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Goldener Löwe für "All the Beauty and the Bloodshed"

Die Jury um Präsidentin Julianne Moore hat gesprochen: Der Goldene Löwe für den besten Film der 79. Biennale geht an "All the Beauty and the Bloodshed" von Laura Poitras. Zwei Preise gingen an "The Banshees of Inisherin" von Martin McDonagh sowie an "Bones and All" von Luca Guadagnino.

10.09.2022 20:22 • von Thomas Schultze
"All the Beauty and the Bloodshed" gewinnt in Venedig (Bild: La Biennale di Venezia)

Die Jury um Präsidentin Julianne Moore hat gesprochen: Der Goldene Löwe für den besten Film der 79. Biennale geht an All the Beauty and the Bloodshed" von Laura Poitras, ein Dokumentarfilm über die Fotografin und Aktivistin Nan Goldin. Damit ging der Goldene Löwe zum dritten Mal in Folge an eine Filmemacherin. 2020 wurde Nomadland" von Chloe Zhao ausgezeichnet, im vergangenen Jahr Das Ereignis" von Audrey Diwan.

Den Großen Preis der Jury gewann Alice Diop für ihr Spielfilmdebüt Saint Omer". Zuvor hatte sie bereits die Auszeichnung mit dem Leone del Futuro für das beste Filmdebüt erhalten. Der Silberne Löwe für die beste Regie ging an Luca Guadagnino für seinen Film "Bones and All". Seine Hauptdarstellerin Taylor Russell gewann den Premio Marcello Mastroianni Award für den besten jungen Darsteller.

Mit dem Spezialpreis der Jury wurde Jafar Panahi für seinen neuen Film "No Bears" geehrt. Der iranische Filmemacher konnte den Preis nicht entgegennehmen, weil er aktuell eine sechsjährige Haftstrafe in seiner Heimat absitzen muss. Er wurde mit stehenden Ovationen gefeiert.

Als beste Darstellerin konnte sich Cate Blanchett freuen, die die Jury mit ihrer schauspielerischen Leistung in Tár" überzeugte. Blanchett nahm damit zum zweiten Mal den Schauspielerinnenpreis in Venedig entgegen, nachdem sie 2007 bereits für ihre Darstellung als Bob Dylan in I'm Not There" hatte gewinnen können. Über die Coppa Volpi für den besten Darsteller durfte sich Colin Farrel lfür seinen Auftritt in The Banshees of Inisherin" freuen. Er konnte den Preis nicht persönlich entgegennehmen, ließ sich aber live aus Los Angeles zuschalten. Der Regisseur Martin McDonagh holte sich außerdem den Drehbuchpreis

Der Hauptpreis der Nebenreihe Orizzonti ging an World War III" von Houman Seyedi; dessen Hauptdarsteller Mohsen Tanabandeh erhielt den Darstellerpreis. Als beste Regisseure wurden Tizza Covi und Rainer Frimmel für "Vera" ernannt; Hauptdarstellerin Vera Gemma wurde als beste Darstellerin gewürdigt. Die Auszeichnung mit dem Spezialpreis der Jury wurde "Bread and Salt" von Damian Kocurn zugesprochen. Der Drehbuchpreis ging an Fernando Guzzoni für "Blanquita". Bester Kurzfilm ist "Snow in September" von Lkhagvadulam Purev-Ochir.

Der Preis für die beste Dokumentation über das Kino ging an "Fragments of Paradise" von KD Davison. Als bester restaurierter Film wurde der japanische Genreklassiker "Branded to Kill" von Seijun Suzuki ausgezeichnet.

"The Man Who Couldn't Leave" von Singing Chen wurde ausgezeichnet mit dem Venice Immersive Best Experience prämiert. Gewinner des Venice Immersive xperience Grand Jury Prize ist "From the Main Square" von Pedro Harres, eine deutsche Produktion. Der Venice Immersive Experience Special Jury Prize ging an "Eggscape" von German Heller.

David Wagners Spielfilmdebüt Eismayer" wurde als bester Spielfilm der Critics' Week bei den Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet. Der Film wurde von der Wiener Golden Girls Filmproduktion produziert mit ORF, ZDF/Kleines Fernsehspiel/Arte als Senderpartner. Aus meiner Haut" von Alex Schaad wurde mit einem Queer Lion Award ausgezeichnet. Der Film des Studenten-Oscar-Preisträgers lief ebenfalls in der Critics' Week. Der Queer Lion wird seit 2007 vergeben und gilt neben dem Teddy Award der Berlinale als einer der wichtigsten LGBTQ+-Filmpreise.