Produktion

Neues Anreizmodell: "Hier wird Österreich zum internationalen Vorreiter"

Der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich hat das heute vorgestellte Anreizmodell, für dessen Implementierung man sich intensiv eingesetzt hatte, ausdrücklich begrüßt. Stolz zeigte man sich nicht zuletzt darüber, dass Österreich als erstes Land Europas ein solches Modell mit einem "Green Producing Bonus" verbinde.

05.07.2022 13:07 • von Marc Mensch
Fachverbands-Obmann Alexander Dumreicher-Ivanceanu (Bild: Elsa Okazaki)

Der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat das heute in einer Pressekonferenz der österreichischen Bundesregierung vorgestellte neue Anreizmodell zur Stärkung des Filmstandortes, mit dem ein zentraler kulturpolitischer Eckpunkt des Regierungsprogramms umgesetzt wird, ausdrücklich begrüßt. Kein Wunder - hatte der Fachverband den Beschluss in den Verhandlungen mit der Bundesregierung doch entscheidend mitbegleitet.

"Unsere konsequente Positionierung im Fachverband Film- und Musikwirtschaft, die wir gemeinsam mit zahlreichen Verbänden der Filmwirtschaft umsetzen konnten, haben zu diesem Meilenstein der österreichischen Film- und Medienpolitik geführt. Damit schafft das international künstlerisch hoch anerkannte Filmland Österreich mit seinen 6.000 Film- und Musikunternehmen sowie über 20.000 Filmschaffenden jetzt die Strukturen, die Österreich auch filmwirtschaftlich ins Zentrum der europäischen Landkarte setzen", erklärte der Fachverbands-Obmann und Produzent Alexander Dumreicher-Ivanceanu (Amour Fou) anlässlich des heute verkündeten Beschlusses. In diesem Zusammenhang sei man stolz darauf, dass Österreich als erstes Land Europas ein Anreizmodell mit Green Producing Bonus für klimafreundliches Produzieren schaffe. "Hier wird Österreich zum internationalen Vorreiter", so Dumreicher-Ivanceanu.

Ein zentraler Punkt sei auch, dass mit dem neuen Modell zusätzlich die Wettbewerbsfähigkeit filmtechnischer Dienstleister gestärkt werde. "Die Bundesregierung attraktiviert die Produktionsanreize für den heimischen Film und setzt begleitend dazu einen starken Impuls für ein Mehr an Internationalisierung und Beschäftigung. Die Einbeziehung von Postproduktion und Service Work in das vorliegende Konzept stärkt gesamthaft den Kreativstandort Österreich und schafft Wettbewerbsgleichheit mit den umliegenden Filmloactions", analysiert Georg Tomandl, Obmann-Stellvertreter im Fachverband. "Das Zuschussmodell wird nachhaltig für Filmdienstleistungsunternehmen wirken und gleichzeitig die Vielfalt der Branche abdecken."

Auch die Diagonale - auf deren diesjähriger Ausgabe im April die Forderung nach einem modernen Anreizsystem noch einmal nachhaltig wiederholt worden war - hat umgehend auf den Beschluss reagiert. Seitens der Festivalleiter Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber heißt es:

"Wir freuen uns, dass hierzulande endlich film- und kulturpolitische Schritte gesetzt werden, die auch als wirtschaftspolitische Maßnahmen zu sehen sind - ein längst überfälliger und zentraler Schritt, um den österreichischen Film international anschlussfähig zu halten. Zugleich möchten wir festhalten, dass die globale Filmbranche - und mit ihr auch der österreichische Film - mehr denn je mit großen Herausforderungen und grundlegenden Veränderungen konfrontiert ist. Es scheint uns zentral, den heimischen Film gerade auch im Inland zu stärken und all jene zu unterstützen, die ihn zum Publikum bringen: Dazu gehören Kinos, Verleihe, Festivals, aber auch strukturelle Maßnahmen, die bereits in der Entstehung von Filmen darauf abzielen, Film als Gesellschaftsereignis zu denken. Die Diagonale wird hier weiterhin als Plattform fungieren, um dem österreichischen Film größtmögliche Aufmerksamkeit einzuräumen - auf der Leinwand und in Diskussionen."