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HBO-Max-Originals in Skandinavien und Zentraleuropa ausgesetzt

Opfer der Sparmaßnahmen des frisch fusionierten Medienunternehmens Warner Bros. Discovery werden die HBO-Max-Originals in Skandinavien und Zentraleuropa. Auch die Türkei und die Niederlande sind teils betroffen.

04.07.2022 14:34 • von Michael Müller
Die Serie "Lust" feierte im Februar seine Weltpremiere auf der Berlinale (Bild: HBO Max/Johan Paulin)

Warner Bros Discovery stellt nach seiner Fusion die Europa-Strategie für HBO-Max-Originals um. Zukünftig sollen vorerst keine neuen Formate in Skandinavien und Zentraleuropa produziert werden. Zudem werden bereits fertiggestellte Formate auch in den Niederlanden und der Türkei von der Plattform heruntergenommen, um sie lizenzieren zu können. Hintergrund sind die angekündigten Sparmaßnahmen in einem Umfang von drei Milliarden Dollar innerhalb der nächsten zwei Jahren.

Ein Pressesprecher von Warner Bros. Discovery teilte mit: "Während wir weiter daran arbeiten, HBO Max und Discovery+ zu einem globalen Streamingdienst zusammenzufassen, überprüfen wir unser aktuelles Content-Angebot auf den existierenden Diensten. Als Teil dieses Prozesses haben wir uns dazu entschieden, eine begrenzte Anzahl von Original-Inhalten von HBO Max zu entfernen und unsere Original-Programm-Bemühungen für HBO Max in den nord- und zentraleuropäischen Staaten zu beenden. Wir haben uns auch dazu entschlossen, die Entwicklungsaktivitäten in den noch neueren Territorien Türkei und Niederlande zu beenden." Der Sprecher betonte gleichzeitig, dass das Engagement in diesen Märkten von Warner Bros. Discovery in die linearen Angebote bestehen bleibe und auch weiter über Drittanbieter Inhalte für die Streamingdienste gekauft würden.

Diese Entscheidung bedeutet einen einschneidenden Strategiewechsel in den benannten europäischen Regionen, die im März noch auf dem Festival Series Mania in Lille einen wichtigen Bestandteil der neuen Formate von HBO Max ausmachten. Zwar werden wohl in Produktion geschickte Projekte teils noch fertig produziert werden, dann aber nicht mehr auf HBO Max veröffentlicht, sondern weiter lizenziert. Für die lokalen Industrien ist diese Entscheidung sicherlich eine Enttäuschung.

Fertiggestellte Formate wie die schwedische Original-Serie "Lust", die zum Beispiel im Februar ihre Weltpremiere bei der Berlinale feierte, werden demnach von der HBO-Max-Plattform heruntergenommen. Nicht betroffen vom Strategiewechsel sind in Europa offenbar die Regionen Spanien und Frankreich.

In Deutschland gibt es weiterhin noch kein HBO Max. Discovery+ startete hier am 28. Juni. Neue HBO-Max-Inhalte kommen über einen mehrjährigen Lizenzvertrag zu RTL+, HBO-Serien zu Sky. Zudem hält Warner Bros. Discovery weiterhin noch das Joint Venture mit ProSiebenSat1, nämlich die Streaming-Plattform Joyn.