Kino

Betreiber-Umfrage zur KINO 2022, Teil 3: "Herausragendes Filmprogramm"

Im Vorfeld des Filmtheaterkongresses haben wir Kinobetreiber:innen befragt, wie das Publikum auf den Wegfall der Corona-Maßnahmen reagiert hat, welche Probleme steigende Kosten verursachen und wie es um die Filmversorgung steht. Hier antwortet Kinopolis-Geschäftsführer Gregory Theile.

18.05.2022 09:38 • von Marc Mensch
Gregory Theile (Bild: Kinopolis)

Im Vorfeld des Filmtheaterkongresses haben wir Kinobetreiber:innen befragt, wie das Publikum auf den Wegfall der Corona-Maßnahmen reagiert hat, welche Probleme steigende Kosten verursachen und wie es um die Filmversorgung steht. Hier antwortet Kinopolis-Geschäftsführer Gregory Theile.

1. Der Großteil der Corona-Maßnahmen ist Anfang April entfallen: Was lässt sich bereits über die Reaktion des Publikums sagen?

Wir empfehlen unseren Gästen nach wie vor, im Foyer eine Maske zu tragen und beobachten, dass dies von einem Großteil unserer Besucher auch umgesetzt wird. Auch der Wegfall der Mindestabstände wird seitens unserer Gäste akzeptiert. Diese sehr positiven Erfahrungen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nach wie vor potenzielle Kinobesucher gibt, die Menschenansammlungen grundsätzlich noch meiden und daher noch nicht wieder ins Kino kommen. Bis wir das volle Potenzial des Marktes wieder ausschöpfen können, wird es daher noch etwas dauern.

2. Wie sehr drohen nun steigende Kosten zum Hemmnis für eine Markterholung zu werden, und was bedeuten sie für das Preisgefüge in Ihren Kinos?

Die steigenden Kosten in allen Bereichen werden nicht ohne Auswirkung auf das Freizeitverhalten bleiben, was auch die Kinos zu spüren bekommen werden. Gleichzeitig sehen sich die Kinobetreiber mit massiven Kostensteigerungen in allen wesentlichen Bereichen wie z.B. Energie, Personal, Wareneinkauf und (indexbasierten) Gebäudemieten konfrontiert, so dass der Erlösdruck nochmals zunimmt. Ohne an dieser Stelle über unsere konkrete Preisstrategie sprechen zu wollen, sind wir grundsätzlich der Ansicht, dass es zunehmend innovativer Preiskonzepte bedarf, die dabei insbesondere den unterschiedlichen Zahlungsbereitschaften der Gäste Rechnung tragen.

3. Sehen Sie trotz zunehmender Fokussierung auf Streaming die Filmversorgung durch US-Studios als ausreichend gesichert an? Was erwarten Sie vor diesem Hintergrund noch für das laufende Jahr? 

Ich sehe keine Fokussierung auf Streaming - ganz im Gegenteil. Für den Rest des Jahres erwartet uns ein herausragendes Filmprogramm, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass die Studios Erfolg versprechende Filme während der Pandemie zurückgehalten haben, um diese nun endlich im Kino erfolgreich auswerten zu können. Nachdem die Filmversorgung im ersten Quartal noch unzureichend war, blicke ich sehr zuversichtlich auf den Rest des Jahres, der für uns alle zugleich ein wichtiger Gradmesser sein wird, wo die Kinobranche in einem weitestgehend normalisierten Markt ohne Restriktionen und Kapazitätsbeschränkungen stehen kann.