Kino

Betreiber-Umfrage zur Filmmesse 2022, Teil 8: "Tun alles in unserer Macht stehende"

Im Vorfeld der Filmmesse haben wir Kinobetreiber:innen befragt, wie zufrieden sie mit dem bisherigen Jahresverlauf sind, wo es noch aufzuholen gilt, wie sich die Personalsituation für sie darstellt - und wie sie sich auf Herausforderungen gegen Ende des Jahres vorbereiten. Hier antwortet Kristin Klemann.

19.08.2022 13:01 • von Marc Mensch
Kristin Klemann (Bild: Christiane Gundlach/Kreuzer)

Im Vorfeld der Filmmesse haben wir Kinobetreiber:innen befragt, wie zufrieden sie mit dem bisherigen Jahresverlauf sind, wo es noch aufzuholen gilt, wie sich die Personalsituation für sie darstellt - und wie sie sich auf Herausforderungen gegen Ende des Jahres vorbereiten. Hier antwortet Kristin Klemann.

1. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Jahresverlauf? An welcher Stelle gibt es noch am meisten aufzuholen?

Der bisherige Jahresverlauf stimmt uns optimistisch, ist aber nicht zufriedenstellend. Wir in Sachsen mussten im November Corona-bedingt erneut die Vorhänge schließen und konnten erst am 20. Januar wieder öffnen. Der Start verlief reibungslos - wir sind ja mittlerweile im "Wiedereröffnen" geübt - auch die Besucherzahlen waren okay, jedoch natürlich kein Vergleich mit "normalen" Januar-Besucherzahlen. Auffallend ist, dass insbesondere das klassische Arthouse-Publikum aktuell (noch) nicht wie sonst in die Kinos kommt - hier habe ich das Gefühl, dass es eher mit der Inflation und dem Ukraine-Krieg zusammenhängt, als mit Corona. Hingegen kommt das jüngere, studentische Publikum sehr gern und auch verhältnismäßig zahlreich. Tolle und passende Filme gibt es meines Erachtens genug für jede Alters- und Interessenlage - doch muss ganz klar bei den Besucherzahlen am meisten aufgeholt werden.

2. Wie beurteilen Sie die Personalsituation in Ihrem Unternehmen - und was unternehmen Sie ggf., um die Situation (weiter) zu verbessern?

Die Personalsituation im Servicebereich hat sich bei uns zum Glück nicht gravierend verändert und ist zufriedenstellend. Da wir unseren studentischen Mitarbeiter:innen auch während den Monaten der Schließung ein "Kurzarbeitsgeld", das Ihnen staatlich nicht zusteht, gezahlt haben, war die Fluktuation nicht anders als ohne Pandemie. Schwieriger ist es in der Tat im Büro, aber das hat sicher verschiedene Gründe. Neben gebotenen monetären Anreizen pflegen wir bei uns im Kino ganz bewusst ein sehr teamorientiertes und kollegiales Miteinander und veranstalten mindestens einmal im halben Jahr ein außerdienstliches Zusammensein.

3. Welche Herausforderungen sehen Sie im vierten Quartal auf die Kinos zukommen - und wie bereiten Sie sich darauf vor?

Die größte Herausforderung ist für alle Kinos sicher die schon proklamierte "Corona-Herbstwelle". Wir halten an unserem bewährten Hygiene-Konzept fest, tun alles in unserer Macht stehende, um unseren Besucher:innen Sicherheit zu vermitteln und zu gewährleisten und sie - natürlich mit einem großartigen Programm - in die Passage Kinos zu locken. Alles andere steht nicht in unserer Macht und ich hoffe nur, dass es nicht zu einem erneuten Lockdown kommt und etwaige politische Entscheidungen genauestens überlegt sein werden.