Produktion

Jobportal für Geflüchtete gestartet

Mit fast 50.000 Stellenangeboten, die sich gerade auch an geflüchtete Kultur- und Medienschaffende aus der Ukraine und Russland wenden, geht heute die Plattform new-start.media an den Start.

31.03.2022 10:04 • von Marc Mensch
Leslie Malton, Vorstandsvorsitzende des BFFS (Bild: Joachim Gern)

Wenn heute die von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden der Kultur-, Film- und Medienwirtschaft initiierte Plattform new-start.media an den Start geht, dann bereits mit einem eindrucksvollen Angebot: Fast 50.000 Stellenangebote sind dort bereits ab heute zu finden. weitere sollen laufend von den Netzwerk-Mitgliedern hinzukommen.

Und nicht nur das: Das vom Bundesverband Schauspiel (BFFS) gemeinsam mit ARD, BDZV, Deutschlandradio, Deutscher Bühnenverein, DOV, GBDA, MVFP, Produzentenallianz, RSF, TPR, VTFF, verdi und ZDF initiierte mehrsprachige Portal soll den Kriegsgeflüchteten künftig auch eine Community-Plattform und Sprachkurse anbieten.

Realisiert wurde das Jobportal für Kultur-, Film- und Medienschaffende gemeinsam mit der Jobnet.AG, unter Beteiligung ukrainischer Mitarbeiter:innen, die in den belagerten Städten Kiew oder Lwiw ausharren. Es richtet sich mehrsprachig (ukrainisch, russisch, englisch und deutsch) vor allem an Geflüchtete, die der Krieg in der Ukraine zu einem Exil-Leben nach Deutschland führt. Teilweise richten sich die Stellenangebote speziell an Geflüchtete.

"Wir möchten unsere Kolleg:innen aus der Ukraine und Russland möglichst schnell mit Arbeitsangeboten unterstützen, die ihren Qualifikationen entsprechen und ihnen damit wenigstens ein Stück weit Normalität sowie eine berufliche Perspektive hier in Deutschland geben", sagt Leslie Malton, Vorstandsvorsitzende des BFFS. Mit den Community-Seiten und kostenlosen Basis-Sprachkursen wolle man zudem von Anfang an für bestmögliche Integration sorgen.

Die Solidarität, deren Ausdruck das neu aufgesetzte Portal ist, erstreckt sich explizit in gleicher Weise auf Geflüchtete aus der Ukraine und Russland. Wie es in einer Mitteilung des BFFS heißt, zeigen sich Theater, Orchester, Filmproduktionen, Rundfunksender, Medienunternehmen und Verlage offen für ihre ukrainischen Kolleg:innen, die durch den Angriffskrieg vertrieben wurden - aber auch für diejenigen aus Russland, die durch Zensur und praktische Berufsverbote kriminalisiert werden und nach Europa fliehen müssen.

"Die Plattform ist das Ergebnis hervorragender Zusammenarbeit der Branche! Wir sind dankbar, Kolleginnen und Kollegen ein Angebot praktischer Solidarität machen zu können. Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg überzieht die Ukraine mit menschenverachtender Brutalität. Dieser Krieg richtet sich gezielt auch gegen unsere Kolleginnen und Kollegen aus Kultur und Medien. Das darf uns nicht unberührt lassen. Mit der Jobplattform new-start.media wollen wir Menschen, die der schreckliche Krieg zu einem Exil-Leben nach Deutschland führt, die Chance geben, ihre Qualifikationen in Deutschland einzusetzen. Die Vermittlung passender Arbeitsstellen bedeutet sowohl für Fachkräfte als auch für Unternehmen eine eindeutige Win-Win-Situation. Deshalb bitte ich unsere Mitglieder ausdrücklich, sich um die Einstellung zusätzlicher Stellenangebote zu bemühen", erklärt Christoph Palmer, CEO der Produzentenallianz, anlässlich des Starts der Plattform.