Kino

DFFB: Neuer Standort, mehr Geld, ein Abschied

Viel Neues von der DFFB: Die renommierte Ausbildungsstätte erhält nicht nur eine Mittelerhöhung, sie plant auch 2025 den Umzug an einen neuen Standort. Zudem hat die künstlerische Direktorin Marie Wilke ihren Abschied bekanntgegeben.

05.07.2022 14:47 • von Barbara Schuster
Marie Wilke und Catherine Ann Berger (Bild: Nicola Fegg)

Aller guten Dinge sind drei (Neuigkeiten): Die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin gibt nicht nur bekannt, im Jahr 2025 an einen neuen Standort zu ziehen. Die renommierte Berliner Ausbildungsstätte erhält auch eine Mittelerhöhung und verabschiedet die künstlerische Direktorin Marie Wilke, die sich künftig wieder ganz ihrer Arbeit als Autorin, Regisseurin und Dozentin widmen möchte. Die kaufmännische Direktorin Catherine Ann Bergerübernimmt ab 1. August die alleinige Geschäftsführung ad interim.

Zu ihrem Abschied sagt Wilke: «Die Arbeit an der DFFB in der Doppelspitze mit Catherine Ann Berger war für mich eine sehr wertvolle und produktive Zeit. Gemeinsam haben wir die DFFB auf einen guten Kurs gebracht, der ihr auch in Zukunft eine herausragende Stellung als exzellente Filmschule sichern wird. Ich bin sehr dankbar, dass ich ein Teil dieser Weiterentwicklung und Stärkung sein konnte. Mein Herz schlägt aber stark für die Lehre, für das Filmemachen und die Autorenschaft, deshalb habe ich für mich entschieden, mich zukünftig wieder diesen Aufgaben zuzuwenden." Catherine Ann Berger kommentiert: Ich bedaure sehr, dass Marie Wilke die DFFB verlässt und möchte ihr für die konstruktive und fruchtbare gemeinsame Aufbauzeit danken. Wir haben viel auf den Weg gebracht. Mit dem aktuellen Erfolg der Budgeterhöhung und der Perspektive auf einen neuen Standort konnten wir den Grundstein für eine starke Zukunft der DFFB legen. Ich bin zuversichtlich, den von uns eingeschlagenen Kurs fortzusetzen und die nächsten Schritte mit den Kollegen und Kolleginnen der DFFB zu gehen."

Die Mittelerhöhung für die DFFB wurde im Zuge der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses von Berlin beschlossen: Im Haushaltsplan für die Jahre 2022/23 ist eine Budgeterhöhung für die Akademie von 6,59 Mio. Euro in 2022 vorgesehen. Das entspricht laut DFFB einer Erhöhung von ca. 22 Prozent gegenüber 2021 und in 2023 eine nochmalige Erhöhung um ca. 21 Prozent auf 7,99 Mio. Euro. Wie es in der Mitteilung der DFFB heißt, werden mit dem Mittelaufwuchs die notwendigen Schritte im Bereich der Weiterentwicklung der Akademie und der digitalen Transformation eingeleitet. Zusätzlich kann die DFFB mit den im Haushalt verankerten Verpflichtungsermächtigungen in Vertragsverhandlungen treten, um Anfang 2025 einen neuen Standort zu beziehen. Derzeit favorisiert die DFFB ein Immobilienprojekt auf einem ehemaligen Industriegelände am Friedrich-Krause-Ufer nahe dem Sprengelkiez, welches in einen nachhaltigen Forschungs- und Mediencampus umgewandelt wird. Der geplante Campus umfasst vier Neubauten und ein historisches Bestandsgebäude. Die DFFB prüft aktuell den Bezug eines der Gebäude und den Ausbau mit Kino, Studio- und Postproduktionsräumen. Severin Fischer, Chef der Berliner Senatskanzlei und Vorsitzender des Kuratoriums der DFFB, sagt zur Mittelerhöhung: "Die DFFB ist ein Erfolgsfaktor für den Medienstandort Berlin und genießt national wie international große Anerkennung. Ich freue mich, dass wir mit dem vorliegenden Doppelhaushalt die Förderung der DFFB für die Jahre 2022 und 2023 deutlich aufstocken können. Damit gewährleisten wir eine angemessene finanzielle und personelle Ausstattung der Filmschule, damit Ausbildung und Nachwuchsförderung in Zeiten eines allgegenwärtigen Fachkräftemangels weiter verbessert werden kann. Am neuen Standort der DFFB wollen wir einen lebendigen Campus mit internationaler Strahlkraft entstehen lassen. Auch hierfür hat das Abgeordnetenhaus mit dem Haushalt die finanziellen Grundlagen geschaffen. Ich danke den beiden Geschäftsführerinnen Catherine Ann Berger und Marie Wilke für ihren engagierten Einsatz in den vergangenen Monaten. Gleichzeitig bedauere ich es sehr, dass Frau Wilke sich für eine berufliche Veränderung entschieden hat, wünsche Ihr dafür dennoch viel Erfolg und danke Ihr auch im Namen des Kuratoriums der DFFB herzlich für die geleistete Arbeit."