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die film GmbH: "Das erweitert unseren Kompetenzbereich"

Turbulente Tage für die film gmbh: Am 3. April startet um 20.15 Uhr die neue "Herzkino"-Reihe "Freunde sind mehr", am 4. April folgt der ZDF-Fernsehfilm "Trügerische Sicherheit", ehe Mitte des Monats bei der ARD die sechsteilige Serie "Die Glücksspieler" läuft. Uli Aselmann und Sophia Aldenhoven blicken im Interview auf ihre aktuellen Produktionen, schildern die Marktsituation für ihr unabhängiges Unternehmen und kündigen ihr erstes Animationsprojekt an.

01.04.2022 13:24 • von Frank Heine
Uli Aselmann und Sophia Aldenhoven von die film gmbh (Bild: die film gmbh)

Turbulente Tage für die film gmbh: Am 3. April startet um 20.15 Uhr die neue "Herzkino"-Reihe "Freunde sind mehr", am 4. April folgt der ZDF-Fernsehfilm "Trügerische Sicherheit", ehe Mitte des Monats bei der ARD die sechsteilige Serie "Die Glücksspieler" läuft. Uli Aselmann und Sophia Aldenhoven blicken im Interview auf ihre aktuellen Produktionen, schildern die Marktsituation für ihr unabhängiges Unternehmen und kündigen ihr erstes Animationsprojekt an.

Am 20 April starten "Die Glücksspieler" in der ARD-Mediathek. Warum hat es so lange bis zur ersten eigenen Serienproduktion der die film gmbh gedauert?

ULI ASELMANN: Das stimmt so nicht ganz, es gab 2018 schon "Klassentreffen" für One, die Serie, die jetzt immer noch bei Netflix und anderen abrufbar ist.

Da haben Sie recht, aber das war ja keine originäre Serie, sondern eher eine Verlängerung des gleichnamigen Films. Neuer Anlauf: Warum musste das Publikum so lange auf die erste eigenständige Serie von Ihnen warten?

ULI ASELMANN: Gute Frage. Die Neunzigminüter waren lange unsere Kernkompetenz. Ich glaube, dass wir uns damit einen respektablen Namen gemacht haben. Im Laufe der 25-jährigen Geschichte unserer Firma gab es immer wieder Versuche, Serienprojekte an die Sender oder Streamingdienste zu bringen. Aber so einfach ist das nicht. Der Serie "Die Glücksspieler" ging der Film Nimm Du Ihn" voraus, den wir 2018 auch schon mit Regisseur und Autor Michael Hofmann und Bert Koß als Koautor gemacht haben. Als Michael Hofmann nun mit Claudia Simionescu vom BR eine Serie machen wollte, landete das Projekt durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Michael wieder bei uns. Die Idee kommt nicht von der die film gmbh, aber bei der Buchentwicklung waren wir dann schon sehr intensiv eingebunden.

Was macht das Seriengeschäft so schwer?

ULI ASELMANN: Wir entwickeln schon länger Serien, seit drei, vier Jahren sehr intensiv mit hohem Invest. Es gab beispielsweise auch mal die Idee, aus Die Musterknaben" eine "verjüngte" Serie zu machen. Aber wir haben da nicht den erhofften Zuspruch erhalten, auch nicht von den alten Senderpartnern. Serienentwicklung ist enorm aufwändig und teuer. Insofern sind wir froh, dass es nun zu einer Realisierung gekommen ist, auch, weil das den Kompetenzbereich unseres Hauses nochmals erweitert. Für unabhängige Unternehmen ist es extrem schwierig bei Amazon oder Netflix Serien unterzubringen, weil die kleinen Firmen selten die finanziellen Voraussetzungen haben, sich mit deren amerikanischen Mutterhäusern auf juristischer Ebene über die vielen Seiten Vertragswerk durchzuarbeiten. Das ist schon auch ein Wettbewerbsnachteil.

"Die Glücksspieler" ist eine feinsinnig-schöne Geschichte, die sich Zeit nimmt für ihre Charaktere. Als Format der leiseren Töne steht sie im Kontrast zum grell-bunten Serien-Kosmos.

ULI ASELMANN: Was Sie beschreiben entspricht dem Erzählstil von Michael Hofmann, seiner erzählerischen Kompetenz. Im Grunde ist es die Geschichte dreier Elternpaare und wie sie sich mit ihrem Alltag arrangieren. Die phantastische Sahne obendrauf ist die Figur Herzinger von Branko Samarovski gespielt, der Multimillionär, der drei Elternteilen einen "Glücksauftrag" erteilt.

SOPHIA ALDENHOVEN: Die Serie hat aber auch etwas Philosophisches. Was ist Glück? Sollte man danach streben? Kann man das überhaupt? Beim Schreiben und beim Schnitt war das eine Herausforderung, gerade im Schnitt hat sich die Erzähldynamik noch einmal deutlich verändert.

An was für ein Publikum richtet sich die Serie, ein streaming-affines oder ein eher arthouse-geprägtes, cineastisches?

ULI ASELMANN: Zu Beginn der Entwicklung mit dem BR war die Intention, aus dem Stoff einen Mehrteiler mit 3 x 90 Minuten zu machen. Erst im Zuge der parallel initiierten Mediathekenoffensive der ARD wurde daraus eine Serie. Das war auch in der Postproduktion eine Herausforderung, weil wir erst herausbekommen mussten, wie die ARD das konfektioniert haben wollte. Eine Zeitlang wurden ja neue Serien als Neunzigminüter am Mittwochabend gezeigt, was aber zu Irritationen beim Publikum führte, weil die dachten, im Mediathekenangebot sehen sie eine "Serienerweiterung". Inzwischen werden eben an einem Mittwoch zwei Folgen hintereinander gezeigt, mit dem entsprechenden Hinweis nach Folge 1, dass unmittelbar eine weitere Folge anschließt. Die inhaltliche Ausrichtung hat bei uns dann aber schon sehr früh auf das Serienformat abgezielt, auch bewusst in eine jüngere Zielgruppe. Mit Eko Fresh in einer der Hauptrollen haben wir ja nicht nur einen bekannten Musiker sondern auch einen hervorragenden Schauspieler und Komödianten besetzt.

War für Sie die lange Wegstrecke einer Serienproduktion eine besondere Herausforderung?

ULI ASELMANN: Nein, wir haben ja schon weitaus mehr als einen Kinofilm gemacht. Bei Jugend ohne Gott" haben wir auch über 40 Drehtage absolviert. Die Herausforderung war die Coronapandemie mit Grenzschließungen, Reisebeschränkungen, dem Bangen, ob jede:r wieder gesund ans Set zurückkommt - solche Themen.

SOPHIA ALDENHOVEN: Herausfordernd war auch, dass wir ein ganzes Jahr erzählt haben und innerhalb unserer 60 Drehtage im Winter/Frühjahr vier Jahreszeiten drehen und entsprechende Slots im Drehplan finden mussten. Wir hatten lange kaltes, schlechtes Wetter, mussten Frühling erzählen und im Hintergrund kam der Schnee runter. Aber das hat das Team ohne mit der Wimper zu zucken bravourös gemeistert.

ULI ASELMANN: Herausstellen sollte man außerdem, dass wir mit ganz vielen Kindern vor der Kamera gearbeitet haben. Auch das war eine Hürde, wegen der knappen Arbeitszeiten. Aber auch das hat hervorragend geklappt. Von Michael Hofmann und dem Team war es eine Glanzleistung, wie sie die Kinder geführt und motiviert haben, und die erwachsenen Schauspieler:innen haben eine richtige familiäre Beziehung zu "ihren" Kindern entwickelt.

In Unkenntnis des Endes: Ist die Serie auf eine Fortsetzung ausgelegt?

ULI ASELMANN: Eine Fortsetzung der Geschichte drängt sich nicht auf. Aber wenn die Serie durch die Decke geht und wir gefragt werden, wehren wir uns nicht dagegen. Man soll ja niemals nie sagen!

Sophia Aldenhoven: Uns würde schon noch einiges erzählenswertes einfallen.

Sind Sie nun durch "Die Glücksspieler" angefixt und verfolgen aktuell weitere konkrete Serienpläne?

ULI ASELMANN: Unsere Kapazitäten sind nicht so, dass wir parallel zwei oder drei Serien drehen könnten. Aber es ist eine ganze Menge in Entwicklung. Das Format ist ja nicht mehr wegzudenken. Lunte gerochen haben wir aber schon bei "Klassentreffen". Gerade das Format mit 25-minütigen Folgen reizt uns sehr. Wir haben eine entsprechende Entwicklung mit Manuel Rubey und Lisa Maria Potthoff auf dem Tisch liegen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir uns auf kurze Comedy-Serien fokussieren, auch zehnminütige Folgen finde ich sehr interessant.

SOPHIA ALDENHOVEN: Tatsächlich beginnen wir gerade mit der Finanzierung einer Animationsserie mit elfminütigen Folgen. Die ARD ist schon an Bord und wir haben mit arx anima einen österreichischen Animations-Koproduktionspartner. Der Arbeitstitel heißt "Chill mal, Zeus", es ist eine Serie, die sich für ein Zielpublikum von sechs bis neun Jahren an den griechischen Sagen orientiert. 52 Folgen sind geplant.

ULI ASELMANN: Darüber hinaus entwickeln wir eine Serie, die in einer Kleingartenkolonie spielt, 6 x 45 Minuten, der Arbeitstitel lautet "Wir sind im Garten". Die Bücher schreibt Benjamin Hessler, den man u.a. durch seine komödiantischen Münsteraner "Tatorte" kennt.

Wie schwer ist es, Einzelstücke wie aktuell Ihren ZDF-Film "Trügerische Sicherheit", unterzubringen? Spüren Sie die veränderte Marktsituation?

ULI ASELMANN: Absolut. Ich hörte, dass der WDR angeblich nur noch zwei Filme pro Jahr für den Mittwochssendeplatz macht, früher waren das mal mindestens sechs. Beim BR sieht es nicht viel anders aus. Das sind wohl die Folgen der Serienoffensive. Der Montagssendeplatz im ZDF wird mit vielen Reihenformaten bespielt, auch von uns. Bis auf ein paar Mittwochabende in der ARD werden viele Sendeplätze konfektioniert. Deshalb sind wir sehr froh, wenn wir einen Film wie "Trügerische Sicherheit" oder im vergangenen Jahr die Komödie Tanze Tango mit mir" noch unterbringen können.

SOPHIA ALDENHOVEN: Wir haben aber nach wie vor großes Interesse an Einzelstücken und behalten einen starken Fokus darauf. Ich behaupte, dass wir sehr gut darin sind unterhaltsame Einzelstücke zu entwickeln.. Gleichzeitig lieben wir die drei Reihenformate, die wir am Start haben. Die Tiefe, mit der man darin Figuren erzählen kann, hat auch eine große Qualität.

ULI ASELMANN: Gerade weil es bei den Einzelstücken so viel schwieriger geworden ist, können wir eigentlich nur noch auf Reihen setzen, damit wir über die Distanz von zwei, drei Jahren auch eine gewisse Planungssicherheit haben. Unsere Mitarbeiter:innen sind ja auch darauf angewiesen, dass wir ihnen eine Perspektive bieten.

Zu den Reihen kommen wir gleich. Hinter "Trügerische Sicherheit" steckt ein spannender Ansatz, Sie erzählen eine MeToo-Geschichte, aber aus der Perspektive eines männlichen Mitwissenden, nicht aus Opfer- oder Täterperspektive. Wie kam es dazu?

ULI ASELMANN: Der Ansatz war für uns aber ein anderer. Es ging uns primär um die Loyalität, die man als Personenschützer an den Tag legen muss, auch wenn man Einstellungen und Ansichten der zu schützenden Person gar nicht teilt oder etwas, das sie getan hat, verurteilt. So haben wir uns an die Geschichte herangepirscht.

Sophia Aldenhoven: Davon ausgehend haben wir uns überlegt, welche Situationen so jemanden in einen Loyalitätskonflikt bringen könnten. So kamen wir zu der intimen Beziehung zwischen dem Personenschützer und der Mitarbeiterin des Ministers, die natürlich geheim gehalten werden muss, weil das sonst zu einer sofortigen Versetzung führen würde. Das war der emotionale Aufhänger. Und als es hier nun zu einem Übergriff durch den Minister kommt, kann der Personenschützer nicht so vorgehen, wie er eigentlich will und befindet sich in eben jenem Loyalitätskonflikt.

Bei den angesprochenen Reihen gehen Sie nun am 3. und 10. April mit "Freunde sind mehr" auf dem "Herzkino"-Sendeplatz an den Start. Was ist hier Ihr Ansatz?

SOPHIA ALDENHOVEN: Wir wollten eine Reihe über die Kraft von Freundschaft, über vier Freunde erzählen, die mit Grundwerten umgeht, die in unserer Gesellschaft nicht immer vorhanden sind. Es geht darum, Dinge gemeinsam als Team zu lösen und nicht durch Ellenbogencharakter. Gerade in der jetzigen Zeit finde ich es schön, mit so einem Spirit an den Start zu gehen.

ULI ASELMANN: Wir haben für den Sendeplatz 2016 schon einmal einen Film gemacht, Wenn es Liebe ist" mit Jutta Speidel. Aus der damaligen Zusammenarbeit mit dem Redakteur Thorsten Ritsch ist letztlich über eine ganz andere Idee die Reihe entstanden. Toll ist daran vor allem auch, dass das ZDF hier mit uns den Weg gegangen ist, nicht die Topstars zu besetzen. Das Ensemble ist der Star, hat ein Kritiker geschrieben und genauso ist es. Dass wir diese Geschichten unter anderem auch mit der Vergangenheit Rügens und der deutsch-deutschen Geschichte erzählen können, macht das Format besonders.

War es auch eine klare Ansage, mit Ihrem Format jüngeres Publikum anzusprechen?

ULI ASELMANN: Das ist natürlich die Intention, aber es gab da seitens des ZDF überschaubare Vorgaben. Wir wurden von Katharina Görtz und Thorsten Ritsch toll begleitet. Wir haben sehr einvernehmlich zusammen gearbeitet und man hat uns relativ viele kreative Freiheiten gelassen. Das fand ich bemerkenswert, gerade für die "Herzkino"-Reihe.

Wie ist die perspektivische Verabredung mit dem ZDF?

ULI ASELMANN: Drei weitere Bücher sind schon sehr weit. Ob "Freunde sind mehr" weitergeht, wird dann nach der Ausstrahlung entschieden. Das ist eine nervenaufreibende Sache. Aber wir merken, dass wir mit dem Format beim ZDF wohlgelitten sind, weil der Production Value gefällt und unser Engagement wertgeschätzt wird. Wenn es kein völliger Flop wird, sieht es für eine Fortsetzung ganz gut aus.

Zu einem festen Reihenformat hat sich bereits "Sarah Kohr" entwickelt. Was viel diskutiert wird, ist hier eigentlich schon ein eingelöstes Versprechen: ein weiblicher James Bond. Hatten Sie so eine Action-Figur für die deutsche Krimilandschaft schon immer im Kopf?

ULI ASELMANN: Wir haben diese Figur ja aus einem Film der Cinecentrum übernommen, Der letzte Kronzeuge". Wir kannten Lisa Maria Potthoff sehr gut, weil sie 2001 in Die Tochter des Kommissars" eine ihrer ersten großen Rollen spielte, witzigerweise auch schon mit Herbert Knaup zusammen. Lisa war zu der Zeit, als wir den ersten "Sarah Kohr"-Film entwickelten, sehr gut trainiert und wollte diese Körperlichkeit schauspielerisch zum Ausdruck bringen. Der Autor Timo Berndt wusste das in seinen Büchern gut zu bedienen. Der ursprüngliche Plan war das aber nicht, der Plan war einfach eine Reihe mit der wunderbaren Lisa Maria Potthoff zu machen. Ihre Physis hat uns dann aber so sehr überzeugt, dass wir bald gemerkt haben, dass das der USP der Reihe werden wird. Auch bei "Sarah Kohr" versuchen wir immer gesellschaftsrelevante Themen aufzugreifen. In "Irrlichter", dem neusten Film der Reihe, den wir gerade gedreht haben, geht es beispielsweise um Corona-Verschwörungstheoretiker. Und der letzte Film "Geister der Vergangenheit", der am 14. März lief, hat ja mehr Zuschauer gemacht als der "Bond" in den deutschen Kinos. Zuzüglich der 800.000 Klicks in der Mediathek sind wir bei weit über sieben Millionen Zuschauern angekommen.

SOPHIA ALDENHOVEN: Zusammen mit Stunt-Koordinator Wanja Götz bildet Lisa ein eingespieltes Team. Die sind in der Vorbereitung supertaff. Wir haben die beiden in unserem ersten Film zusammengebracht. Dass Lisa die ganzen Bodyfights selber durchführt, führt zu einer größtmöglichen Authentizität. Der Schnitt, wenn bei anderen Filmen die Stuntleute zum Einsatz kommen, fällt bei uns weg, wir können mit der Kamera drauf bleiben. Die beiden haben jetzt zweimal hintereinander bei den Preisen der DAfF den Stunt-Preis gewonnen.

Sie haben eingangs die komplizierte Zusammenarbeit mit den US-Konzernen erwähnt. Dann können Sie von der wachsenden Schar an Anbietern gar nicht profitieren und Ihr Spektrum erweitern? Ihr aktueller Output ist ja sehr öffentlich-rechtlich geprägt.

ULI ASELMANN: Ich freue mich, dass die Branche wächst und es immer mehr Anbieter werden. Ich würde mich aber noch mehr darüber freuen, wenn die unabhängigen Produzenten*innen in diesem Spiel auch weiterhin berücksichtigt werden und nicht aufgrund knapper Kassen durch den Rost fallen. Wir haben auch immer mit den privaten Sendergruppen zusammengearbeitet. Bei ProSiebenSat1 hatten wir bis zuletzt diverse Drehbücher ausentwickelt. Wenn so jemand als Partner fürs Fiktionale wegbricht, ist das schon ein Einschnitt. Aber wir haben auch zu RTL Deutschland guten Kontakt, da sind keine Türen zu. Es gibt in Deutschland halt über 900 Mitbewerber, die alle ihre Kontakte haben. Insofern müssen wir den richtigen Moment erwischen, um unausweichliche Stoffe anzubieten, die man dann nicht ablehnen kann.

SOPHIA ALDENHOVEN: Unsere Fühler sind schon auch in Richtung Streamer ausgestreckt, wenn wir etwas für den internationalen Markt Spannendes haben. In meiner Wahrnehmung hat sich in der Corona-Zeit einiges geändert, die Zusammenarbeit mit den großen Streamern ist gefühlt nicht mehr so komplex wie noch vor zwei, drei Jahren.

ULI ASELMANN: Und dass wir seit "Jugend ohne Gott" keinen Kinofilm mehr gemacht haben, hat auch mit Corona zu tun. Der eine Film, der bei uns fest geplant war, wäre in so einer Infektionslage nicht zu realisieren gewesen. Ich hoffe, dass wir das noch nachholen können, wenn sich alles wieder beruhigt hat. Wir entwickeln aber auch jetzt wieder verstärkt neue Stoffe, denn Kino bleibt in jedem Fall meine persönliche Leidenschaft.

Noch eine Frage zum Abschluss: Wie sieht Ihre Zusammenarbeit aus, machen Sie alle Projekte gemeinsam oder hat auch jeder seine eigenen "Babys"?

SOPHIA ALDENHOVEN: Wir machen fast jedes Projekt gemeinsam. Uli akquiriert eher die Projekte und hat die Drehbuchentwicklung eher unter seinen Fittichen. Ich steige meist erst später ein und bin dann bei der Durchführung der Projekte mehr am Zug. Aber natürlich gibt es auch Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Im Grunde sind wir immer beide an allen Projekten beteiligt und immer beide Ansprechpartner für die anderen Filmschaffenden und Auftraggeber.

ULI ASELMANN: Durch meine filmpolitischen Aktivitäten kann ich auch gar nicht immer beim Dreh dabei sein. Aber ich habe da vollkommenes Vertrauen in Sophia. Nach 17 Jahren ist das so gewachsen, dass ich es mir gar nicht mehr vorstellen kann, ein Projekt ohne sie zu machen.

Das Interview führte Frank Heine