Kino

Betreiber-Umfrage zur KINO 2022, Teil 4: "Durchmischte Reaktionen"

Im Vorfeld des Filmtheaterkongresses haben wir Kinobetreiber:innen befragt, wie das Publikum auf den Wegfall der Corona-Maßnahmen reagiert hat, welche Probleme steigende Kosten verursachen und wie es um die Filmversorgung steht. Hier antwortet Anne Harder, Betreiberin des Kinos Neues Maxim in München.

19.05.2022 09:21 • von Marc Mensch
Anne Harder (Bild: Martina Dobrusky/Neues Maxim)

Im Vorfeld des Filmtheaterkongresses haben wir Kinobetreiber:innen befragt, wie das Publikum auf den Wegfall der Corona-Maßnahmen reagiert hat, welche Probleme steigende Kosten verursachen und wie es um die Filmversorgung steht. Hier antwortet Anne Harder, Betreiberin des Kinos Neues Maxim in München.

1. Der Großteil der Corona-Maßnahmen ist Anfang April entfallen: Was lässt sich bereits über die Reaktion des Publikums sagen?

Die Reaktionen waren genauso durchmischt wie vor dem Ende der Maskenpflicht. Es sind viele Leute in den ersten Tagen ins Kino gegangen, die sich auf den Film ohne Maske gefreut haben, dafür bleiben jetzt Gäste weg, denen die Maskenpflicht wichtig war. Wir lassen weiterhin einen Platz frei zwischen den Besucher:innen und das wird sehr positiv aufgenommen.

2. Wie sehr drohen nun steigende Kosten zum Hemmnis für eine Markterholung zu werden, und was bedeuten sie für das Preisgefüge in Ihren Kinos?

Leider bekommen wir die zahlreichen Preiserhöhungen bereits deutlich zu spüren, so dass wir uns auch gezwungen sehen, unsere Concession-Preise anzuheben, die allerdings in den letzten Jahren nahezu unverändert geblieben sind. Die Ticketpreise versuchen wir so lange wie möglich stabil zu halten. Die Mehrkosten und Lieferengpässe sind schwer einzuschätzen und werden die Kinobranche sicherlich in den nächsten Monaten herausfordern.

3. Sehen Sie trotz zunehmender Fokussierung auf Streaming die Filmversorgung durch US-Studios als ausreichend gesichert an? Was erwarten Sie vor diesem Hintergrund noch für das laufende Jahr?

Sorgen bereitet mir bei den Streaming-Debatten vor allem die Abwanderung der guten Leute, die dann für Kino-Produktionen nicht mehr zur Verfügung stehen können. Ich bin davon überzeugt, dass das Kino selbst für die großen Studios weiterhin ein wichtiger Faktor in der Auswertung bleiben wird und diese auch weiterhin ihre Filme auf die große Leinwand bringen werden. Als vergleichsweise kleines Arthouse-Kino haben wir allerdings in den nächsten Wochen bislang keinen Film der großen US-Studios eingeplant.