Kino

Filmmesse 2022: Die Shows von Walt Disney, Tobis, Paramount und Leonine

Bevor es an die exklusiven Screenings der Filmmesse ging, konnten sich die Gäste bei den abschließenden vier Verleihpräsentationen noch einen weiteren kompakten Überblick verschaffen: Über eine wahre Fülle an Neustarts - und über die ausufernde Garderobe des einen oder anderen Präsentators.

18.08.2022 15:54 • von Marc Mensch
Aelrun Goette war eigens zur Filmmesse gekommen, um ihren neuen, sehr persönlichen Film vorzustellen (Bild: BF)

Bevor es an die exklusiven Screenings der Filmmesse ging, konnten sich die Gäste bei den abschließenden vier Verleihpräsentationen noch einen weiteren kompakten Überblick verschaffen: Über eine wahre Fülle an Neustarts - und über die ausufernde Garderobe des einen oder anderen Präsentators.

WALT DISNEY

Wie gut der Kinosommer zumindest für die Blockbuster lief, wurde bei den Verleihpräsentationen der Filmmesse schon mehrfach deutlich - und auch im Rahmen der ersten Tradeshow des zweiten Messetages galt es zunächst einmal, einen Erfolg zu würdigen: Denn "Doctor Strange in the Multiverse of Madness" hielt (wie später auch "Thor: Love and Thunder") mit mittlerweile knapp 2,2 Mio. Besuchern nicht nur die einzigartige Marvel-Serie aufrecht, dass in Deutschland noch jedes MCU-Sequel mehr Besucher fand als sein direkter Vorgänger. Sondern er hatte die erste Besuchermillion schon binnen zehn Tagen abgehakt. Eine Leistung, für die Blickpunkt: Film-Chefredakteur Ulrich Höcherl einen der begehrten Bogeys an Thilo Kuhn und Julia Wildförster überreichen durfte.

Das nächste MCU-Sequel steht jedenfalls schon in den Startlöchern für den 9. November - und die Messlatte für Black Panther: Wakanda Forever" lautet angesichts der erwähnten Serie: rund 1,8 Millionen. Denn so viele Besucher hatte der ebenfalls von Ryan Coogler inszenierte Erstling anno 2018 geschafft - damals natürlich unbelastet von jeglichen Pandemiesorgen. Dass man sich in "herausfordernden Zeiten" bewege, betonte auch Thilo Kuhn - ebenso wie das gemeinsame Ziel, Kino wieder groß zu machen und die Besucher zu begeistern. "Und wir schaffen das!", gab sich Kuhn nicht nur zuversichtlich. Er legte für sein Studio auch gleich ein engagiertes Ziel vor. Binnen der kommenden zwölf Monate wolle man 22 Mio. Besucher in Deutschland in die Kinos holen - oder alleine mehr als die Hälfte dessen, was 2021 im Gesamtmarkt erreicht worden war...

Erreichen will man das Ziel allerdings nicht alleine mit Superhelden und anderen Franchises - wovon schon die nächsten beiden Filme Zeugnis ablegten: The Menu" (17. November) ist ein tiefschwarzer, visuell eindrucksvoll gestalteter Thriller in der Welt des Fine Dining. Ralph Fiennes spielt darin einen Starkoch, der eine Gruppe von Gästen auf einer abgelegenen Insel zu einem exquisiten Menü mit im wahrsten Sinne des Wortes mörderischen Überraschungen lädt.

Im zweiten Searchlight-Titel, The Banshees of Inisherin" (12. Januar 2023), arbeitet Regisseur Martin McDonagh (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri") nach "Brügge sehen und sterben" erneut mit Colin Farrell und Brendan Gleeson - und erzählt die Geschichte einer lebenslangen Freundschaft, die aus zunächst unerfindlichen Gründen einseitig beendet wird - und das ebenso abrupt wie mit drastischen Mitteln. Das schwarzhumorige Drama feiert seine Premiere beim Festival in Venedig.

Phantastische Welten, überbordende Bilder - und ein einzigartiger Sidekick: Mit diesem Erfolgsrezept kommt am 24. November Disneys diesjähriger großer Animationsfilm zur Weihnachtssaison. In Strange World" muss sich eine Familie, bei der das Abenteurer-Gen eine Generation übersprungen zu haben scheint, über allerlei haarige Situationen auf einer fremden Welt hinweg zusammenraufen.

Nicht zuletzt mit einer enormen Starbesetzung rund um (unter anderem) Christian Bale, Margot Robbie, John David Washington, Zoe Saldana, Rami Malek, Taylor Swift, Chris Rock, Mike Myers, Anya Taylor-Joy und Michael Shannon punktet Amsterdam" schon auf dem Papier. Der neueste Film von Regisseur David O Russell (American Hustle") lässt drei Freunde in den 1930er Jahren als Mordverdächtige in eine Verschwörung enormen Ausmaßes schlittern. Kinostart ist am 3. November.

Bevor mit Avatar: The Way of Water" einer der meisterwarteten Filme des Jahres nach einer geradezu epischen Produktionsphase endlich das Licht der Welt erblickt, eröffnet sich ab 22. September auch jenem Publikum, das vor zwölf Jahren noch zu jung für den Besuch war, die Chance, Avatar - Aufbruch nach Pandora" noch einmal auf der großen Leinwand zu erleben - und das in einer neue bearbeiteten HFR-Fassung. Allerdings muss man wohl schnell sein, denn geplant ist eine lediglich zweiwöchige Event-Auswertung auf einer relativ begrenzten Zahl von Leinwänden.

Und am 14. Dezember ist es dann endlich so weit: Die erste Fortsetzung zum umsatzstärksten (rund 2,85 Mrd. Dollar globales Boxoffice) Film der Kinogeschichte soll das Kinojahr 2022 mit einem Knalleffekt enden lassen. Mittels der HFR-Technologie will James Cameron das 3D-Erlebnis auf ein neues Level heben, nicht umsonst wurden Kinos schon vor Monaten mit Testmaterial auf den Einsatz eines Films vorbereitet, an den die Erwartung "wegweisend" lautet. Vor der Kamera agieren erneut Zoe Saldana, Sam Worthington, Sigourney Weaver und Stephen Lang, neu im Cast ist unter anderem Kate Winslet.

TOBIS

Sind wir ehrlich: An die Präsentationen von Magnus Vortmeyer darf man traditionell mit einer gewissen Erwartungshaltung herangehen - und wurde auch diesmal alles andere als enttäuscht. Wo schon Christoph Liedke für Wild Bunch den schwungvollen Shirtwechsel passend zum Film geübt hatte, ließ Vortmeyer im wahrsten Sinne des Wortes (wenngleich bedenkenlos mit einer FSK ohne Altersbeschränkung) die Hose auf der Bühne runter und zelebrierte einen Kostümwechsel, der sich gewaschen hatte - die Wirkung auf die Stimmung im Saal war hörbar. Eine One-Man-Show war der Tobis-Auftritt allerdings beileibe nicht, tatsächlich holte kein anderer Verleih zu mehr Filmen Kreative auf die Bühne des Cinedom.

Los ging es schon mit In einem Land, das es nicht mehr gibt" - und dass Regisseurin Aelrun Goette ihren Film (der bei der Filmmesse auch in voller Länge gezeigt wurde) persönlich vorstellte, wirkte umso eindringlicher, als sie tatsächlich - wenngleich natürlich fiktionalisiert und dramatisiert ("Kino ist schließlich bigger than life") - ihre eigene Geschichte als Model in der ehemaligen DDR verarbeitete. Ein Stoff, bei dem es verschiedenen Versuche gegeben habe, sie zu einem Serienprojekt zu bewegen - aber sie sei "wahnsinnig glücklich", Kino machen zu können, so Goette. Ihr Film startet am 6. Oktober.

Regisseur Pascal Schröder mag man in Kinokreisen noch nicht kennen - doch das könnte sich mit seinem Debütfilm ändern, zumal auch er persönlich in den Cinedom gekommen war. In The Social Experiment" (27. Oktober), zu dem er das Drehbuch gemeinsam mit seiner Freundin Raffaela Kraus schrieb, schickt einen angehenden Social-Media-Star gemeinsam mit seiner Freundin und seinen besten Kumpels in einen Escape Room, der sich als Forschungseinrichtung entpuppt, die verhaltensanalytische Experimente durchführt - die schnell entgleisen. Der Genrestoff wurde ohne staatliche Zuschüsse ("Wir wollen einen Film für die Zielgruppe machen, nicht für irgendeinen Förderer", so Schröder), aber unter Zuhilfenahme modernster LED-Technologie realisiert.

In Bed Rest", der Debütarbeit von Lori Evans Taylor, erlebt eine schwangere und ans Bett gefesselte Frau in einem neuen Domizil den blanken Horror, als sich paranormale Phänomene häufen - und im Thriller "The Marsh King's Daughter" nach dem Beststeller von Karen Dionne spielt Daisy Ridley eine junge Frau, die den Kampf gegen eine Vater aufnehmen muss, der ihr einst nahe stand, sich aber als mörderischer Psychopath erwies - und der nach seinem Ausbruch aus einem Gefangenentransport den puren Terror um sie herum entfesselt.

Von etwas härterer Kost zu einem Spektakel für die ganze Familie: Regisseur Florian Sigl war persönlich zur Filmmesse gekommen, um brandneue Eindrücke aus dem Weihnachtshighlight "The Magic Flute - Das Vermächtnis der Zauberflöte" (17. November) vorzustellen. Der Film um ein Schlossinternat für begabte Musiker, in dem sich ein Portal zur Welt der Zauberflöte befindet, weckt klare Erinnerungen an ein bekanntes magisches Franchise, während Roland Emmerichs Rolle als ausführender Produzent schon ahnen lässt, dass VFX in dieser Produktion nicht zu kurz kommen. Sigl jedenfalls sprach auf der Bühne vom "überwältigenden Gefühl", mit seinem Film in Köln vor Fachpublikum auftreten und das Werk diesem auch in voller Länge zeigen zu können. Und er teilte seinen Stolz darüber, dass ihm keine Geringere als Kathleen Kennedy in einer Mail zu seinem Film gratuliert habe - ein Umstand, der ihn umso mehr bewege, als der von ihr produzierte "E T" einst sein erster Kinofilm gewesen sei.

Der letzte Film, der letzte Starbesuch: Regisseur Lutz Heineking jr und Annette Frier rührten bei der Filmmesse die Werbetrommel für Der Pfau", die Kinoadaption des gleichnamigen Bestsellers von Isabel Bogdan. Die Komödie dreht sich um eine Gruppe von Investmentbankern, die sich zu einem Teambuilding-Event in die Abgeschiedenheit der schottischen Highlands zurückziehen - wo dank plötzlichen Wintereinbruchs und eines verrückt gewordenen Pfaus am Ende nichts so läuft wie geplant... Frier verriet im beschwingten Bühnenplausch, dass es trotz ihrer Rolle als Köchin mit den entsprechenden Künsten nicht weit her ist - die Dialogzeile "Ich habe Sie Gurken schälen sehen, Sie sind keine Köchin!" habe zwar nie im Drehbuch gestanden, es aber aus gutem Grund in den Film geschafft. Und Heineking Jr. hob das Rezept des Films hervor, die "gute Melange aus Mainstream und Arthouse". Neben Frier spielen u.a. Lavinia Wilson, Jürgen Vogel und Tom Schilling, der Kinostart ist für das Frühjahr 2023 vorgesehen.

Damit war die Tobis-Tradeshow auch schon fast am Ende - es blieb Magnus Vortmeyer nur, einen langjährigen Kollegen zu verabschieden und ihm ausdrücklich für seine Arbeit bei Tobis zu danken: Für Kai Matzanke geht es in eine andere Branche - und in Berlin auf höchste Höhen.

PARAMOUNT

Eine Fortsetzung, die 36 Jahre nach dem Original kommt, die bereits seit Jahren beworben wurde und Pandemie-bedingt mehrfach verschoben werden musste. Hat das noch das Zeug zum Überflieger? Sagen wir es so: Wie Top Gun Maverick" letztlich durchstartete und seit Monaten auf Kurs steuert (auch am letzten Wochenende noch in der Top 5 der deutschen Kinocharts!) dürfte selbst größte Optimisten überrascht haben. Mit einem weltweiten Boxoffice von fast 1,4 Mrd. Dollar wurde der Überflieger zum erfolgreichsten Film für Hauptdarsteller Tom Cruise, für sein Studio - und auch für Paramount Pictures Germany. Und noch eine gute Nachricht: Mittlerweile ist auch das Original "Top Gun" buchbar - für Double Features und Einzelvorstellungen und auch in OV. Mit anderen Worten: Bei den aktuell bereits über 3,1 Mio. deutschen Kinobesuchern ist noch nicht Schluss. Gebührend feiern konnte man damit aber schon einmal einen wichtigen Meilenstein - die erste Goldene Leinwand für einen Neustart 2022, die Carolin Lindenmaier gemeinsam mit Gregory Theile im Namen des HDF überreichte.

Goldene Zeiten sind auch das Thema des neuesten Films von Damien Chazelle, der nach La La Land" eine weitere Liebeserklärung an die goldenen Zeiten von Hollywood von den 1920er bis in die 1950er Jahre hinein inszenierte - als ironisches, überbordendes, wildes Epos mit Brad Pitt und Margot Robbie in den Hauptrollen.

Der Horrorfilm Smile - Siehst Du es auch?" ist nicht zuletzt ein interessantes Projekt, weil er stellvertretend für einen gewissen Wandel der Zeiten steht. Denn während in der intensiven Phase der Pandemie zahlreiche Filme der Studios den Weg ins Streaming gingen, handelt es sich hierbei laut Tobias Riehl um eine ursprünglich für Paramount+ geplante Produktion, bei der man sich angesichts der Qualität dafür entschied, doch der großen Leinwand den Vorzug zu geben. Im Kinodebüt von Parker Finn bekommt es eine Psychologin mit einer dämonischen Macht zu tun, die Menschen in grausame Selbstmorde treibt - und dies über Visionen von teuflisch verzerrt lächelnden Personen ankündigt....

Kurz ohne Bewegtbild angekündigt wurde die Wiederaufführung des unter Trekkies als bester Film der Reihe gehandelten Star Trek II - Der Zorn des Khan", der pünktlich zum "Star Trek Day" am 8. September (und zu seinem 40-jährigen Jubiläum) in neuer 4K-Fassung zurück in die Kinos kommt - und damit ausdrücklich auch für das bundesweite Kinofest zur Verfügung steht. Und ebenfalls nur knapp vorgestellt wurde die auf dem gleichnamigen Roman basierende Krimi-Komödie "Confess, Fletch" mit Jon Hamm und Marcia Gay Harden.

Von Partner Majestic kommt am 22. September die Bestseller-Adaption Mittagsstunde", die Catharina Junk auf Basis der Vorlage von Dörte Hansen schrieb und die von Lars Jessen mit Charly Hübner in der Hauptrolle inszeniert wurde. Hübner spielt darin einen Uni-Dozenten, der dem Leben in der Stadt den Rücken kehrt, um in seinem provinziellen Heimatdorf ein Sabbatical zu verbringen. Doch der Ort seiner Kindheit erlebte einen Niedergang... Der Film, der in Köln auch in voller Länge zu sehen war, kommt tatsächlich in zwei Sprachfassungen: einer hoch- und einer plattdeutschen.

Der späten Schaffensphase eines Künstlergenies widmet sich Daliland" von Partner SquareOne. Der Film über den exzentrischen Salvador Dali und seine Entourage mit Sir Ben Kingsley, Barbara Sukowa und Ezra Miller wird beim Festival in Toronto als Abschlussfilm uraufgeführt, Regie führte Mary Harron (u.a. American Psycho", I Shot Andy Warhol").

Gemeinsam mit Telepool bringt Paramount zwei Animationsfilme in die Kinos: Lisa-Marie Koroll und Jella Haase leihen ihre Stimmen für Meine Chaosfee & ich" (13. Oktober), in dem ein junges Mädchen der Zahnfee zur Rückkehr in ihre Welt verhelfen muss - und es dabei auch mit Umweltzerstörern aufnimmt. Bastian Pastewka wiederum verleiht dem felinen Titehelden von Maurice, der Kater" seine Stimme - einem schräg-humorigen Fantasy-Abenteuer nach Motiven von Scheibenwelt-Autor Terry Pratchett.

Eines der erfolgreichsten Franchises in der Geschichte von Paramount ist die Transformers"-Reihe, die weltweit bereits 4,8 Mrd. Dollar einspielte und in Deutschland mehr als sechs Millionen Besucher in die Kinos zog - nach dem Abschied von Michael Bay zuletzt mit dem Reboot "Bumblebee". In Transformers: Aufstieg der Bestien" von Steven Caple Jr ("Creed II") nehmen die wandelbaren Roboter ganz neue, monsterhafte Formen an - und sorgen ab 8. Juni 2023 wieder für gewaltige Action.

Action, Abenteuer und eine gehörige Prise Humor verspricht eine neue Kinoadaption eines im wahrsten Sinne des Wortes legendären Spiels, das der Urvater aller Pen&Paper-Rollenspiele war: Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben" mit Chris Pine, Michelle Rodriguez und Hugh Grant als Bösewicht kommt von den Produzenten von Guardians of the Galaxy" - und zu einer Zeit, in der sich Rollenspiele nicht zuletzt dank Serien wie Big Bang Theory" und vor allem Stranger Things" wieder einen starken Platz in der Popkultur erobert haben.

LEONINE

In Monaten mit etlichen Höhen und Tiefen und leider vielen Tiefen beim deutschen Film und im Arthouse konnten unter anderem zwei Filme von Leonine just diesen Trends trotzen: Die Schule der magischen Tiere", der mit über 1,75 Mio. Besuchern mit der Lola für den besucherstärksten deutschen Film geehrt wurde; und Everything Everywhere All at Once", der es als (ebenfalls) ausgesprochener Langläufer auf knapp 185.000 Besucher brachte.

Ganze 15 Mio. Besucher wiederum haben die bisherigen Filme der "Tribute von Panem"-Reihe in Deutschland unter dem Banner von Studiocanal in die Kinos gezogen - eine "Bombenarbeit der Kollegen", wie Andreas Arnhold beschied. Auf diesem Erfolg kann Leonine nun aufbauen, denn dort kommt 2023 das Prequel "Die Tribute von Panem - The Ballad of Songbirds & Snakes" - auf den man allerdings noch ein wenig warten muss, in Köln wurde aber schon einmal mit einem Logo-Teaser eingestimmt. Die Regie übernimmt erneut Francis Lawrence, der schon für die letzten drei Teile verantwortlich zeichnete.

Das seit Jahren wichtigste AC-Angebot deutschlandweit sind die Live-Übertragungen aus der MET, die bislang über drei Mio. Kinobesucher große Oper auf der Leinwand erleben ließen. Ab Oktober startet die nächste Saison mit zehn Live-Übertragungen - und das gegen alle Widrigkeiten, wie Arnhold mit Blick auf die derzeit außerordentlich schwer zu erreichende, ältere Zielgruppe bemerkte. In diesem Zusammenhang kam jedoch auch die Bitte an die Kinos, die Sichtbarkeit der Reihe noch (mit) zu erhöhen.

Seine Weltpremiere feierte Three Thousand Years of Longing" in Cannes, am 1. September kommt der von George Miller inszenierte Film, in dem Tilda Swinton an eine Wunderlampe und ihren drei Wünsche gewährenden Bewohner (Idris Elba) gerät, in die deutschen Kinos. Nur kurz angekündigt wurde "The Son" mit Hugh Jackman, Laura Dern und Anthony Hopkins, ein Nachfolger von The Father", mit dem Florian Zeller in Venedig um den Goldenen Löwen konkurriert.

"Die Schule der magischen Tiere" hatten wir eingangs schon erwähnt - am 29. September startet die erste Fortsetzung, Die Schule der magischen Tiere 2", bei der Sven Unterwaldt die Regie übernommen hat. Unterwaldt, der persönlich in den Cinedom kam, schilderte das Glück, die Regie von Gregor Schnitzler, der anderweitig gebunden war, übernehmen zu können, freute sich über das "gemachte Nest" - bei gleichzeitigem Respekt vor der hohen Messlatte, die Schnitzler mit dem Besuchermillionär gesetzt habe. Das Sequel sei thematisch mit dem Publikum des Erstlings mitgewachsen und biete unter anderem auch eine Dreiecks-Liebesgeschichte, ohne dabei aber die ganz junge Zielgruppe aus den Augen zu verlieren. An tierischer Front neu sind ein Chamäleon mit der Stimme von Rick Kavanian und ein von Axel Stein vertonter Pinguin. Und auch das wurde schon verraten: Unterwaldt soll auch bei Teil drei im Regiestuhl sitzen.

Auf sieben Mio. deutsche Kinobesucher für vier Realfilme kann die Reihe um die Bewohner eines kleinen gallischen Dorfes bereits zurückblicken - nun erhält die Reihe gerade auch bei den turbulenten Keilereien einen ordentlichen Martial-Arts-Einschlag. Denn Asterix und Obelix im Reich der Mitte" (2. März 2023) entführt die Titelhelden nach China, wo es jüngste römische Eroberungsambitionen zu stoppen gilt. Guillaume Canet inszeniert nicht nur, sondern spielt auch Asterix, ihm zur Seite steht als Obelix Gilles Lellouche.

Kein Bewegtbild gab es zu Shotgun Wedding" (5. Januar 2023) mit Jennifer Lopez und Josh Duhamel sowie Lenny Kravitz in einer Nebenrolle zu sehen, Arnhold versprach für den Film, bei dem eine Trauung von Piraten gestürmt wird, eine "Hochzeit mit vielen Todesfällen".

In der Komödie About My Father" von Laura Terruso gibt Robert de Niro einen in althergebrachten Traditionen verwurzelten, italienischen Einwanderer, der als Schwiegervater in spe wenig mehr missbilligt, als die Tatsache, dass sein Sohn in eine Millionärsfamilie einheiraten will.

Beautiful Disaster" kommt von den Produzenten von After Passion" und seinen Sequels. Auch dieser Film über eine junge Studentin, die aufgrund einer dummen Wette als Zimmergenossin auf Zeit bei einem attraktiven Kommilitonen landet, basiert auf einer erfolgreichen Buchreihe, im Erfolgsfall sind bereits Fortsetzungen angedacht. In Chase - Nichts hält ihn auf" macht Gerard Butler, was er am besten kann: Mit brachialen Methoden für seine Sache eintreten - und für die seiner entführten Frau. Der Film, der am 15. September startet, war bei der Filmmesse auch in voller Länge zu sehen.

Wie lässt sich nahe genug an einen bestens bewachten Waffenhändler herankommen, um ihm sein tödliches Handwerk zu legen? Man bedient sich seines Lieblingsschauspielers als Lockvogel. Aus dieser Prämisse entspinnt sich in Operation Fortune" - wie gewohnt bei Guy Ritchie - eine abgefahrene Story mit vielen Wendungen und einer ordentlichen Portion Action und Humor. Unter anderem Jason Statham tritt gegen Hugh Grant an, der in jüngster Zeit vor allem die Schurkenrollen für sich entdeckt hat. Auch dieser Film wurde exklusiv für die Gäste der Filmmesse in voller Länge gezeigt.

Und mit krachender Action wurde die Leonine-Show beschlossen: Mit einem Ausblick auf Expendables 4", der mit einem Who-is-Who der Krawall-Ikonen im Herbst 2023 erneut die Leinwand zum Beben bringen soll. Und mit ersten Ausschnitten aus John Wick: Kapitel 4", in dem Keanu Reeves erneut für steigende Kurse bei Bestattungsunternehmen sorgt. Heiß auf den Film macht aus Kinosicht sicherlich nicht zuletzt die bisherige Besucherentwicklung der Reihe, ging es doch von rund 440.000 auf 825.000 und schließlich auf rund 1,2 Mio. Besucher. Dass der Trailer eine FSK 12 erhalten habe, nannte Arnhold unter dem Gelächter des Publikums übrigens "überraschend" - der komplette Film wird eine solche Freigabe jedenfalls kaum erhalten.