Kino

Betreiber-Umfrage zur Filmmesse 2022, Teil 6: "Nicht müde werden"

Im Vorfeld der Filmmesse haben wir Kinobetreiber:innen befragt, wie zufrieden sie mit dem bisherigen Jahresverlauf sind, wo es noch aufzuholen gilt, wie sich die Personalsituation für sie darstellt - und wie sie sich auf Herausforderungen gegen Ende des Jahres vorbereiten. Hier antwortet Josef Loibl.

18.08.2022 13:29 • von Marc Mensch
Josef Loibl (Bild: Park-Kino Reichenhall)

Im Vorfeld der Filmmesse haben wir Kinobetreiber:innen befragt, wie zufrieden sie mit dem bisherigen Jahresverlauf sind, wo es noch aufzuholen gilt, wie sich die Personalsituation für sie darstellt - und wie sie sich auf Herausforderungen gegen Ende des Jahres vorbereiten. Hier antwortet Josef Loibl.

1. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Jahresverlauf? An welcher Stelle gibt es noch am meisten aufzuholen?

Wir liegen zum Vergleichszeitraum Januar bis Juli 2019 immer noch um etwa 30 Prozent zurück. Dennoch sind wir mit dem bisherigen Jahresverlauf recht zufrieden, da wir ja zu Beginn des Jahres immer noch mit staatlich auferlegten Einschränkungen zu kämpfen hatten. Was unbedingt passieren muss: Wir müssen gemeinsam versuchen, das (Arthouse-)Kino wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen zu rücken und das Kino als Kultur-Ort zu positionieren. Wir können nicht von zwei, drei Ereignisfilmen pro Jahr leben. Zudem brauchen wir für das deutsche Kino bessere, klügere und gleichzeitig publikumswirksamere Drehbücher!

2. Wie beurteilen Sie die Personalsituation in Ihrem Unternehmen - und was unternehmen Sie ggf., um die Situation (weiter) zu verbessern?

Diese Frage stellt sich nicht für uns, da wir unser Kino als Zwei-Mann-Betrieb führen. Die Betreiber sind somit ständig vor Ort und immer am Puls der Gäste. Außer einer Reinigungsfirma, die als Dienstleister fungiert, ist kein zusätzliches Personal vorhanden.

3. Welche Herausforderungen sehen Sie im vierten Quartal auf die Kinos zukommen - und wie bereiten Sie sich darauf vor?

Die Politik und die Nachrichtenportale tun im Moment ihr Bestes, den Menschen in Bezug auf eine weitere Pandemiewelle und die politische Gesamtsituation Angst zu machen. Wir dürfen nicht müde werden, das Kino als sicheren Ort zu bewerben und als einen Platz, an dem man vergleichsweise günstig einen schönen Abend haben kann (Danke für das Kinofest!). Gleichzeitig muss vermittelt werden, dass wir Kinos unseren Gästen ein sorgfältig kuratiertes Programm zur Verfügung stellen. Das Medium Film verkommt im Moment leider durch den unüberschaubaren Wust an Angeboten im Pay-TV, Free-TV und auf den unzähligen Streaming-Plattformen zur Dutzendware. Das Kino ist hier aufgrund seiner exzellenten Präsentationsmöglichkeiten meilenweit davon entfernt. Das versuchen wir, in die Köpfe der Menschen zu bekommen.