Produktion

Warner-CEO erteilt Verkaufsspekulationen klare Absage

Bei einem unternehmensweiten Town-Hall-Meeting zum Stand der Neustrukturierung hat David Zaslav unter anderem das Ausmaß der Pläne für kommende Kinoslates konkretisiert. Auf Nachfrage nahm er auch Stellung zu Gerüchten, Warner Bros. Discovery könne eine weitere Mega-Fusion ins Haus stehen - mit einer sehr klaren Ansage.

29.09.2022 15:09 • von Marc Mensch
David Zaslav, CEO von Warner Bros. Discovery (Bild: IMAGO/UPI Photo)

Erstmals seit der Finalisierung des Mergers von Warner Bros. und Discovery im April hat CEO David Zaslav ein unternehmensweites Town-Hall-Meeting abgehalten, um Mitarbeitende über den aktuellen Stand der Neuaufstellung zu informieren und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Dabei kamen - wie US-Medien berichten, auf direkte Nachfrage - auch Gerüchte zur Sprache, Warner Bros. Discovery könne schon 2024 (zu einem früheren Zeitpunkt wäre ein solcher Schritt Experten zufolge gar nicht möglich) vor einer erneuten Mega-Fusion stehen. Konkret wurde unter anderem im Hollywood Reporter spekuliert, Universal-Eigentümer Comcast könne Interesse an einem Zusammenschluss haben. Dies vor allem, um das Streaming-Geschäft zu stärken, nachdem die Performance von Peacock von Experten kritisch beäugt werde.

"Wir stehen nicht zum Verkauf, absolut nicht", wird Zaslav unter Berufung auf interne Quellen zitiert. Und weiter: "Wir haben alles, was wir benötigen, um erfolgreich zu sein. Wir haben das stärkste Blatt in der gesamten Industrie."

Grundsätzlich adressierte Zaslav den Berichten zufolge die Unruhe, die der komplexe Prozess der Fusion und der Restrukturierungen inklusive des Personalabbaus mit sich gebracht habe. Man agiere so schnell wie möglich, um den Integrationsprozess abzuschließen. Zaslav habe erklärt, dass die gesamte Industrie durch eine bewegte und herausfordernde Zeit gehe - und er habe unterstrichen, dass in dieser Situation an vielen Stellen auch Geduld gefragt sei.

Zu den Top-Managern, die im Rahmen des Meetings sprachen, zählten auch die neuen Spitzen der Warner Bros Motion Picture Group, Michael de Luca und Pam Abdy, die ihre Zuversicht angesichts der kommenden Filmslate bekräftigt hätten. Grundsätzlich habe Zaslav erklärt, dass man jährlich mit 15 bis 20 Kinostarts im Jahr plane, die sich über alle Genres erstrecken und auch Stoffe beinhalten sollen, die zuletzt eher auf den Plattformen als auf der Leinwand zu finden gewesen seien (sprich: Stoffe, die über große Franchises hinausgehen).

Casey Bloys, Chief Content Officer für HBO & HBO Max, adressierte dem Vernehmen nach unter anderem die jüngsten Abonnentenverluste von Netflix - und wie dieses "Erdbeben" im Streaming-Bereich ganz allgemein zu einer Neubewertung der Frage der Geschäftsmodelle geführt habe - konkret auch jener Frage, wie viel man in welchen Content investiere. Zaslav habe unterdessen auch die große Bedeutung der linearen Sender hervorgehoben; grundsätzlich sei die Verzahnung aller Plattformen unter dem Dach von Warner Bros. Discovery eine entscheidende Säule für den Erfolg in sämtlichen Sparten. Ob im Kino, im TV oder im Stream.

Bereits Anfang des Monats hatte CFO Gunnar Wiedenfels bei einer Konferenz erläutert, dass sich Warner Bros. Discovery auf einem guten Weg in Richtung der durch Synergien angepeilten Einsparungen im Umfang von rund drei Mrd. Dollar befinde. Gleichzeitig sei die für Mitte 2023 geplante Zusammenlegung von HBO Max und Discovery+ auf Kurs.