Kino

Italien: ANEC fordert Rückkehr zum Kinofenster

Vor dem Hintergrund der 2021er Boxofficezahlen und einer hohen Zahl an Kinoschließungen fordert der italienische Kinoverband ANEC die Wiedereinführung des 90-Tage-Kinofensters, das während der Pandemie aufgehoben worden war.

22.02.2022 16:09 • von Jochen Müller
ANEC-Präsident Mario Lorini (Bild: ANEC)

Mario Lorini, Präsident des italienischen Kinoverbands ANEC, hat jetzt bei einer Veranstaltung in Rom die Alarmglocken für das italienische Kinos geläutet und eine Rückkehr zum 90-Tage-Kinofenster gefordert. Dieser Zeitraum zwischen dem Start eines Films in den Kinos und der Veröffentlichung bei Streamingdiensten oder im Fernsehen war während der Corona-Pandemie aufgehoben worden. Dies führe laut Lorini dazu, dass auf Hunderten von Leinwänden in den heimischen Kinos Filme zu sehen sein würden, die gleichzeitig bei Streamern und im Fernsehen liefen. Dies würde den Kinos "erschweren, zu überleben". Werde das Kinofenster nicht wieder eingeführt, so seit laut Lorini zu befürchten, dass nicht mehr als 35 Prozent der italienischen Produktionen überhaupt ins Kino kommen würden, sondern gleich bei Streamingdiensten und TV-Sendern landen würden.

Zur Untermauerung seiner These nannte Lorini auch noch aktuelle Zahlen und verwies auf das Boxoffice aus dem Jahr 2021. So seien von den 3.600 Kinoleinwänden, die vor zwei Jahren erstmals hätten schließen müssen, bis heute rund 500 schwarz geblieben.

Das Boxoffice in Italien lag 2021 mit 170 Mio. Euro rund 50 Prozent unter dem durchschnittlichen Wert eines Vor-Pandemiejahres.