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Produzentenallianz und ZDF: "Wichtige Verbesserungen"

Die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt und die Produzenten und Produzentinnen haben sich auf neue Rahmenbedingungen für Auftragsproduktionen geeinigt, die u.a den Onlinezuschlag und Kosten für Green Consulting betreffen. Zudem wurde eine Ausbildungsfonds eingerichtet.

16.05.2022 16:39 • von Frank Heine
Björn Böhning (Bild: J. Konrad Schmidt/BMAS)

Die Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen und das ZDF haben sich auf neue Rahmenbedingungen für Auftragsproduktionen verständigt. Künftig wird der Onlinezuschlag für Produzent:innen von 1 Prozent auf 1,3 Prozent angehoben. Kosten für Green Consulting und Ausgaben für Social Media werden ebenso anerkannt wie der Rechercheaufwand für Dokumentationen.

Darüber hinaus wird ein neuer Sicherungsfonds beim ZDF eingerichtet, mit dem über den Verzicht von Bürgschaften im Rahmen von Projekt- und Stoffentwicklungsverträgen künftig für Autorenverträge auch sonstige Vorbereitungsleistungen wie z.B. Vorbesichtigung, Location Scout, Motivsuche oder Reisekosten in Höhe von bis zu 15.000 Euro bürgschaftsfrei gestellt werden. Das ZDF wird außerdem einen Fonds für die anteilige Übernahme von produktionsbezogenen Ausbildungskosten der Produzent:innen einrichten.

"Angesichts des unsicheren Marktumfeldes waren es schwierige, wenngleich konstruktive Verhandlungen mit dem ZDF. Es konnten wichtige Verbesserungen für Fernsehproduzentinnen und -produzenten erreicht werden, die ein weiterer Schritt in Richtung fairer Produktionsbedingungen sind", äußerte sich der neue Geschäftsführer der Produzentenallianz, Björn Böhning. Mit Blick auf den Ausbildungsfonds sagte er: "Besonders freut mich, dass wir bei der Beseitigung des Fachkräftemangels vorangehen."

Unzufrieden zeigte sich die Produzentenallianz darüber, dass das ZDF weder bezüglich der Bedingungen für Koproduktionsbeteiligungen und Vertriebsgarantien für Produktionen, bei denen sich ZDF-Studios als Koproduzent beteiligt, noch bei den Fragen des wichtigen Rückfalls von Rechten an die Produzent:innen keinen Verhandlungsspielraum ließ.

Beide Parteien haben sich darauf verständigt, sehr zügig über weitere Verbesserungen der Rahmenbedingungen zu sprechen. Dann wird die Produzentenallianz auch die Beauftragung von Family-Entertainment-Produktionen und die Auftragslage für von Frauen geführte Produktionsunternehmen auf die Agenda nehmen.