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30. Filmfest Hamburg: 116 Langfilme und 110.000 Euro Preisgelder

Heute haben Albert Wiederspiel und Kathrin Kohlstedde das komplette Programm des 30. Filmfest Hamburg präsentiert. Insgesamt stehen 116 Langfilme aus 58 Produktionsländern auf dem Programm, 22 Kino- und Fernsehfilme feiern ihre Weltpremiere in Hamburg. Preisgelder in Höhe von gesamt 110.000 Euro werden vergeben. Die Verleihung des Douglas Sirk Preises an Ulrich Seidl wird einstweilen ausgesetzt.

13.09.2022 17:33 • von Barbara Schuster
"Der blaue Kaftan" ist Abschlussfilm des 30. Filmfest Hamburg am 8. Oktober (Bild: Filmfest Hamburg/Arsenal Filmverleih)

Heute haben Albert Wiederspiel und Kathrin Kohlstedde das komplette Programm des 30. Filmfest Hamburg (29. September bis 8. Oktober) präsentiert. Insgesamt stehen 116 Langfilme aus 58 Produktionsländern auf dem Programm, 22 Kino- und Fernsehfilme feiern ihre Weltpremiere in Hamburg. Zu Gast ist das Molodist Kyiv International Film Festival, das seinen nationalen Wettbewerb mit zwei Kurzfilmprogrammen und sieben Langfilmen in der Hansestadt ausrichtet.

Im Line-up glänzen zahlreiche Hits der wichtigsten internationalen Festivals, die in Hamburg nun ihre Deutschlandpremiere feiern dürfen. Dazu zählen Ruben Östlunds Triangle of Sadness", "Close" von Lukas Dhont, Martin McDonaghs The Banshees of Inisherin", Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Kilian Riedhof, No Bears" von Jafar Panahi oder World War III" von Houman Seyyed. Bereits bekanntgegeben wurde der Eröffnungsfilm, Hans-Christian Schmids neues Werk Wir sind dann wohl die Angehörigen". Abschluss wird am 8. Oktober mit "Der blaue Kaftan" von Maryam Touzanigefeiert.

Zu den diesjährigen Jury-Mitgliedern, die über die Preisträger des Festivals entscheiden, gehören Regisseur Burhan Qurbani, die Schauspielerin Adina Vetter, Fotograf Mathias Bothor, die Schauspielerin, Autorin und Verlegerin Dayan Kodua und die Produzentin Nurhan ?ekerci-Porst.

Der Douglas Sirk Preis geht in diesem Jahr an Ulrich Seidl. Allerdings hat das Filmfest entschieden, die Preisverleihung aufgrund der aktuellen Kontroversen um den österreichischen Filmemacher auszusetzen. Seidls "Sparta" wird dennoch als Deutschlandpremiere gezeigt. Dazu das Statement von Albert Wiederspiel und Kathrin Kohlstedde: "Anlässlich der Deutschlandpremiere von Ulrich Seidls Sparta hatten wir geplant, dem österreichischen Regisseur den diesjährigen Douglas Sirk Preis zu verleihen. Das ist auch dem gedruckten Programmheft zu entnehmen. Die Vorwürfe gegen die Produktion rund um die Arbeitsbedingungen während der Dreharbeiten zu dem Film kamen auf, nachdem unser Heft bereits im Druck war. Wir haben den Film aufgrund seiner herausragenden Qualität ins Programm aufgenommen. Es ist ein sehr einfühlsamer Film über ein besonders schwieriges und tabuisiertes Thema. Die Vorwürfe gegen Ulrich Seidl richten sich gegen die Bedingungen während der Dreharbeiten und explizit nicht gegen seinen Film. Wir haben uns daher entschlossen, den Film im Programm zu belassen. Darüber hinaus zeigen wir auch 'Rimini', den Berlinale-Beitrag von 2022, der das filmische Diptychon um die Geschichte zweier Brüder komplettiert. Bezüglich des Douglas Sirk Preises haben wir uns dazu entschieden, den Preis nicht zu verleihen, da die aktuellen Vorwürfe gegen die Produktion eine Preisverleihung überschatten würden."

Insgesamt werden beim Filmfest Hamburg dieses Jahr Preisgelder in Höhe von gesamt 110.000 Euro vergeben. Besonders lukrativ sind die mit jeweils 25.000 Euro dotierten Auszeichnungen "Hamburger Produzentenpreis für Deutsche Kinoproduktionen" und "Hamburger Produzentenpreis für Internationale Kino-Koproduktionen". Stifter ist hier die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg. Weitere Awards sind der "Hamburger Produzentenpreis für Deutsche Fernsehproduktionen", gestiftet von der VFF - Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten, sowie der ebenfalls von der VFF vergebene "Sonderpreis für serielle Formate" in Höhe von 10.000 Euro. Die Friedrich-Ebert-Stiftung lobt einen Preis für den "Politischen Film" aus, zudem winkt beim Michel Kinder und Jugend Filmfest der "Michel Filmpreis", dessen Stifter die Hamburgische Kulturstiftung und die Steuerberatungsgesellschaft Berlichingen & Partner sind. Der "Art Cinema Award", der "NDR Nachwuchspreis" und der "Preis der Filmkritik" runden den Preisregen ab. Nicht zu vergessen der in diesem Jahr neu mit 5000 Euro dotierte "Filmfest Hamburg Publikumspreis" gestiftet von der Hapag-Lloyd Stiftung, der den Commerzbank Publikumspreis ablöst.

Alle Infos zum 30. Filmfest Hamburg unter: www.filmfesthamburg.de