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ProSiebenSat.1 mit Rekordumsatz für ein erstes Halbjahr

ProSiebenSat.1 hat 2022 erstmals in einem ersten Halbjahr einen Umsatz von mehr als zwei Mrd. Euro erzielt.

11.08.2022 08:47 • von Jochen Müller
Rainer Beaujean, CEO von ProSiebenSat.1 (Bild: ProSiebenSat.1 Media SE)

Die ProSiebenSat1-Gruppe konnte im ersten Halbjahr 2022 einen Meilenstein erreichen, der im Vorjahreszeitraum noch knapp verfehlt worden war. Wie der Vorstandsvorsitzende Rainer Beaujean anlässlich der Bekanntgabe der aktuellen Geschäftszahlen betonte, wurde erstmals in einem ersten Halbjahr die Umsatzmarke von zwei Mrd.. Euro übertroffen.

In Zahlen ausgedrückt: der Umsatz des ProSiebenSat.1-Konzerns stieg von Januar bis Juni 2022 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 um ein Prozent auf 2,009 Mrd. Euro; im zweiten Quartal 2022 standen 1,055 Mrd. Euro zu Buche - ein Plus von ebenfalls einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

"Unsere Umsatzentwicklung im zweiten Quartal beweist einmal mehr, dass wir dank unserer diversifizierten Aufstellung krisenfester als viele andere Medienunternehmen sind. So konnten wir trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen als Gruppe unser Wachstum fortsetzen. Treiber war hierfür neben unserem Entertainment-Segment auch das Commerce & Ventures-Geschäft. Auf diese Weise hat ProSiebenSat.1 auch erstmals in einem ersten Halbjahr einen Umsatz von mehr als 2 Mrd Euro erzielt. Gleichzeitig konzentrieren wir uns klar auf Synergien, um langfristig Wert zu schaffen. Der Verkauf des US-Produktionsgeschäfts der Red Arrow Studios war der nächste Meilenstein, um uns als Unternehmen fokussierter und langfristig noch profitabler aufzustellen. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten in unserem Umfeld beobachten wir genau - wir haben unseren Ausblick hierauf nochmals überprüft sowie um die letzten Portfoliomaßnahmen aktualisiert. Insgesamt blicken wir weiter zuversichtlich auf die zweite Jahreshälfte 2022", kommentiert Beaujean die heute bekannt gegebenen Zahlen.

Im Segment "Entertainment" verzeichnete ProSiebenSat.1 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im zweiten Quartal 2022 nach eigenen Angaben "weitgehend stabile" Werbeerlöse, die nahezu auf dem Vorkrisenniveau von 2019 gelegen hätten. Trotz des Verkaufs des US-Filmvertriebs Gravitas Ventures im November 2021 konnte der Quartalsumsatz aus dem Contentgeschäft vor allem dank Zuwächsen im europäischen Geschäft im Jahresvergleich um 15 Prozent gesteigert werden. Insgesamt lag der Umsatz im Segment "Entertainment" im zweiten Quartal 2022 mit 748 Mio. Euro um zwei Prozent über dem des Vorjahreszeitraums, der Halbjahresumsatz stieg um fünf Prozent auf 1,41 Mrd. Euro an.

Im Segment "Dating & Video" verzeichnete ProSiebenSat.1 im Vergleich zum Rekordumsatz im vergangenen Jahr im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2022 "wie erwartet", wie man betont, einen Rückgang. So lag der Quartalsumsatz mit 130 Mio. Euro um sechs Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums, der Halbjahresumsatz ging um ebenfalls sechs Prozent auf 262 Mio. Euro zurück. Positiv entwickelt habe sich in diesem Segment sowohl im ersten Halbjahr als auch im zweiten Quartal 2022 der Umsatz des US-Dating-Anbieters eharmony.

Im Segment "Commerce & Ventures" stieg der Umsatz im zweiten Quartal um drei Prozent auf 177 Mio. Euro an, im ersten Halbjahr lag er mit 337 Mio. Euro um sechs Prozent unter Vorjahresniveau. Als Grund hierfür nennt der Konzern vor allem, dass die von den Pandemie-Beschränkungen Beteiligungen wie das Erlebnis- und Freizeitportal mydays und das Mietwagenvergleichsportal Billiger Mietwagen im zweiten Quartal 2022 "eine klare Erholung" gezeigt hätten. Weggefallen seien hingegen die Umsatzanteile der Ende 2021 verkauften Beteiligungen an den Unternehmen Amorelie und moebel.de; rückläufig zeigten sich die Umsätze bei Flaconi und dem Vergleichsportal Verivox.

Ergebnisseitig erreichte ProSiebenSat.1 im zweiten Quartal beim adjusted Ebitda mit 166 Mio. Euro einen Wert auf Vorjahresniveau; im ersten Halbjahr wurde der vergleichbare Vorjahreswert mit 289 Mio. Euro um sechs Prozent verfehlt. Als Grund hierfür wird der Verkauf des US-Filmvertriebs Gravitas Ventures genannt, der im zweiten Quartal 2021 sechs Mio. Euro, im ersten Halbjahr 2021 zwölf Mio. Euro zum adjusted Ebitda beigetragen hatte.

Positiv entwickelte sich in beiden Zeiträumen dagegen der bereinigte Konzernüberschuss; er lag im zweiten Quartal mit 68 Mio. Euro um acht Prozent über dem des Vorjahreszeitraums, im ersten Halbjahr stieg er um zehn Prozent auf 110 Mio. Euro an.

Vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine hat der ProSiebenSat.1-Konzern eine leichte Anpassung seiner Prognose für das Gesamtjahr 2022 vorgenommen. Hatte man im März noch einen Umsatz von 4,6 Mrd. Euro mit einer Varianz von plus/minus 100 Mio. Euro prognostiziert gehabt, liegt die aktuelle Umsatzprognose bei 4,375 Mrd. Euro mit einer Varianz von plus/minus 75 Mio. Euro. Beim adjusted Ebitda wird aktuell anstelle von 840 Mio. Euro mit einer Varianz von plus/minus 25 Mio. Euro mit 805 Mio. Euro mit einer Varianz von ebenfalls 25 Mio. Euro gerechnet. Schwer einzuschätzen sei hierbei allerdings die Entwicklung des "wesentlichen Treibers der Umsatz- und Ergebnisprognose", der Entwicklung des Werbemarktes, wie der Konzern betont.