Kino

Liebe Lola

Im Palais am Funkturm in Berlin ist soeben der Deutsche Filmpreis verliehen worden. Nach den meisten Nominierungen erhielt "Lieber Thomas" auch die meisten Lolas.

24.06.2022 21:42 • von Jochen Müller
Gewinnerinnen und Gewinner beim Deutschen Filmpreis mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth (6.v.l.) (Bild: Medienboard)

Mit neun Lolas war der zwölffach nominierte Lieber Thomas" der große Gewinner bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises heute Abend im Palais am Funkturm in Berlin. Andreas Kleinerts von Michael Souvignier und Till Derenbach produziertes Drama um das Leben und Schaffen von Thomas Brasch wurde mit dem Filmpreis in Gold ausgezeichnet, Kleinert mit der Regie-Lola und Thomas Wendrich mit der Drehbuch-Lola. "Ich bin sehr glücklich und will heute nicht heulen", sagte Kleinert bei der Überreichung des Deutschen Filmpreises.

Der Deutsche Filmpreis in Silber ging an "Rabiye Kurnaz gegen George W Bush" (Produzenten: Claudia Steffen, Christoph Friedel), den Deutschen Filmpreis in Bronze erhielt Große Freiheit" (Produzenten: Benny Drechsel, Sabine Moser, Oliver Neumann)

Für die beste weibliche Hauptrolle wurde Meltem Kaptan ("Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush") mit einer Lola prämiert, die für später "eine richtige Weiberparty" ankündigte, für die beste männliche Hauptrolle erhielt Albrecht Schuch ("Lieber Thomas") die Lola. "Dieses Ding war eine tägliche Freude", erklärt Schuch bei der Verleihung auf der Bühne.

Der Deutsche Filmpreis für die beste weibliche Nebenrolle ging an Jella Haase ("Lieber Thomas"), die Lola für die beste männliche Nebenrolle erhielt Alexander Scheer ("Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush"), der erklärte, er sei "völlig von den Socken".

Die Lola für den besten Kinderfilm ging an Der Pfad", als bester Dokumentarfilm wurde "The Other Side of the River" ausgezeichnet.

Für "Lieber Thomas" ausgezeichnet wurden Kameramann Johann Feindt, Editorin Gisela Zick, der der Film nach eigenem Bekunden "sehr viel Spaß gemacht hat", Myrna Drews für das beste Szenenbild und Kostümbildnerin Anne-Gret Oehme. Die Lola für das beste Maskenbild ging an Heiko Schmidt, Kerstin Gaecklein, Roman Braunhofer ("Große Freiheit").

Die Lola für die beste Tongestaltung erhielten Jonathan Schorr, Dominik Leube, Gregor Bonse und John Gürtler (Niemand ist bei den Kälbern"), für die beste Filmmusik wurde Annette Focks (Wunderschön") prämiert.

Mit dem Bernd Eichinger Preis, der seit 2012 in unregelmäßigen Abständen an Persönlichkeiten oder Filmteams vergeben wird, die Filmemacher so verstehen und praktizieren, wie es Bernd Eichinger getan hat - nämlich als "gemeinsame kreative Leistung der Gewerke, die sich gegenseitig respektieren und inspirieren, als persönliche und künstlerische Passion und Herausforderung sowie als Beitrag zur Belebung des Kinos" - wurde Komplizen Film ausgezeichnet. Die Lola für den besucherstärksten Film des Jahres 2021 bekam Die Schule der magischen Tiere", für dessen Visuelle Effekte Dennis Rettkowski, Markus Frank und Tomer Eshed ausgezeichnet wurden. Die Ehren-Lola erhielt Kameramann Filmakademie-Gründungsmitglied Jürgen Jürges.

Alle Gewinner:innen im Überblick