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Netzwerk unterstützt geflüchtete Kultur- und Medienschaffende bei Jobsuche

Zusammen mit anderen Vertretern auf der Kultur-, Film- und Medienwirtschaft sowie Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden hat der BFFS ein Netzwerk gegründet, das geflüchteten Kultur- und Medienschaffenden aus der Ukraine und Russland mit einem Jobportal bei der Suche nach einer Arbeitsstelle behilflich sein will.

17.03.2022 12:31 • von Jochen Müller
Bernhard F. Störkmann, geschäftsführender Justiziar des BFFS (Bild: Kornelia Boje)

Mit dem Job-Portal "new-start-media" will ein neu gegründetes Netzwerk, dem aktuell der BFFS, die ARD, der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverlage (BDZV), das Deutschlandradio, die Produzentenallianz, Reporter ohne Grenzen (RSF), der Tarifverband Privater Rundfunk (TPR), der Medienverband der Freien Presse (VDZ), die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft - ver.di und das ZDF angehören, "erfahrene Solidarität", wie es in einer Pressemitteilung heißt, für Kultur- und Medienschaffende aus der Ukraine und Russland leisten.

"Der von der russischen Regierung begonnene Krieg richtet sich auch gegen unsere Kolleg*innen. Mit dieser Initiative wollen wir ein Zeichen der Solidarität für die Geflüchteten beider Länder setzen. Den Menschen genau jetzt eine Perspektive zu bieten und dafür zu sorgen, dass sie auch hier ihren Berufen nachgehen sowie die hiesige Kultur- und Medienvielfalt bereichern können, sehen wir als wichtigen Beitrag des Zusammenstehens", erklärt Bernhard F Störkmann, Rechtsanwalt und geschäftsführender Justiziar des BFFS.

Der Vorsitzende der Produzentenallianz, Alexander Thies, fügt hinzu: "Mit dem unmittelbar bevorstehenden Start einer eigenen Medien-Jobplattform für Geflüchtete aus der Ukraine haben wir eine Initiative geschaffen, die Mut machen soll. In einer äußerst konstruktiven Netzwerkarbeit der Bereiche Kultur-, Film/Fernsehen- und Medienwirtschaft haben Arbeitgeber, Sender und Gewerkschaften sowie andere Verbände des Medienbetriebs dieses Mammut-Projekt in vier Sprachen auf die Beine gestellt. Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg überzieht die Ukraine mit menschenverachtender Brutalität. Dieser Krieg richtet sich gezielt auch gegen unsere Kolleginnen und Kollegen aus Kultur und Medien. Das darf uns nicht unberührt lassen. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, als Branche Verantwortung zu zeigen. Mit der new-start.media wollen wir Kriegsgeflüchteten eine rasche Integration in den deutschen Arbeitsmarkt ermöglichen. Als Arbeitgeberverband bitten wir unsere Mitglieder ausdrücklich, Haltung zu zeigen und sich auf der Plattform um die Einstellung zusätzlicher Stellenangebote und Projektbeschäftigungen zu bemühen."

Nach Ansicht der Initiatoren der Jobbörse sind nicht nur aus der Ukraine geflüchtete Kultur- und Medienschaffende von diesem Krieg betroffen, sondern auch Kulturschaffende und Journalist:innen, die "aufgrund von Zensur und praktischer Berufsverbote" aus Russland geflohen sind.

In dem Angebot, das in Kürze beim Kooperationspartner Jobnet AG online gehen soll, sollen entsprechende Jobangebote gebündelt werden. "Die Arbeitgeber der Branchen bemühen sich um zusätzliche Stellenangebote und Projektbeschäftigung, die sich besonders für Kriegsgeflüchtete eignen", heißt es dazu in der Mitteilung weiter.

Darüber hinaus will das nach eigenen Angaben ständig wachsende Netzwerk "als Ansprechpartner für die Bundes- und Landesregierungen agieren, um nötige Anforderungen zur besseren Beschäftigungsperspektive und Arbeitsmarktintegration für Kriegsgeflüchtete gebündelt mit der Politik zu beraten."