Kino

Kinofamilie Geiger setzt auf Neubau statt Vermieter-Ärger

Das Pforzheimer Cineplex an der Zerrennerstraße soll Mitte kommenden Jahres seine Türen schließen, die Betreiberfamilie Geiger hat den auslaufenden Mietvertrag nicht verlängert. Kürzer treten will man im Kinogeschäft aber keineswegs. So investiert man vor Ort nicht nur laufend in den Rex-Filmpalast - sondern steckt laut Michael Geiger in den Planungen für einen Neubau.

04.07.2022 18:13 • von Marc Mensch
Die Familie Geiger hat den Mietvertrag für ihr Kino an der Zerrennerstraße gekündigt - und befindet sich mitten in der Planung für einen Neubau (Bild: PF Kinobetriebe)

Die Uhr für das Cineplex Pforzheim läuft (zumindest am jetzigen Standort) ab: Mitte kommenden Jahres soll der Spielbetrieb eingestellt und das Haus geschlossen werden, wie Michael Geiger gegenüber Blickpunkt: Film bestätigte. Die Entscheidung, den auslaufenden Mietvertrag nach 20 Jahren nicht für weitere fünf Jahre zu verlängern, fußt allerdings durchaus nicht auf mangelndem Glauben in die Zukunft des Kinos - eher im Gegenteil.

Denn tatsächlich haben die Geigers schon den Versuch unternommen, das gesamte Objekt zu erwerben. Eine entsprechende Anfrage bei der Gebäudeeigentümerin - einer russischen Investorenfamilie - blieb nach Darstellung von Michael Geiger allerdings gleich gänzlich unbeantwortet; generell wäre die Kommunikation mit dem Vermieter mit "extrem schwierig" offenbar noch freundlich beschrieben.

Wirtschaftlich stellt das Haus, in das die Familie Geiger "erhebliche Investitionen" gesteckt habe, während seitens der Gebäudeeigentümer im Verlauf von nun bald 20 Jahren eine nun "überfällige" Renovierung nie in Angriff genommen worden sei, keine echte Perspektive mehr dar. Um die Immobilie auf Vordermann zu bringen, wären laut Michael Geiger Investitionen von über zwei Mio. Euro erforderlich. Zugleich wäre eine Fortführung des Betriebes für die Familie nur bei einer Senkung des Mietpreises denkbar. Wozu man wissen muss: Das heutige Cineplex Pforzheim war 2001 von den Investoren als "Dazz-Kino" in direkter Konkurrenz zum Rex-Filmpalast der Familie Geiger eröffnet worden. Diese konnten der Herausforderung begegnen, indem sie das Haus schon nach rund einem Jahr kurzerhand selbst übernahm - wenngleich zum Preis einer Miete, die laut Geiger rückblickend schon damals "zu hoch" gewesen sei.

Nun also geht man einen anderen Weg - jenen des Neubaus. So sei man mit der Stadtverwaltung bereits in konkreten Gesprächen über einen Standort, aktuell habe man drei Möglichkeiten ins Auge gefasst. Geplant ist ein Haus mit sechs Sälen - was der Zahl der Auditorien entsprechen würde, über die das Cineplex Pforzheim aktuell verfügt.

Wo sich die russischen Investoren an der Zerrennerstraße jeglichem Zukunftskonzept verweigert hätten, pflegt die Familie Geiger unterdessen ihr ebenfalls zur Cineplex-Gruppe gehörendes Pforzheimer Stammhaus an der Bahnhofstraße umso entschiedener - und investierte (gerade auch während der Pandemie) laufend in den Rex-Filmpalast. Dieser beherbergt nun unter anderem mit "Geiger's Cinelounge" ein kleines, edles Lounge-Kino mit Wohnzimmer-Ambiente sowie die Premiumsäle "Geiger's Black" und "Geiger's Blue".