Kino

"Wir wissen nicht, was es kostet zu heizen"

Im Studiokino Magdeburg stehen seit heute und für wenigstens einen Monat die Projektoren still. Als Grund wird Unklarheit über die Energiepreise genannt.

04.10.2022 22:07 • von Marc Mensch
Steigende Energiepreise machen auch den Kinos schwer zu schaffen (Bild: IMAGO/mix1)

Schon bei der Filmkunstmesse Leipzig war die Energiekrise das beherrschende Thema, schon dort wurde das Szenario zeitweiser Schließungen zumindest zur Sprache gebracht - wobei ein Energieexperte klar von tageweisen Unterbrechungen des Spielbetriebs abriet, da diese kurzfristigen Unterbrechungen keine nennenswerten Einsparungen bei den Heizkosten versprächen.

In Magdeburg ist das Studiokino nun einen schmerzlichen Schritt gegangen. Das 1997 von einer privaten Initiative übernommene Traditionshaus, das nach der Wende unter das Dach der Ufa Theater AG gekommen war, hat den Spielbetrieb zum 4. Oktober zunächst für die Dauer eines Monats eingestellt - und als Grund explizit Unklarheit über die tatsächliche Höhe der Heizkosten angegeben. Selbst wenn sich diese "nur" verdoppeln sollten, könne man dies nicht überleben.

Konkret heißt es dazu auf der Website des Kinos:

"Oktober-Spielpause

Wir stellen den Spielbetrieb vorübergehend leider ein. Der Grund: Wir wissen einfach nicht, was es genau kostet in diesen Tagen zu heizen. Selbst wenn sich die Energiepreise für uns nur verdoppeln, würden wir das nicht überleben. Wir gehen also voraus, vorerst und vorsorglich vom 04.10. bis 02.11.2022. in den (Vor)Winterschlaf und lassen die Heizung zu, denn wir wollen das Studiokino auf keinen Fall in finanzielle Engpässe steuern. Danke für euer Verständnis!"

Das Studiokino Magdeburg wurde am Rande der Filmkunstmesse Leipzig im Rahmen der Kinoprogrammpreise Mitteldeutschland gerade erst (wieder) für sein Jahresprogramm ausgezeichnet.