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Degeto verteilt Preise und kündigt Serie "Tod den Lebenden" an

Die ARD-Tochter nutzte den Premierentag des Filmfest München für eine kleine, feine Programmvorschau, bei der das Serienprojekt "Tod den Lebenden" vorgestellt wurde, die Gewinner des Impuls Preises und des Killerstories Awards gekürt wurden und im Anschluss der erste "Degeto Campus" startete.

23.06.2022 15:47 • von Frank Heine
Christoph Pellender und Thomas Schreiber (Bild: ARD/Degeto/Petra Stadler)

Die Degeto hat sich den Eröffnungstag des Filmfest München ausgesucht, um erstmals den "Degeto Campus" durchzuführen. Das erste Kapitel der Veranstaltungsreihe widmete sich dem Gender Gap im Drehbuchbereich. Autorinnen wurden eingeladen, um sich mit Redakteur:innen der verschiedenen ARD-Sendeanstalten über Geschichten für die diversen Krimisendeplätze auszutauschen. "Wir haben festgestellt, dass wir zu viele Männer ...", setzte Degeto-Redaktionsleiter Christoph Pellander an, ums sich gleich zu korrigieren: "... dass wir zu wenige Frauen haben, die für uns Krimis schreiben." Der Rücklauf war beträchtlich: 72 Autorinnen meldeten sich für die Veranstaltung an.

Zuvor gaben Degeto-Chef Thomas Schreiber und Pellander einen kurzen Überblick über bevorstehende Projekte. Ein bemerkenswerter Zusammenschnitt lieferte erste Eindrücke von "Oderbruch", einer im Oktober angekündigten Zusammenarbeit mit CBS Studios, bei der sich Adolfo Kolmerer und Christian Alvart noch mitten in Dreh befinden. Alvarts Firma Syrreal Entertainment ist für die Produktion verantwortlich.

Regisseurin Süheyla Schwenk und Produzent David Hadda von Turbokultur waren vor Ort, um Einblick in das Serienprojekt "Lamia" (AT) zu geben, in dessen Zentrum eine junge Frau aus Berlin steht, die Gefahr läuft, sich im Strudel zwischen ihrem Studium und den Traditionen ihrer algerischen Familie zu verlieren.

Als neues Serienprojekt, das sich noch in der Vorbereitung befindet, stellte Christoph Pellander gemeinsam mit Schauspielrin Odine Johne "Tod den Lebenden" (AT) vor. Die sechsteilige Impro-Serie geht auf eine Idee von Regisseur Tom Lass zurück. Odine Johne spielt zusammen mit Julius Feldmeier Lea van Acken und Kristin Suckow eine polyamore Gruppe, die sich nach einem gemeinsamen Kind sehnt. Eine schwere Erkrankung, die sich durch den Klimawandel noch verschärft, droht dem Unterfangen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die Freunde wollen die gesellschaftliche Realität verändern und stoßen an ihre Grenzen. Produziert wird das für die Mediathek vorgesehen Projekt von der Anderthalb Medienproduktion.

Darüber hinaus nutzte die ARD-Tochter die Bühne zur erstmaligen Kür der Gewinner:innen des Killerstories Series Award. Der gemeinsam mit der ARD-Mediathek aus der Taufe gehobene Preis zielt ausschließlich auf Horror- und Mystery-Projekte. "Wenn wir die ARD-Streamingplattform für jüngere Zielgruppen attraktiv machen wollen, brauchen wir Content, den diese auch schauen möchte. Innovation, Radikalität und Diversität sollen organisch auch von den User:innen der Streamingplattform entstehen," sagte Thomas Schreiber über den neuen Preis.

Aufgrund ihrer hohen Qualität wurden gleich zwei Projekte ausgewählt. Josefine Scheffler gewann den markanten Preis, der u.a. aus einem massiven Messer besteht, für "Sidonia", eine Geschichte, in der eine Witwe mit Hilfe einer Krake ihren Mann wieder zurück unter die Lebenden holen möchte. Bei der Umsetzung des Projektes wird sie mit der Produktionsfirma Schiwago Film zusammenarbeiten.

Arvid Klapper und Valentin Burkhardt von der Filmakademie Baden-Württemberg wurden für ihr Serienkonzept "Kaltes klares Wasser" ausgezeichnet. Darin geht es um einen aus dem Nichts auftauchenden See. Produktionspartner ist hier Studio Zentral aus Berlin. "Die Ideen sind brillant, klug und vor allen Dingen von einer erzählerischen Kraft, die unser Portfolio der ARD Degeto um das Genre Horror auf grandiose Art erweitern", sagte Christoph Pellander über die frisch gekürten Siegerkonzepte.

Der Impuls Preis, der bereits zum siebten Mal vergeben wurde und einen Treatment-Auftrag für den Degeto-Sendeplatz "Endlich Freitag im Ersten" mit sich bringt, ging an Madeleine Hartung und Julia Schubeius, ebenfalls von der Filmakademie Baden-Württemberg, für ihr Exposé "Jaqueline". Darin geht es um die Identitätssuche einer kleinwüchsigen jungen Frau. Das Exposé besteche "durch ein komplexes Handlungs- und Figurengeflecht, das geschickt 'Spiel-im-Spiel-Elemente' nutzt, um Ereignisse zu verdichten, Ambivalenzen und gegenläufige Interessen der Figuren sichtbar zu machen", heißt es in der Jury-Begründung. Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Themenschwerpunkt Diversität.