Kino

Kinocharts Deutschland: Die gelbe Macht

Auch wenn die Startzahlen des ersten Films von 2015 nicht im Entferntesten erreicht werden konnten, ist "Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss" eine überzeugende Nummer eins in den deutschen Kinos an einem weitgehend strahlenden Sommerwochenende.

04.07.2022 07:17 • von Thomas Schultze
"Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss" dürfte seinen Groove noch finden (Bild: Universal)

DER SPITZENREITER

Auch wenn die Startzahlen des ersten Films von 2015 nicht im Entferntesten erreicht werden konnten, ist Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss" eine überzeugende Nummer eins in den deutschen KInos an einem weitgehend strahlenden Sommerwochenende. In 695 Kinos gestartet, kam der Animationsfilm auf 450.000 gelöste Tickets und 4,2 Mio. Euro Umsatz. Das ist nicht einmal die Hälfte des Startergebnisses von Minions", der 2015 mit 935.000 Besuchen gestartet war und danach gesamt sensationell auf knapp sieben Mio. Zuschauer gekommen war. Gerade angesichts der Tatsache, dass "Auf der Suche nach dem Mini-Boss" in den USA tatsächlich besser gestartet war als der erste Spinoff-Titel aus dem Ich - Einfach unverbesserlich"-Universum, muss das zu denken geben. Das Argument, dass die Fortsetzung mit sieben Jahren Abstand sehr spät folgt, kann also zumindest nicht vollumfänglich gelten. Vielleicht lag es auch an dem wenig Lust machenden deutschen Titel? Naja, der Originaluntertitel "The Rise of Gru" ist auch nicht viel besser und hat in den USA nicht geschadet. Aber auch der Umstand, dass die Fortsetzung eine FSK 6 hatte, anders als der für alle Kinder zugängliche "Minions", reicht nicht aus, um diese massive Delle zu erklären, gerade angesichts des Umstands, dass in Deutschland erst in ein paar Bundesländern Ferien sind und die schwachen Zahlen vom Starttag am Donnerstag - 60.000 Besucher im Vergleich zu "Minions" mit 160.000 Besuchern - kaum auf ausbleibendes Kinderpublikum zurückzuführen sind. Und schönes Wetter herrschte auch beim Start von "Minions". Bleibt als Erklärung noch die anhaltende Kinomüdigkeit in Deutschland, verstärkt durch die wieder steigenden Corona-Zahlen, die auch schon Top Gun Maverick" und Jurassic World: Ein neues Zeitalter" nicht zu den Abräumern werden ließ, wie man es vielleicht hatte erwarten können. Aber Trübsal blasen hilft nichts. Es gibt auch Positives in den Zahlen zu entdecken: So hatte "Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss" mit 7,5 einen deutlich besseren Multiplikator im Vergleich von Starttag zu Wochenende als "Minions", der eine knappe 6 vorzuweisen gehabt hatte. Das zumindest legt nahe, dass der Film ankommt und ein langes Leben haben wird - und die Kinobetreiber auf längere Sicht wohl durchaus noch glücklich machen wird. Wenngleich nicht mit den Überfliegerzahlen des Originals.

DIE WEITEREN TITEL DER TOP 5

Nachdem "Jurassic World: Ein neues Zeitalter" am Donnerstag noch auf Platz drei rangiert hatte, legte der Dino-Hit im Verlauf des Wochenendes wieder zu und schaffte mit 135.000 Besuchern und 1,5 Mio. Euro Umsatz den Sprung auf Platz zwei. Gesamt hat der Abschluss der Jurassic World"-Trilogie nunmehr den Sprung über die 1,5-Mio.-Besucher-Hürde geschafft. Dahinter hält sich in echter Langläufermanier überzeugend "Top Gun Maverick" mit 130.000 Zuschauern und 1,4 Mio. Euro Kasse. Gesamt hat der nunmehr zweiterfolgreichste Filmstart des Jahres mit 2,3 Mio. verkauften Eintrittskarten Doctor Strange in the Multiverse of Madness" überholt. "Elvis" hält sich an Wochenende zwei gut mit 65.000 Kinogängern und 680.000 Euro Einspiel, gefolgt von "The Black Phone" mit knapp 45.000 Zuschauern und 400.000 Euro Boxoffice, ebenfalls an Wochenende zwei.

DIE WEITEREN NEUSTARTS DER TOP 20

Die spanische Komödie Der Beste Film aller Zeiten" scheiterte trotz prominenter Beteiligung von Penélope Cruz und Antonio Banderas knapp an der Top ten mit 5600 Besuchern und 50.000 Euro Einspiel. Wie im echten Leben" startet auf Platz 15 mit 4650 Kinogängern und 40.000 Euro Umsatz.

DIE DEUTSCHEN PRODUKTIONEN DER TOP 20

Platz sechs ging an Die Geschichte der Menschheit - leicht gekürzt", der am dritten Wochenende knapp 35.000 Besucher und 300.000 Euro Boxoffice verzeichnen konnte. Auch Mia and Me - Das Geheimnis von Centopia" schaffte es am sechsten Wochenende unverändert in die Top ten und belegte mit 9000 gelösten Tickets und 65.000 Euro Einspiel den neunten Platz. Immenhof - Das große Versprechen" schafft mit 5600 Besuchen und 40.000 Euro Kasse den 14. Platz an Wochenende sechs.

Gesamt rücken die Filme der Top 20 wieder nahe an siebenstellige Besucherzahlen: Mit 950.000 verkauften Tickets wurden 9,2 Mio. Euro eingespielt.