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Malu Dreyer bleibt Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist am Freitag zur Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates wiedergewählt worden. Sie äußerte sich auch zum neuen Medienstaatsvertrag.

01.07.2022 15:32 • von Michael Müller
Malu Dreyer sitzt wieder dem wichtigen ZDF-Gremium vor (Bild: Staatskanzlei RLP/Elisa Biscotti)

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist am Freitag vom ZDF-Verwaltungsrat der 13. Amtsperiode erneut zur Vorsitzenden des Aufsichtsgremiums gewählt worden. "Ich freue mich sehr über die Wiederwahl und danke den Mitgliedern des Verwaltungsrates für das mir entgegengebrachte Vertrauen", sagte Dreyer nach ihrer Wahl.

Weiter führte sie aus: "Das ZDF muss sich als einer der größten Fernsehsender Europas zukunftssicher aufstellen. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Qualitätsjournalismus sind wichtige Säulen der Demokratie. Diese Bedeutung ist in diesen von Fake News und Propaganda geprägten Krisenzeiten noch einmal gestiegen. Das ZDF ist jeden Tag aufs Neue gefordert, mit gut recherchierten Nachrichten und Hintergrundberichten für unabhängigen und glaubwürdigen Journalismus einzustehen."

Die Herausforderungen und Erwartungen gegenüber der ZDF-Sendergruppe seien auch an anderen Stellen groß: Das ZDF müsse ein attraktives und anspruchsvolles Programm für alle machen, schließlich zahlten auch alle ihren Beitrag. Dieses solidarische Prinzip sichere dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk seine Unabhängigkeit und stelle zugleich die besondere Verantwortung klar, sparsam und effizient zu wirtschaften.

Die Vorsitzende ist sich sicher: "Der neue Medienstaatsvertrag wird die Weichen für die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stellen. Mit mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Programme und insbesondere ihren Ausspielwegen kommt jedoch nicht nur den Sendern, sondern auch ihren Aufsichtsgremien mehr Verantwortung zu". Gemeinsam seien geeignete Maßstäbe festzulegen, die eine Bewertung der Einhaltung der Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sowie eine vergleichende Kontrolle der Ressourceneffizienz ermöglichen. Dies seien wichtige Aufgaben für die ehrenamtlichen Aufsichtsgremien, denen sich diese selbstbewusst stellten.

Zum ersten Stellvertretenden Vorsitzenden wählte der Verwaltungsrat den ehemaligen Bundesvorsitzenden des Deutschen Beamtenbundes, Peter Heesen, der seit 2017 dem Gremium angehört. Zweite Stellvertretende Vorsitzende wurde die Kommunikationswissenschaftlerin Barbara Thomaß, die seit 2012 Mitglied des Aufsichtsgremiums ist. Beide waren bereits in der letzten Amtsperiode in dieser Funktion. Wie bisher wird die Arbeit des Verwaltungsrates über drei Ausschüsse organisiert: Vorsitzender des Finanzausschusses ist der frühere DGB-Vorsitzende Michael Sommer, der Investitionsausschuss wird künftig von dem ehemaligen Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände Reinhard Göhner geleitet, die frühere Rektorin der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, Gabriele Beibst, übernimmt den Vorsitz im Personalausschuss.