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Herrhausen-Minserie nimmt Gestalt an

Wie die Degeto heute in ihrer Campus-Veranstaltung beim Filmfest Hamburg darlegte, wird die von Gabriela Sperl produzierte Miniserie "Herrhausen - Der Herr des Geldes" (AT) bereits seit Monatsbeginn gedreht. Zu Oliver Masucci in der Titelrolle gesellte sich ein herausragender Cast.

30.09.2022 14:25 • von Frank Heine
Oliver Masucci und Julia Koschitz als Alfred und Traudl Herrhausen (Bild: ARD Degeto/rbb/hr/swr/Sperl Film /Florian Emmerich)

Angekündigt hat die Degeto eine Miniserie um den 1989 bei einem Attentat getöteten Alfred Herrhausen bereits im Februar. Als Eckpfeiler standen Produzentin Gabriela Sperl, Autor Thomas Wendrich, Regisseurin Pia Strietmann und Hauptdarsteller Oliver Masucci damals schon fest. Weitere Details zu dem vierteiligen Polit-Thriller, der bereits seit dem 5. September gedreht wird, gab die ARD-Tochter nun im Rahmen des Degeto-Campus auf dem Filmfest Hamburg bekannt.

Der Vierteiler fokussiert sich auf die letzten Jahre des Vorstandssprechers der Deutschen Bank. Über den Inhalt heißt es: "Alfred Herrhausen ist in den 1980er-Jahren der aufgehende Stern der Bankenwelt. Seine Idee eines Schuldenerlasses für arme Länder sorgt für Schlagzeilen. Als er mit einem Kredit an die UdSSR nicht nur die Interessen der Bank und seines Kanzlerfreundes Kohl vertritt, sondern damit auch die Reformpläne Gorbatschows unterstützt, betritt der Banker vermintes Terrain der Weltpolitik. Die USA fühlen sich durch sein Tun genauso irritiert, wie Stasi-Chef Mielke, der das Ende des DDR-Regimes befürchtet. Die Geheimdienste sind Herrhausen nun auf der Spur. Er weiß, dass ihm vielleicht nur ein kurzes Zeitfenster bleibt, um seine Visionen, u.a. die Veränderung der Deutschen Bank durchzusetzen. Während Herrhausen seine Rivalen im eigenen Haus in Schach zu halten sucht, und dafür seine Macht ausweitet, formieren sich auch außerhalb der Bank seine Gegner."

Neben Oliver Masucci als Alfred Herrhausen gehören Julia Koschitz (als Traudl Herrhausen), David Schütter, Ursula Strauss, August Zirner, Franz Hartwig, Yousef Sweid, Dovale Glickman, Bettina Stucky, Thomas Loibl, Anton Spieker und Lisa Vicari zum weiteren Cast. Für die Bildgestaltung ist Florian Emmerich verantwortlich.

"Herrhausen" entsteht als Koproduktion von Gabriela Sperl mit Degeto, RBB, HR und SWR in Zusammenarbeit mit X Filme Creative Pool, für die Sperls früherer Firmenpartner Uwe Schott in den Ring steigt. Die Redaktion verantworten Claudia Luzius (Degeto), Christoph Pellander (Degeto), Kerstin Freels (RBB), Martina Zöllner (RBB), Patricia Vasapollo (HR), Jörg Himstedt (HR) und Michael Schmidl (SWR). Executive Producer ist Christer Lindequist, Ausführende Produzentin Ilona Schultz.

Degeto-Redaktionsleiter Christoph Pellander beschreibt Alfred Herrhausen als "eine der prägendsten Persönlichkeiten der jüngeren deutschen Geschichte", deren Haltung zu Macht und Modernisierung heute aktueller sei denn je. Er kündigt einen "Polit-Thriller, der emotional wie intellektuell aufrührt - relevant und mitreißend" an.

Produzentin Gabriela Sperl, die sich auch schon in einem Interview mit Blickpunkt:Film zu dem Projekt äußerte, sagt: "Nach über 30 Jahren ist die Zeit gekommen, sich dem Thema dieses ungelösten 'true crime' Falles, bei dem die RAF als Täter benannt, aber nie ein Täter identifiziert wurde, erneut zuzuwenden. (...) Meine Vision für diesen Film: einen spannenden Geo-Polit-Thriller mit einem glänzenden Team und herausragenden Schauspieler:innen unterhaltsam für ein breites Publikum zu erzählen. In Zeiten des Rückfalls in eine kriegerisch bipolare Welt zwischen Russland und Amerika ist dieser Film brisanter denn je."

Die Dreharbeiten in Nordrhein-Westfalen, Frankfurt am Main, Bayern und Belgien dauern bis in den Dezember. Im Februar 2023 folgen sechs weitere Drehtage in Marokko oder Israel. "Herrhausen - Der Herr des Geldes" wird gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW, dem FFF Bayern sowie HessenFilm und Medien, in Belgien durch das Tax Shelter System gemeinsam mit Belga Films.