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Großaktionär MFE will nicht ProSiebenSat.1-Aufsichtsrat entlasten

Kurz vor der Hauptversammlung von ProSiebenSat.1 meldet sich Großaktionär Media for Europe (MFE) wieder zu Wort. Das Unternehmen will nicht den angestrebten neuen Aufsichtsrat entlasten.

04.05.2022 19:35 • von Michael Müller
Mediaset in Cologno Monzese (Bild: MFE)

Der ProSiebenSat1-Großaktionär Media for Europe (MFE) hat am Mittwoch angekündigt, am morgigen Donnerstag bei der Hauptversammlung des deutschen Unternehmens zwar den Vorstand zu entlasten, aber nicht den Aufsichtsrat. Es gebe eine allgemeine Unterstützung für die Unternehmensstrategie, auch für den Vorstand um CEO Rainer Beaujean. Aber MFE plant, gegen die pauschale Entlastung des Kontrollgremiums zu votieren.

Media for Europe hätte gerne gehabt, dass über die einzelnen Mitglieder vom Aufsichtsrat abgestimmt würde. Beispielsweise unterstützt das europäische Medienunternehmen, das früher unter dem Namen Mediaset firmierte, Andreas Wiele als kommenden Aufsichtsratvorsitzenden. Bei anderen Kandidaten sieht das aber offenbar anders aus. ProSiebenSat.1 lehnte die Einzelabstimmung im Vorfeld ab. Die Abstimmung über den gesamten Aufsichtsrat sei der Standard in Deutschland.

In der neuesten Mitteilung vom Mittwoch lobte MFE die finanziellen Ziele von CEO Beaujean für ProSiebenSat.1 in den kommenden fünf Jahren, beispielsweise das angestrebte organische Wachstum von vier bis fünf Prozent. Auch die Berufung von Wiele als Aufsichtsratvorsitzenden bezeichnete MFE als Zeichen des Wandels in der Führung des deutschen Unternehmens.

Vor den Hauptversammlungen von ProSiebenSat.1 kommt es jährlich von Seiten der Italiener um die Berlusconi-Familie, die hinter MFE steht und inzwischen mehr als 25 Prozent an dem deutschen Unternehmen hält, zu öffentlichen Austauschen.