Kino

Drehbuch-Lola für Michail Lurje und Jurij Saule

Die Drehbuch-Lola 2022 für das beste unverfilmte Drehbuch geht an "Martin liest den Koran" von Michail Lurje und Jurij Saule. Der renommierte Preis wurde am 5. Juli von BKM Claudia Roth im Rahmen des Empfangs des Verbands Deutscher Drehbuchautoren (VDD) verliehen.

05.07.2022 20:31 • von Barbara Schuster
Preisträger Jurij Saule mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Diana Lurje, die stellvertretend für ihren Mann Michail Lurje den Preis entgegennahm (Bild: VDD / André Hercher)

Die Drehbuch-Lola 2022 geht an Martin liest den Koran" von Michail Lurje und Jurij Saule. Der vom BKM in Kooperation mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren vergebene Preis zeichnet damit ein Kammerspiel zwischen Thriller und Diskurs aus, das am Puls der gesellschaftlichen Verwerfungen unserer Gegenwart liegt und laut Jurybegründung "drängende Fragen nach Hass und Versöhnung, den Ursachen der Radikalisierung, gegenseitiger Achtsamkeit und einer Welt mit und ohne Gott stellt." Die Preisverleihung, die normalerweise im Rahmen der Berlinale stattfindet, rückte pandemiebedingt wie bereits 2021 in den Sommer. Die feierliche Gala fand am 5. Juli mit mehr als 400 Gästen in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin statt, die neben demKrimifestival"Tatort Eifel" Kooperationspartner ist.

Im Rahmen der Verleihung sagte Kulturstaatsministerin Claudia Roth: "Viel zu selten stehen Drehbuchautorinnen und -autoren im Rampenlicht. Dabei sind sie es, die mit ihrer Fantasie und ihrem Ideenreichtum überhaupt erst den Grundstein für künstlerisch herausragende Kinofilme legen. Und gerade jetzt inmitten der Coronakrise und dem Ukrainekrieg ist die Zeit gekommen für nie dagewesene Stoffe und kraftvolle Leinwanderzählungen. Deshalb verbinden wir mit der Verleihung des Deutschen Drehbuchpreises unsere Anerkennung und Förderung der ausgezeichneten Projekte und ihrer Autorinnen und Autoren." Und VDD-Vorstand Nicole Mosleh appellierte angesichts der aktuellen Krisen an eine positive Sicht auf das Menschsein und stellte die besondere Kraft heraus, die im Erzählen liegt: "Drehbuchautorinnen und -autoren haben vielleicht nicht die Lösung für alle Probleme, aber wir spiegeln die Welt wie sie ist und manchmal auch, wie sie sein könnte. Und wir erzählen, wie es trotz allem weitergehen kann."

Der Deutsche Drehbuchpreis ist die höchstdotierte Auszeichnung für Drehbuchautoren in Deutschland und wird seit 1988 verliehen. Mit dem Preis für das beste unverfilmte Drehbuch geht eine Prämie von 10.000 Euro einher. Für den Preisträger ist es darüber hinaus auf Antrag möglich, zusätzlich Fördermittel von bis zu 20.000 Euro für die Fortentwicklung des ausgezeichneten Drehbuchs zu erhalten.

Bereits die Nominierungen sind mit jeweils 5000 Euro dotiert. Neben "Martin liest den Koran" waren auch "Frieda - kalter Krieg" von Felix Hassenfratz und Irgendwann werden wir uns alles erzählen" von Emily Atef und Daniela Krien nominiert.