Drehbuch zu Nicht ganz koscher - Eine göttliche Komödie", in dem sie laut Jurybegründung "ironisch mit Vorurteilen und Klischees spielen, mit köstlichen Dialogen überzeugen und stets den richtigen Ton treffen. Ihnen ist mit ihrem Buch und auch mit dem fertigen Film ein stimmungsvolles, heiteres, aber auch nachdenkliches Plädoyer für Verständigung und Toleranz gelungen - in der Tat eine göttlich schöne Komödie."

Mit dem Preis des Oberbürgermeisters, dotiert mit 2.500 Euro, wurde Kostümbildnerin Regina Tiedeken für "In einem Land, das es nicht mehr gibt". "In dem schwungvollen Drama 'In einem Land das es nicht mehr gibt' von Aelrun Goette konnte Regina Tiedeken ihre beiden Leidenschaften Kostümbild und Modedesign miteinander verbinden. Mit Herzblut und großer Liebe zum Detail gelingt es ihr, neben der Mode auch die Protagonisten des Films umwerfend gut aussehen zu lassen", heißt es dazu vonseiten der Jury.

Neben den Preisträger aus diesem Jahr zählten auch vier vormalige Preisträger in Neunkirchen zu den Ehrengästen, die ihre Preise zuvor nicht persönlich hatten entgegennehmen können. So bekam Alexander Scheer seinen Darstellerpreis aus dem Jahr 2018 für Gundermann" überreicht, Rosalie Thomass ihre Auszeichnung aus dem Jahr 2019 für ihre Rolle in Rufmord". Ebenfalls heute Abend ihre Auszeichnungen aus dem Vorjahr entgegen genommen haben Maria Hofstätter (Darstellerinnenpreis Fuchs im Bau") und Kameramann Benedict Neuenfels (Preis des Oberbürgermeisters für Ich bin dein Mensch").