Kino

Das Kinofest kommt im September!

Es war eine schwere Geburt, die durch die Pandemie nicht gerade erleichtert wurde. Doch nun steht das Datum für das erste Kinofest, das Besucher an zwei Tagen zum Einheitspreis von fünf Euro bundesweit vor die Leinwände holen soll.

01.07.2022 09:01 • von Marc Mensch
Fünf Euro auf jedem Platz zu jeder Zeit: Das gilt zum bundesweiten Kinofest (Bild: HDF Kino)

Das Kinofest kommt! So konnten wir es im April vermelden, als beim Filmtheaterkongress in Baden-Baden die ersten Pläne für diese bundesweite Aktion, die vor allem an das enorm erfolgreiche französische Vorbild Fete du Cinéma angelehnt sein soll, vorgestellt wurden. Falls Ihnen aufgefallen sein sollte, dass der Kongress dieses Jahr im Mai stattfand: Richtig, die Rede war ja auch vom April 2019.

Knapp dreieinhalb Jahre später ist es nun aber tatsächlich so weit. Schon beim Kongress in Baden-Baden (diesmal dem diesjährigen) hatte die HDF-Vorstandsvorsitzende Christine Berg angekündigt, dass man ein Kinofest auf jeden Fall durchziehen werde - und nun konnten die drei Kinoverbände gemeinsam mit dem VdF und der AG Verleih auch die ersten Eckdaten benennen, vor allem natürlich das Datum. Also jenen Punkt, über den dem Vernehmen nach mit am heftigsten debattiert wurde.

Am 10. und 11. September (also einem Samstag und Sonntag) werden die deutschen Filmtheater also nun erstmals im Rahmen eines bundesweiten Kinofestes gemeinsam mit dem Publikum ihren Ort der Begegnung feiern. Zentrales Element ist dabei ein Einheitspreis von fünf Euro, der auf allen Plätzen und zu allen Zeiten während des gesamten zweitägigen Aktionszeitraums in den teilnehmenden Häusern gelten soll.

Um das Datum programmatisch etwas einzuordnen: Am fraglichen Wochenende starten nach derzeitigem Stand unter anderem Salem's Lot" und Das Leben ein Tanz", während Freibad" und Three Thousand Years of Longing" in ihre zweite Woche gehen. Das dritte Wochenende wäre es für After Forever", Die Känguru-Verschwörung" und Beast - Jäger ohne Gnade".

Über den Einheitspreis hinaus wird es seitens der Kinos flankierende Rahmenprogramme, gastronomische Angebote und weitere Sonderaktionen geben, um die Filmtheater, das Erlebnis Kino und das Publikum zu feiern.

"Schon lange hegen alle Branchenbeteiligten den Wunsch, auch in Deutschland ein Kinofest, wie es bereits in anderen Ländern existiert, ins Leben zu rufen. Endlich gehen auch wir jetzt diesen Schritt und unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Kinos ein breites Publikum zu erreichen, Kino zu feiern und wieder dauerhaft ins Gespräch zu bringen", erläutert die HDF-Vorstandsvorsitzende Christine Berg anlässlich der Bekanntgabe des Termins.

Selbstverständlich soll das Kinofest als alljährlich wiederkehrendes Event etabliert werden - und tatsächlich ist angestrebt, den Termin für 2023 bereits in Kürze bekanntgeben zu können. Schon der Auftakt werde von Anfang an auswertend begleitet, die Evaluierung soll wichtige Parameter für eine Optimierung des Konzepts im Folgejahr liefern.

Laut einer Mitteilung des HDF sehen auch die Verleiher das langfristige Potenzial des neuen Veranstaltungsformates (wobei auch hierzulande ein vergleichbares Konzept bereits vor etlichen Jahren realisiert worden war). "Mit dem diesjährigen Kinofest im September startet die gesamte Branche ein Projekt, das wir gemeinsam mit den Kinos etablieren und zu einem festen Termin im jährlichen Veranstaltungskalender entwickeln wollen", erläutert VdF-Geschäftsführer Peter Schauerte. Dem schließe sich auch der Vorstandsvorsitzende der AG Verleih, Björn Hoffmann, an. Zudem ergänzte dieser: "Auch wir sehen das große Potenzial dieses Formats und hoffen, dass es ebenso Aufmerksamkeit für die tollen deutschen und europäischen Arthouse-Filme generiert." Mitgetragen wird das Kinofest auch von der AG Kino-Gilde und dem Bundesverband kommunale Filmarbeit.

Das erste bundesweite Kinofest soll sich in die Kampagne unter dem Motto "Kino. Fühlst Du." einfügen, deren Start nun für Ende August geplant ist. Der HDF spricht in diesem Zusammenhang von "zwei starken Image-Projekten" in diesem Jahr, auf die die Kinobranche setze, um sich "wirkungsvoll auf den Radar der Besucher:innen zurückzubringen".

Zur weiteren Bewerbung des Kinofests sollen neben den Filmtheatern auch die Verleiher und ausgewählte Partner beitragen, geplant ist unter anderem entsprechende Plakatierung. Gefördert wird das Kinofest durch die FFA.