Kino

7 Fragen an... Regisseurin und Drehbuchautorin Joya Thome

Joya Thome arbeitet als Regisseurin und Drehbuchautorin. Ihren Dokumentarfilm "One in a Million" zeigt sie beim Kinderfilmfest in Rahmen des 39. Filmfest München.

24.06.2022 09:21 • von Barbara Schuster
Joya Thome kommt aufs Münchner Filmfest (Bild: Philipp Wunderlich)

Joya Thome arbeitet als Regisseurin und Drehbuchautorin. Ihren Dokumentarfilm "One in a Million" zeigt sie beim Kinderfilmfest in Rahmen des 39. Filmfest München.

1. Wie sind Sie zum TV/Film gekommen?

Durch meinen Vater Rudolf Thome, der, seit ich auf der Welt bin, fast jedes Jahr einen Kinofilm gedreht hat. Letzte Woche habe ich mein erstes Tagebuch wieder gefunden. Der allererste Satz darin lautete: "Liebes Tagebuch, mir ist gerade eine Geschichte eingefallen, die ich als Drehbuch schreiben möchte." Das hat mir nochmal verdeutlicht, dass mir Film als Ausdrucksmittel einfach schon seit meiner Kindheit sehr vertraut ist.

2. An welche Erfahrung mit der Branche erinnern Sie sich besonders gern?

Ich bin nachhaltig beeindruckt davon, wie viele Türen mir mein erster Spielfilm "Königin von Niendorf" geöffnet hat und bin sehr dankbar, dass mir so viele Menschen auf Grund dieser Arbeit ihr Vertrauen entgegenbrachten und mit mir ­arbeiten wollten.

3. Was hat Sie zuletzt besonders geärgert?

Dass die Kinostart-Premiere von "Lauras Stern" wegen der hohen Coronazahlen nicht stattfinden konnte. Da ist mir nochmal aufgefallen, wie wichtig solche Rituale für mich sind. Nicht nur, um ein Projekt wirklich abzuschließen, sondern auch um die ganze Arbeit aller beteiligten Menschen gebührend zu würdigen. Dass uns da die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, war ziemlich enttäuschend. Aber zum Glück habe ich jetzt gerade ein neues Projekt fertiggestellt - den Dokumentarfilm "One in a Million" - und jetzt freue ich mich umso mehr auf die Weltpremiere, die wir erfreulicherweise mit dem ganzen Team und den Protagonistinnen ­zusammen ­feiern dürfen. Erst beim Sheffield DocFest und kurz danach ­zeigen wir den Film noch im Rahmen des Kinderfilmfest München. Ich kann es kaum erwarten!

4. Der wichtigste Film in Ihrem Leben?

Das ist schwer, da gab es viele. Wenn ich mich entscheiden muss, denn würde ich wahrscheinlich "Whale Rider" von Niki Caro nehmen. Ich habe den Film zum ersten Mal als 13-Jährige auf einem Festival in Italien gesehen - zusammen mit hunderten Kindern aus aller Welt in einem riesigen Kino! Ich weiß noch genau, dass ich von den Bildern, dem Sound­design und der Musik total fasziniert war. Aber vor allem von dem Spiel der Hauptdarstellerin. Die Inszenierung war insgesamt sehr authentisch und gleichzeitig emotional. Diese Art der Schauspielführung und der Bild- und Tongestaltung ist seitdem ein großes Vorbild für mich.

5. Was ist Ihr prägendes TV-Erlebnis?

Ich durfte bis ich zehn Jahre alt war kein Fernsehen schauen. Wahrscheinlich war daher die Abwesenheit von Fernsehen in meiner Kindheit mein prägendstes TV-Erlebnis.

6. Ihre momentane Filmempfehlung?

"Spencer"! Der Film hat mich sehr berührt und ich fand ihn großartig inszeniert und gestaltet.

7. Was würden Sie im Kino-/Film-/TV-Markt gern ändern?

Ich würde mir wünschen, dass sich die Grenze zwischen Kinderfilmen und allen anderen Filmen etwas auflockert.