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7 Fragen an... Regisseurin und Autorin Josefine Scheffler

DFFB-Studentin Josefine Scheffler wurde für ihr Serienkonzept "Sidonia" ebenso wie Arvid Klapper und Valentin Burkhardt für "Kaltes klares Wasser" mit dem erstmals vergebenen "Killerstories Series Award" der Degeto ausgezeichnet und arbeitet nun mit Schiwago Film an der Umsetzung.

04.07.2022 13:53 • von Frank Heine
Josefine Scheffler (Bild: privat)

DFFB-Studentin Josefine Scheffler wurde für ihr Serienkonzept "Sidonia" ebenso wie Arvid Klapper und Valentin Burkhardt für "Kaltes klares Wasser" mit dem erstmals vergebenen "Killerstories Series Award" der Degeto ausgezeichnet und arbeitet nun mit Schiwago Film an der Umsetzung.

1. Wie sind Sie zum TV/Film gekommen?

Meine Brüder haben mit ihren Horrorfilmabenden früh meine Liebe zum Film geweckt und so beschloss ich mit 16 selbst Teil dieser Welt sein zu wollen. Nach ersten Kurzfilmen in der Schule und meiner Aufnahme an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, war es dann der dort entstandene Kurzfilm "Nightfall" für den RBB, mit dem sich die ersten Türen für mich geöffnet haben.

2. An welche Erfahrung mit der Branche erinnern Sie sich besonders gern?

Am prägnantesten sind mir wahrscheinlich die magischen Momente bei Nachtdrehs am Set im Kopf geblieben. Wenn alle sich die Nächte um die Ohren schlagen und an einem Strang ziehen, um die Geschichte, die man sich auf dem Papier ausgedacht hat, zum Leben zu erwecken, ist das ein unbeschreibliches Gefühl. Auch wenn in solchen Nächten natürlich immer ein bisschen Wahnsinn mitschwingt.

3. Was hat Sie zuletzt besonders geärgert?

Ich bin ein emotionaler Mensch und ärgere mich den ganzen Tag über Kleinigkeiten, die letztlich genauso schnell wieder vergessen sind. Diese Tatsache an sich ärgert mich wahrscheinlich am meisten.

4. Der wichtigste Film in Ihrem Leben?

Mein letzter Film "Nightfall" hat vom Buch bis zur Premiere über drei Jahre gedauert hat, was natürlich komplett verrückt für einen Kurzfilm ist. Aber er hat mich auch Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen gelehrt und war ein wichtiger Schritt, den ich mit tollen Kollaborateuren und vielen wichtigen Lektionen gehen durfte.

5. Was ist Ihr prägendes TV-Erlebnis?

Als Kind war ich nicht viel im Kino, also habe ich mich am meisten auf die Feiertage gefreut, wo den ganzen Tag Filme im Fernsehen liefen. Da habe ich mir dann die Fernsehzeitschrift genommen, alles markiert, was ich sehen wollte und dann einen Zeitplan gemacht, damit ich möglichst nichts verpasse. Da gab es unzählige alte Filme, die ich jedes Jahr gesehen habe.

6. Ihre momentane Filmempfehlung?

Mittlerweile schaue ich mehr Serien als Filme, bei denen ich meist viel mehr über Charaktere und deren Welt erfahre, wie z.B. Succession", True Detective" oder Sharp Objects". Bei Filmen reizen mich meist spannende visuelle oder auf andere Weise innovative Ansätze, die etwas über unsere Existenz erzählen oder die Psyche einer Figur ergründen, wie beispielsweise zuletzt Possessor" von Brandon Cronenberg.

7. Was würden Sie im Kino-/Film-/TV-Markt gern ändern?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Prämisse "das muss halt fürs Fernsehen funktionieren" und "wir wollen ja unsere älteren Zuschauer:innen nicht vergraulen", zu Kompromisslösungen führt, die mitunter weniger spannend sind. Ich denke man sollte den Zuschauern und Zuschauerinnen, egal ob jung oder älter, mehr zutrauen und sie auch gern etwas mehr herausfordern. Dafür brauch es noch mehr Möglichkeiten außergewöhnliche und unkonventionelle Geschichten zu erzählen, mit Genres und Erzählstrukturen zu experimentieren und damit verbunden das Ermöglichen von den nötigen kreativen Freiräumen für Autor:innen und Regisseur:innen.