Produktion

Sieben Fragen an... Damian Lott

Der UFA Serial Drama Produzent Damian Lott feierte am 5. August die 4000. Folge der Daily "Alles was zählt" auf RTL. Ab 8. September warten Eventfolgen des Formats auf das Publikum.

19.08.2022 10:49 • von Michael Müller
Der Produzent Damian Lott beantwortet den Fragebogen (Bild: UFA)

Der UFA Serial Drama Produzent Damian Lott feierte am 5. August die 4000. Folge der Daily "Alles was zählt" auf RTL. Ab 8. September warten neue Eventfolgen des Formats auf das Publikum.

Wie sind Sie zum TV/Film gekommen?

Ich wusste ab der Oberstufe, dass ich Geschichten erzählen und in Serien Charaktere zum Leben erwecken möchte. 2003 bin ich durch ein Praktikum während der Praxisphase in meinem Studium zur Grundy UFA gekommen - und geblieben. Seitdem darf ich meine Liebe und Faszination zur Serie in vielen schönen Momenten ausleben.

An welche Erfahrung mit der Branche erinnern Sie sich besonders gern?

Es sind keine speziellen Momente, die mir in Erinnerung geblieben sind, sondern vor allem eine Tatsache, die mir jeden Tag aufs Neue begegnet. Dabei geht es um den Teamgedanken, denn wie in Teamsportarten, von denen ich ein großer Fan bin, ist es auch in einer Produktion nicht möglich großartige Momente alleine zu schaffen. Das Ganze transportiert sich dann weiter in die Emotionen, die wir den Zuschauer:innen jeden Tag anbieten und in die sie sich fallen lassen können. Diesen Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung jeden Tag aufs Neue zu erleben, macht mich glücklich und stolz und ist für mich etwas Besonderes.

Was hat Sie zuletzt besonders geärgert?

Es ärgert mich, wenn sich Menschen über andere Menschen stellen wollen, ob aus Neid, Missgunst oder einer Ungerechtigkeit. Das passiert in unserer Gesellschaft leider viel zu oft. Wenn wir offen kommunizieren, aufeinander achten und uns gegenseitig wertschätzen und unterstützen, dann ist es ein Miteinander und kein Gegeneinander. Dann können Konflikte gelöst werden, bevor sie hochkochen. Dann ist es kein Hauen und Stechen, sondern vielleicht gemeinsam etwas Großes erreichen.

Der wichtigste Film in Ihrem Leben?

Es war kein Film, sondern Serien, die mich schon immer begeistert und meine Faszination für das Genre schon sehr früh geprägt haben. Das waren Serien wie Auf Achse", Liebling Kreuzberg", Ein Colt für alle Fälle", Ich heirate eine Familie" oder Columbo". Es waren immer die Charaktere und ihre Geschichten, denen ich mit weit aufgerissenen Augen gefolgt bin. Wenn es um Filme im Speziellen geht, dann ist es sicherlich das "Star Wars"-Universum. Nicht nur die Filme in ihrer Machart für die damalige Zeit, sondern auch, was für eine (Marken-)Welt mit Serienablegern, Merchandising, Fan-Community, etc. daraus entstanden ist, finde ich faszinierend.

Was ist Ihr prägendes TV-Erlebnis?

Der Fall der Mauer. Die gesamte Berichterstattung mit den eindrucksvollen Bildern, den Stimmen vor den Mikrophonen und Kameras und den Emotionen war für mich als 8-Jähriger schon ein Erlebnis. Selbst über 30 Jahre später bekomme ich immer noch eine Gänsehaut, wenn ich die Bilder sehe.

Ihre momentane Filmempfehlung?

Ich schaue hauptsächlich Serien, daher kann ich hier auf jeden Fall zwei sehr empfehlen. Zum einen Stranger Things" in der vierten Staffel und "Peaky Blinders" aktuell in der sechsten Staffel. Es entwickelt sich einfach das Gefühl beim Sehen, unbedingt noch eine Folge schauen zu wollen und der Wunsch, dass die Staffel nicht schon wieder zu Ende geht. Es sind Spannung, Zusammenhalt, Emotionen und ein Gefühl in eine andere Zeit einzutauchen.

Was würden Sie im Kino-/Film-/TV-Markt gern ändern?

Ich wünsche mir noch mehr Raum für kreative Ausflüge. Die Branche ist sehr schnelllebig und da fällt manchmal etwas hintenüber, dass Ideen Zeit brauchen, um in Ruhe zu gedeihen. Das muss das ständige Ziel sein, den Menschen Freiheiten und gleichzeitig Verantwortung zu übertragen, um die Ideen weiterzuentwickeln. Innerhalb der UFA sind wir in diesem stetigen Prozess, wir analysieren und lernen jeden Tag dazu, wie wir uns immer weiter verbessern können, um auch weiterhin ein kreativer Ort zu sein.