Kino

Bayerns Kinos werden aus 2G Plus entlassen

Noch in dieser Woche soll in Bayern die Testpflicht für Geimpfte und Genesene unter anderem bei Kulturveranstaltungen fallen. Einen Tag vor der nächsten Bund-Länder-Konferenz verkündete Ministerpräsident Markus Söder die überfällige Erleichterung. Damit einher geht nicht zuletzt auch eine entscheidende Ausnahme für Schüler.

15.02.2022 12:57 • von Marc Mensch
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei der heutigen Pressekonferenz (Bild: IMAGO/Sven Simon)

Besser spät als nie? Die massive Belastung der Kultur durch die zusätzliche Testpflicht für Geimpfte und Genesene hat in Bayern ein Ende. Wie Ministerpräsident Markus Söder bereits heute (und damit einen Tag vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen) verkündete, soll bereits von Donnerstag an 2G gelten, wo bislang 2G Plus vorgeschrieben war - also nicht zuletzt in den Kinos.

Damit geht eine weitere wichtige Erleichterung einher. Denn wie es in dem Kabinettsbeschluss heißt, haben minderjährige Schülerinnen und Schüler, die in der Schule regelmäßig negativ getestet werden, "künftig generell zu allen Bereichen von 2G auch ohne Impfung Zugang".

Die überfällige Lockerung ist Teil eines umfangreichen Maßnahmenpakets, das heute vom Kabinett beschlossen wurde - und das einzelne Bereiche wie etwa Museen und Ausstellungen, Fitnessstudios und Solarien oder Bibliotheken und Archive unter der 3G-Regelung zugänglich macht.

Dabei zeichnet sich schon die nächste Privilegierung der Gastronomie ab - denn tatsächlich erwartet Bayern, auch diese bald generell nach der 3G-Regel öffnen zu können. Entsprechende Perspektiven erwarte man sich nicht zuletzt von der Ministerpräsidentenkonferenz. Vorstellen könne man sich zudem, bald auch wieder Clubs und Diskotheken "vorsichtig" zu öffnen - dann unter den Bedingungen von 2G Plus.

Die maximale Kapazitätsgrenze im Kulturbereich bleibt zunächst bestehen, ohnehin wurde sie kürzlich auf 75 Prozent angehoben. Weiterhin gilt auch die FFP2-Maskenpflicht. Grundsätzlich wird die maximale Zuschauerzahl bei Kultur- und Sportveranstaltungen von 15.000 auf 25.000 angehoben.

Die Geltungsdauer der angepassten Verordnung wird bis einschließlich 19. März verlängert - an diesem Tag enden nach derzeitigem Stand voraussichtlich die aktuell geltenden bundesrechtlichen Corona-Befugnisse aus dem § 28a Infektionsschutzgesetz.

Zur Begründung der jetzt beschlossenen Lockerungsschritte heißt es in der Mitteilung: "Die Entwicklung der vergangenen Tage deutet darauf hin, dass die Omikron-Welle ihren Höhepunkt erreicht und möglicherweise bereits überschritten hat. Die Infektionszahlen sind stabil und mittlerweile auch rückläufig. Gleichzeitig ist die Situation im Gesundheitswesen weiter beherrschbar und es droht keine Überlastung. Insgesamt gibt es Anlass zu Zuversicht, dass sich die Corona-Lage in den nächsten Wochen weiter entspannen wird. Bayern schreitet daher auf dem bereits letzte Woche begonnenen Weg des Ausstiegs aus den Corona-Maßnahmen weiter voran - schrittweise mit Vorsicht und Augenmaß, aber auch mit Zielstrebigkeit und Konsequenz. Jede Entspannung der Infektionslage muss mit einem Zurückfahren der Beschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger verbunden sein. Daneben bleibt das Impfen zentral für den Weg aus der Pandemie."

Gleichwohl wird festgestellt, dass es auch nach dem 19. März "einiger niedrigschwelliger Schutzmaßnahmen (wie einer Maskenpflicht in bestimmten Bereichen wie etwa dem ÖPNV) bedürfen werde: "Als rechtliche Grundlage muss der Bund rechtzeitig vor dem 19. März 2022 ein entsprechendes Basisvorsorge-Paket schaffen, um den Ländern die nötigen Befugnisse in die Hand zu geben. Diese Maßnahmen können dann je nach Infektionslage von den Ländern angepasst werden". Zudem wird eine bundesweite Notfallstrategie für den Fall gefordert, dass sich das Infektionsgeschehen im Herbst (oder aufgrund anderer Faktoren) wieder verschlimmere.