Kino

Cineplex soll Übernahme von Regal anstreben

Vor der Pandemie hatte Cineworld die Übernahme des kanadischen Marktführers geplant - nun soll dieser seinerseits ernsthaftes Interesse an der US-Tochter der insolventen Kette bekundet haben. Unterdessen will Cineworld bis Ende Oktober eine Restrukturierungsplan vorlegen.

29.09.2022 13:54 • von Marc Mensch
Die allermeisten Regal-Standorte spielen wie gewohnt, knapp zwei Dutzend wurden aber geschlossen (Bild: IMAGO/Levine-Roberts)

Das von der weltweit zweitgrößten Kinokette Cineworld Anfang September eingeleitete Insolvenzverfahren blieb nicht ohne unmittelbare Folgen für den Betrieb der US-Tochter (und Nummer zwei des US-Marktes) Regal, nachdem man schon zu Beginn des Verfahrens angekündigt hatte, 20 der gut 500 Regal-Standorte noch im Lauf dieses Monats aufzugeben.

Nun soll der kanadische Marktführer Cineplex, den Cineworld vor der Pandemie in einem rund drei Milliarden Dollar umfassenden Deal zu übernehmen geplant hatte, einem Bericht des Wall Street Journal zufolge auf große Gläubiger von Cineworld zugegangen sein und seinerseits die Absicht erklärt haben, Regal übernehmen zu wollen. Das Magazin beruft sich dabei auf informierte Kreise, weder Cineworld noch Cineplex kommentierten die Spekulationen.

Unterdessen hat der für das in Texas angemeldete Verfahren nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts zuständige Richter den Antrag von Cineplex abgelehnt, die ursprünglich für 12. und 13. Oktober terminierten Anhörungen im Berufungsverfahren um die gescheiterte Cineplex-Übernahme wie geplant abzuhalten. Cineworld ficht in der zweiten Instanz ein Urteil ein, in dem Cineplex wegen der durch Cineworld abgeblasenen Übernahme Schadenersatz in Höhe von rund einer Milliarde US-Dollar zugesprochen worden war. Die Aussetzung der Anhörung bedeutet allerdings nicht, dass das Verfahren nicht zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden könnte.

Nach Angaben eines Anwalts von Cineworld soll der Restrukturierungsplan rechtzeitig vor einer zentralen Anhörung am 31. Oktober vorgelegt werden. Das zuständige US-Gericht hatte Cineworld zunächst Zugang zu Finanzmitteln in Höhe von 785 Mio. Dollar gewährt, um laufende Verpflichtungen gegenüber Dienstleistern, Studios und Angestellten bestreiten zu können, gut 1,1 Mrd. Dollar an zusätzlichen Mitteln harren noch der Bewilligung durch das Gericht. Zum Zeitpunkt der Einleitung des Insolvenzverfahrens hatte Cineworld noch rund vier Mio. Dollar an liquiden Mitteln, die Schuldenlast des Konzerns, der in den Jahren vor der Pandemie unter anderem durch die Übernahme von Regal aggressiv expandiert hatte, lag bei rund fünf Mrd. Dollar - ohne Mietverbindlichkeiten.