Kino

UPDATE 3: "Zukunftsprogramm Kino" wird aufgestockt

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner heutigen Bereinigungssitzung die Aufstockung des "Zukunftsprogramm Kino" um zehn Mio. Euro beschlossen. Die Kinoverbände reagierten erfreut, erleichtert - aber auch mit Verweis auf die Bedürfnisse der Zukunft.

19.05.2022 15:55 • von Marc Mensch
Michelle Müntefering (Bild: IMAGO / Political-Moments)

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner heutigen Bereinigungssitzung die Aufstockung des "Zukunftsprogramm Kino" um zehn Mio. Euro beschlossen. Damit umfasst das Programm zur Förderung der Kinos für den Bundeshaushalt 2022 nun insgesamt 25 Mio. Euro.

Dazu erklärt die filmpolitische Sprecherin der SPD, Michelle Müntefering: "Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Förderung des Filmstandortes Deutschland. Denn: Wir müssen gerade auch die Kinos als kulturelle Begegnungsorte über die Pandemie hinaus attraktiver machen. Unsere Kinos sind Sehnsuchtsorte und Mittelpunkte des Filmerlebens - auch außerhalb der großen Metropolen. Unser Anliegen als SPD-Bundestagsfraktion bleibt weiterhin, den deutschen Film als Kultur- und Wirtschaftsgut und die Qualität und Vielfalt des Filmschaffens zu unterstützen. Als filmpolitische Sprecherin danke ich den Haushältern der SPD-Fraktion um Denis Rhode. Ich werde mich auch in den kommenden Jahren für eine Verstetigung der Kinoförderung einsetzen."

UPDATE: Der HDF Kino reagierte umgehend. In einer Stellungnahme des Verbands heißt es: "Wir sind sehr erfreut, dass soeben die Aufstockung des Zukunftsprogrammes Kino um zehn Millionen Euro beschlossen wurde und damit seitens der Politik in die Zukunftsfähigkeit der deutschen Kinos investiert wird." Mit ganzer Kraft habe man sich diesem Thema gewidmet und die Forderung auch auf dem heute zu Ende gegangenen Kinokongress mehrfach erneut adressiert. "Unser Dank gilt allen beteiligten Haushalts- und Kulturpolitker:innen, die unser Anliegen in die Beratungen eingebracht und dafür gesorgt haben, dass unsere Forderung jetzt Gehör gefunden hat", so der HDF.

Wie die neuen Mittel verteilt werden, ist derzeit noch offen - annehmen könnte man aber, dass nach Möglichkeit vorrangig Anträge bedient werden, die bereits eingereicht waren, aufgrund der (binnen weniger Stunden nach Antragsstart erfolgten!) Überzeichnung des ursprünglichen Topfes aber nicht positiv beschieden werden konnten.

UPDATE 3:

Die AG Kino-Gilde hat ihr ursprüngliches Statement korrigiert, nun heißt es seitens des Verbandes:

"Die Entscheidung des Haushaltsausschusses ist eine große Erleichterung und sichert die Existenz vieler Kinos. Binnen allerkürzester Zeit war der Etat für dieses Jahr überzeichnet. Doch gerade in dieser Zeit müssen die Kinos mehr denn je in ihre Zukunftsfähigkeit investieren. Zudem sehen sich die Kinos mit der Erneuerung der Digitalprojektoren sowie der ökologischen und digitalen Modernisierung einer weiteren Herkulesaufgabe gegenüber", so der Vorsitzende Christian Bräuer.

Und weiter: "Wie Michelle Müntefering erklärte, ist die beschlossene Aufstockung ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Kinos als kulturelle Begegnungsorte und damit auch zur Förderung des Filmstandortes Deutschland. Wir bedanken uns bei allen Politikerinnen und Politikern in Regierung und Opposition, die sich während der Pandemie und auch jetzt so stark für die Kinos einsetzen. Die Ankündigung, die Kinoförderung auch in den kommenden Jahren zu verstetigen, freut uns und ist jetzt auch elementar, wenn wir eine lebendige Kino- und Programmvielfalt erhalten wollen."