Produktion

Berlin stärkt Filmförderung und erleichtert Dreharbeiten

Gute Nachrichten für den Filmstandort: Im gerade verabschiedeten Berliner Haushalt ist eine deutliche Erhöhung der Fördermittel für die Jahre 2022 und 2023 vorgesehen. Damit nicht genug: Das Pilotprojekt "Digitale Film-Produktion" kann in diesem und im kommenden Jahr auf einen nahezu verdoppelten Topf zugreifen. Daneben lässt man den Senatsbeschluss "Filmfreundliches Berlin" neu aufleben.

30.06.2022 15:37 • von Marc Mensch
Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus, Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey und Moderatorin Petra Gute (rbb) (Bild: Sebastian Semmer/Medienboard)

München feiert das Filmfest - Berlin einen weiteren Ausbau der Förderung. Wie das Medienboard Berlin-Brandenburg heute bekannt gab, ist im gerade verabschiedeten Haushalt für die Hauptstadt eine deutliche Erhöhung der Filmfördermittel für die Jahre 2022 und 2023 vorgesehen. Schon im laufenden Jahr erhöht das Land seinen Beitrag gegenüber dem letztjährigen um 3,5 Mio. Euro auf 17,2 Mio. Euro - und noch einmal 700.000 Euro mehr kommen 2023 drauf, dann steigt der Beitrag auf 17,9 Mio. Euro. Ein Schritt, der ausdrücklich "aufgrund der hohen kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung für den Standort" erfolge.

Damit nicht genug der guten Nachrichten: Das für die Jahre 2020/2021 gestartete Pilotprogramm "Digitale Film-Produktion", in dessen Rahmen VFX-Arbeiten an Kinohits wie Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse" oder Die Schule der magischen Tiere" zu Berliner Unternehmen geholt werden konnten, wird 2022 und 2023 nicht nur fortgesetzt, sondern der Topf - der sich nicht aus den oben genannten Erhöhungen speist - wird für den neuen Zwei-Jahres-Zeitraum von fünf auf neun Mio. Euro nahezu verdoppelt, um die "große Nachfrage" bedienen zu können.

Zudem lässt das Land Berlin mit Unterstützung durch das Medienboard den Senatsbeschluss "Filmfreundliche Stadt Berlin" neu aufleben. Eine zentrale Anlaufstelle soll die Erteilung von Drehgenehmigungen in Straßen, Parks und Seen deutlich erleichtern und den Standort damit noch attraktiver für Dreharbeiten machen.

Bei einem Termin im Delphi Lux, bei dem die guten Nachrichten verkündet wurden, erklärte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey: "Berlin ist schon jetzt eine attraktive Filmmetropole und auch international eine der begehrtesten Locations für Dreharbeiten. Allein in den vergangenen zehn Jahren haben sich die Drehtätigkeiten in unserer Stadt vervierfacht. Jeder Film und jede Serie, die hier entstehen, sind eine tolle Werbung für unsere Stadt. Wir wollen Berlin künftig noch filmfreundlicher machen. Dafür steht die Wiederauflage des Senatsbeschlusses und unsere Absicht, Genehmigungsverfahren zu verschlanken. Wir freuen uns zudem, dass wir das Medienboard mit mehr Mitteln für die Filmförderung ausstatten können. Denn die Filmförderung schafft einen wichtigen künstlerischen Mehrwert für Berlin und jedes Jahr wirtschaftliche Rekordeffekte für die gesamte Region."

Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus ergänzte: "Berlin ist als Filmstandort eine Weltmarke geworden. Das zeigt besonders deutlich der Run auf die Drehorte für Filme und Serien. Die Filmproduktion in der Region ist nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Kulturmetropole. Die erhebliche Erhöhung der Fördermittel ist eine gute Nachricht für alle Filmschaffenden und VFX-Firmen in der Region und sichert die Spitzenposition des Standortes auch international. Die geplante Erleichterung von Drehgenehmigungen ist ein wichtiger Standortfaktor, um Filme in Berlin zu realisieren."

Ein Kernargument für die Erhöhung von Fördermitteln eines Landes ist der Regionaleffekt: 2021 führte die Filmförderung von 33,6 Mio. Euro zu Ausgaben von geförderten Filmen in der Region von über 184 Mio. Euro, also rund dem 5,5-Fachen der Fördersumme. Weitere Investitionen kamen unter anderem von Streamingproduktionen, die ohne Medienboard-Förderung in der Region realisiert wurden. Unter dem Strich konnte im zweiten Pandemiejahr mit rund 6000 Drehtagen für Filme und Serien ein neuer Rekord in der Hauptstadtregion verzeichnet werden.

Bereits bekannt war, dass der Kinoprogrammpreis Berlin-Brandenburg im kommenden Jahr zum vierten Mal in Folge mit 1,5 Mio. Euro ausgestattet sein wird