Kino

AG Kino-Gilde warnt vor Wiederholung von Fehlern in der Pandemiebekämpfung

Anlässlich des gemischten Fazits, das der im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erstellte Evaluierungsbericht zur Wirksamkeit der Pandmiemaßnahmen zieht, warnt die AG Kino-Gilde davor, Kulturorte erneut mit überzogenen Einschränkungen zu belegen. Gleichzeitig wird eine Verlängerung des Sonderfonds Kulturveranstaltungen über den 31. Dezember hinaus gefordert.

04.07.2022 11:19 • von Marc Mensch
Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino-Gilde (Bild: Andi Weiland)

Als Bewertungsgrundlage für eine Neuausrichtung des Infektionsschutzgesetzes und damit für potenzielle Maßnahmen in der kommenden Herbst-/Wintersaison dient nicht zuletzt der im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erstellte Evaluierungsbericht über die

Wirksamkeit der Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV2-Pandemie. Und wie auch die AG Kino-Gilde feststellt, zieht dieser Bericht ein "gemischtes Fazit" zur bisherigen Corona-Politik der Bundesregierung, die gerade Kulturorte sehr stark ins Visier nahm - und auch den Boden dafür bereitete, sie gegenüber anderen Bereichen (beispielsweise der Gastronomie) über längere Strecken mit deutlich strikteren Auflagen zu belegen.

"Der Kultur wurde eine ausgesprochen hohe Symbolkraft bei der Bekämpfung der Pandemie beigemessen. Doch trotz konsequent umgesetzter Hygienemaßnahmen wurde immer wieder pauschal vor dem Besuch von Kulturorten gewarnt oder diese mit unverhältnismäßig hohen Auflagen belegt. Unter dieser Stigmatisierung leiden die Kulturorte noch heute", stellt der Vorstandsvorsitzende der AG Kino-Gilde, Christian Bräuer, fest. Zugleich hätten die "ständig wechselnden und oftmals für Menschen nicht nachvollziehbaren Maßnahmen das Vertrauen in die Corona-Politik insgesamt beschädigt". Sein Fazit: "Die Fehler der Vergangenheit dürfen nicht wiederholt werden."

Gefordert seien verlässliche, verständliche und verhältnismäßige Auflagen für die Kulturorte und eine stringente politische Kommunikation. "Im dritten Jahr der Pandemie darf es keine pauschalen Lösungen oder überzogene Einschränkungen mehr geben", so Bräuer.

Nach mehr als zwei Jahren der Pandemie lägen demnach hinreichend Erkenntnisse und Erfahrungen vor, um den Gesundheitsschutz und die räumlichen und ablauforganisatorischen Gegebenheiten weit besser als in den meisten kollektiven Räumen in Einklang zu bringen. So eigneten sich gerade Kinos mit fest verankerten Sitzplätzen und mit raumlufttechnischen Anlagen sehr gut für die konsequente Umsetzung von Hygiene- und Sicherheitsauflagen.

"Es ist wichtig, dies in der weiteren Pandemiepolitik auch anzuerkennen. Was die Kulturorte zur Eindämmung der Pandemie und der Vermittlung von Maßnahmen geleistet haben, war und ist immens", so Bräuer. "Kultur ist kein Luxusgut, sondern ein Grundpfeiler unserer Gemeinschaft. Wie andere gesellschaftliche Bereiche verdient sie faire Regeln. Ansonsten besteht die Gefahr, dass viele Kulturorte einen dritten Corona-Winter nicht überleben."

Zwingend bedürfe es im Fall erneuter Einschränkungen auch entsprechender Ausgleichsmaßnahmen. Zur Vorsorge solle daher der Sonderfonds Kulturveranstaltungen über den 31. Dezember 2022 hinaus verlängert werden.