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Filmakademie erhält EU-Fördermittel für XR-Forschungsprojekte

1,4 Millionen Euro Förderung erhält die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Filmakademie Baden-Württemberg für die beiden XR-Projekte EMIL und MAX-R, die den Aufbau einer XR-Laborinfrastruktur sowie die Entwicklung neuer Tools vor allem im Bereich Virtual Production umfassen. Das Geld kommt aus dem Programm Horizon Europe der EU.

30.09.2022 14:51 • von Stephan Steininger

Geld aus Brüssel gibt es für die Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Insgesamt 1,4 Millionen Euro Fördergelder bewilligt die EU im Rahmen des Horizon-Europe-Förderprogramms für zwei Projektbeteiligungen der Filmakademie. Bei den beiden Projekten handelt es sich um das European Media and Immersion Lab, kurz EMIL, sowie die Mixed Augmented and eXtended Reality media pipeline, kurz MAX-R.

Am Projekt EMIL sind neben der Filmakademie auch die Aalto-Universität aus Finnland, die Universität Bath aus Großbritannien sowie die die Universität Pompeu Fabra aus Spanien beteiligt. Ziel ist der Auf- und Ausbau einer physischen wie virtuellen Laborinfrastruktur, um innovative XR-Produkte zu fördern. Im Rahmen von EMIL sind zwei Open Calls zur Förderung von Drittmittelprojekten geplant, die jeweils zwischen 250.000 und 500.000 Euro Förderung sowie Zugang zum Labor und Beratung durch Experten erhalten. Jeder universitärer Partner entwickelt im Rahmen von EMIL zudem ein XR-Leuchtturmprojekt.

MAX-R soll die Erstellung von XR vereinfachen. Dazu planen insgesamt elf Partner eine komplette Pipeline an weiterentwickelten Tools für die Erstellung von XR-Inhalten, die auf offenen APIs, offenen Dateien und Datentransfer basieren. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Virtual Production. Der gilt als Variante von XR-Anwendungen und erleichtert die Film- und Serienproduktion. Wegen des immensen Contentbedarfs von Streaming-Anbietern wie Netflix steigt der Einsatz von Virtual Production stetig. Die elf Projektmitglieder von MAX-R setzen sich einerseits aus universitären Partnern wie der Filmakademie, der belgischen Universität Hasselt oder der ebenfalls an diesem Projekt beteiligten spanischen Universität Pompeu Fabra zusammen sowie namhaften Industriepartnern, darunter Arri, Foundry, Disguise, Improbable und die BBC.

Über die Projekte kommen die Fördergelder der EU nicht nur der Filmakademie zu Gute, sondern auch den dort Studierenden. Sie werden aktiv an beiden Projekten beteiligt. "Die Studierenden werden frühe Versionen neuer Entwicklungen in einer praktischen Produktionsumgebung kennenlernen. Sie erhalten Zugang zu maßgeschneiderter Hard- und Software, um ihre XR-Produktionen und -Workflows zu optimieren und gleichzeitig das Qualitätsniveau der Branche zu halten", erklärt Prof. Volker Helzle, Leiter der Abteilung Forschung & Entwicklung am Animationsinstitut der Filmakademie.

Die Realisierung der beiden Projekte EMIL und MAX-R ist für die kommenden Jahre geplant.