Kino

Kanadischer Kinomarktführer schreibt positives Quartalsergebnis

Erstmals seit Beginn der Pandemie kann die kanadische Cineplex nach dem jüngsten Quartal ein positives Nettoergebnis vorweisen. Beim Ticketumsatz pro Besucher wurde ein Bestwert für ein zweites Quartal verzeichnet, beim Concessions-Umsatz pro Besucher sogar ein absolutes Rekordergebnis. Cineplex nannte auch wichtige Termine für die juristische Auseinandersetzung mit Cineworld.

11.08.2022 15:07 • von Marc Mensch
Cineplex erreichte im zweiten Quartal mehrere Meilensteine (Bild: IMAGO/ZUMA Press)

Der kanadische Marktführer Cineplex blickt auf ein erfolgreiches zweites Quartal 2022 zurück - und kann erstmals seit Beginn der Pandemie wieder auf ein insgesamt positives Nettoergebnis verweisen. Auch wenn dieses mit 1,3 Mio. kanadischen Dollar noch sehr überschaubar ausfällt, ist es natürlich ein Riesenschritt gegenüber dem Vorjahresquartal, als an dieser Stelle 103,7 Mio. kanadische Dollar in roten Zahlen standen. Das stärkste Quartalsergebnis seit über zwei Jahren, das auf einer "großartigen Slate" und Rekordergebnissen aus mehreren Bereichen der Geschäftsfelder, auf denen Cineplex tätig ist, fuße, lege eindrucksvoll Zeugnis davon ab, dass die Kanadier in Scharen in die Kinos zurückkehrten, wenn starke Filme auf die Leinwand kämen, so CEO Ellis Jacob.

Zu den Meilensteinen, die Cineplex im abgelaufenen Quartal erreicht habe, zählten nicht zuletzt ein Bestwert für ein zweites Quartal beim Ticketumsatz pro Besucher (12,29 kanadische Dollar) sowie der bislang stärkste Durchschnittsumsatz bei den Concessions in der Geschichte von Cineplex, dieser habe bei 8,84 kanadischen Dollar gelegen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Cineplex im Juni 2022 eine Online-Buchungsgebühr einführte, die Einnahmen daraus sollen dem Ausbau der digitalen Infrastruktur zufließen.

Wichtige Termine für Cineplex (und die weltweit zweitgrößte Kinokette Cineworld!) sind der 12. und 13. Oktober dieses Jahres, zu denen die Anhörung im Berufungsverfahren wegen der gescheiterten Übernahme durch Cineworld angesetzt sind. Mitte Dezember vergangenen Jahres war Cineworld wegen der abgeblasenen Transaktion zu einer Zahlung von rund 1,24 Mrd. kanadischen Dollar verurteilt worden, dagegen hatte Cineworld Rechtsmittel eingelegt. Branchenbeobachter erwarten, dass Cineplex und Cineworld selbst im Fall einer Bestätigung der Summe zu einem Vergleich finden werden, der eine erheblich niedrigere Zahlung vorsieht - anderenfalls würde Cineworld in die Zahlungsunfähigkeit rutschen und Cineplex hätte als nachrangiger Gläubiger praktisch keine Chancen auf eine Begleichung der Forderungen.

Darauf deutet auch klar hin, dass CEO Ellis Jacob nun erklärte, man habe Moelis & Company als Finanzberater und Goodmans LLP als führenden Berater engagiert, um den (bisherigen) Richterspruch "bestmöglich zu monetarisieren".

Unterdessen macht auch Cineplex (wie zuletzt AMC) klar, dass man sich auf ein schwaches drittes Quartal einstellt. Mit Rücksicht auf die dann besonders stark zu Tage tretende Verschiebung von Filmen aufgrund Pandemie-bedingter Produktionsverzögerungen genieße man Rückendeckung durch die Gläubiger. Auch vor dem Hintergrund von Rezessionssorgen sehe man sich in einer guten Position, um von steigender Nachfrage nach erschwinglichem Entertainment zu profitieren. Mit Blick nach vorne bleibe man (insbesondere nach dem zweiten Quartal) zuversichtlich, dass die Erholung der Geschäfte langfristig anhalten werde.