Kino

Betreiber-Umfrage zur KINO 2022, Teil 7: "Noch deutliche Unterversorgung"

Im Vorfeld des Filmtheaterkongresses haben wir Kinobetreiber:innen befragt, wie das Publikum auf den Wegfall der Corona-Maßnahmen reagiert hat, welche Probleme steigende Kosten verursachen und wie es um die Filmversorgung steht. Hier antwortet CineStar-Geschäftsführer Oliver Fock.

24.05.2022 07:41 • von Marc Mensch
Oliver Fock (Bild: CineStar)

Im Vorfeld des Filmtheaterkongresses haben wir Kinobetreiber:innen befragt, wie das Publikum auf den Wegfall der Corona-Maßnahmen reagiert hat, welche Probleme steigende Kosten verursachen und wie es um die Filmversorgung steht. Hier antwortet CineStar-Geschäftsführer Oliver Fock.

1. Der Großteil der Corona-Maßnahmen ist Anfang April entfallen: Was lässt sich bereits über die Reaktion des Publikums sagen?

Sowohl wir als auch die Gäste sind natürlich froh, dass die 3G-Regelung gefallen ist. Für uns reduziert sich endlich der operative Aufwand, denn allein schon die Kontakterfassung war vom Personaleinsatz her sehr aufwändig. Auch die Gäste freuen sich, dass allmählich wieder etwas mehr Normalität einkehrt. Dennoch stellen wir fest, dass gerade die älteren Zuschauer:innen noch durchaus vorsichtig sind. Hier hoffen wir, dass auch diese im Zuge der wärmeren Monate und weiter sinkenden Zahlen zurückkommen.

2. Wie sehr drohen nun steigende Kosten zum Hemmnis für eine Markterholung zu werden, und was bedeuten sie für das Preisgefüge in Ihren Kinos?

Wir eruieren gerade noch, wie wir mit den steigenden Kosten umgehen. Neben den Energiekosten und dem sich verteuernden Wareneinkauf wird auch die Anhebung des Mindestlohns um 22 Prozent sicherlich dafür sorgen, dass das aktuelle Preisgefüge eigentlich nicht mehr zu halten ist.

3. Sehen Sie trotz zunehmender Fokussierung auf Streaming die Filmversorgung durch US-Studios als ausreichend gesichert an? Was erwarten Sie vor diesem Hintergrund noch für das laufende Jahr?

Natürlich haben wir noch Bedarf an Filmen, besonders im Besuchersegment von ein bis zwei Millionen. Wir gehen aber davon aus, dass sich hier bis zum Herbst hoffentlich noch einiges bewegen wird. Als zwingend erforderlich betrachte ich auch eine Anhebung des Marktanteils von deutschen Filmen für den breiteren Publikumsgeschmack. Hier haben wir aktuell noch eine deutliche Unterversorgung. Also, liebe Verleiher:innen, legt los!