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Bayerischer Rundfunk: Servus, Grünes Drehen

Nachhaltigkeit steht für den BR bei seinen Fiction-Produktionen künftig im Fokus. Zu den Highlights der bevorstehenden Programmsaison gehören Filme von Daniel Harrich und Marvin Kren, eine Miniserie über Glücksuchende und die Fortsetzung von "Servus Baby".

26.01.2022 14:47 • von Frank Heine
"Bis zum letzten Tropfen" mit Sebastian Bezzel (Bild: BR/SWR/diwafilm GmbH/Jürgen Olczyk)

Zum zweiten Mal in Folge fiel der traditionsreiche Filmbrunch des Bayerischen Rundfunks Corona zum Opfer. Auf eine Präsentation seines Film-, Serien und Doku-Programms des bevorstehenden Jahres verzichtete der Sender dennoch nicht und stellte einen 48-minütigen Trailer der Film-Höhepunkte des Jahres 2022 zusammen. Einführende Worte kamen erstmals von der neuen BR-Intendantin Katja Wildermuth, ein Privileg, das sich ihr Vorgänger bei den früheren Präsenzveranstaltungen nie zunutze machte. "Mit unseren Filmen und Serien setzen wir wichtige Akzente und gehen bei drängenden Fragen unserer Zeit voran. So stellt der Bayerische Rundfunk zum Beispiel das Thema Nachhaltigkeit auf allen Ebenen in den Fokus, auch und gerade im Filmbereich - sowohl inhaltlich wie auch produktionstechnisch." Wildermuth bekräftigte die Ankündigung aus dem Vorjahr, dass 2022 alle fiktionalen Auftragsproduktionen des BR unter dem Label "green motion" einer verbindlichen Selbstverpflichtung zu Mindeststandards folgen werden." Zusammen mit Produktionsunternehmen, Filmförderern und anderen Sendern stellen wir auf eine ökologischere Herstellungsweise um." Auch Bettina Ricklefs, Programmbereichsleiterin Spiel-Film-Serie, unterstrich die Dringlichkeit nachhaltigen Produzierens und führte die beiden im vergangenen Jahr gedrehten und gesendeten BR-Filme Faltenfrei" und 12 Tage Sommer" als erste positive Beispiele an.

Folgerichtig schlagen sich Nachhaltigkeit und Klimawandel über Genregrenzen hinweg als Themen des 2022er Programms nieder. Etwa in Daniel Harrichs Spielfilm "Bis zum letzten Tropfen" (16. März), der im Zentrum des ARD-Themenschwerpunkts #unserWasser steht und in Zusammenarbeit mit dem federführenden SWR, RBB und SR entstand. Der Münchner Regisseur und Investigativjournalist Harrich erzählt in einer Art Provinzwestern vom Streit um die Grundwasserrechte in einer kleinen Gemeinde - stargespickt mit Sebastian Bezzel, Ulrich Tukur und Karoline Schuch. Die schwarzhumorige Miniserie "Alles finster", eine Kooperation mit dem ORF und mit Zielrichtung Mediathek entstanden, erzählt davon, wenn Strom ein knappes Gut wird und flächendeckend ausfällt. Im Dokumentarischen stechen "Die Recycling-Lüge" (AT) von Tom Costello und Benedict Wermter, für den sich gleich sechs ARD-Anstalten zusammentaten und Volker Schlöndorffs Kinofilm Der Waldmacher" heraus. Der Oscar-Preisträger begleitet darin den australischen Gewinner des alternativen Nobelpreises, der eine einfache, aber geniale Lösung für die Landwirtschaft in Teilen Afrikas gefunden hat.

Zu den Höhepunkten im Fiktionalen zählt die linear als Dreiteiler ausgestrahlte Miniserie "Die Glücksspieler" von Michael Hofmann und Bert Koß. In der die film-Produktion bekommen Katharina Schüttler, Eko Fresh und Manuel Rubey eine Million Euro in Aussicht gestellt - einzige Bedingung: sie müssen versuchen, in einem Jahr glücklicher zu werden. Außerdem Marvin Krens Wiener Unterweltkomödie Der weiße Kobold" mit Frederick Lau und Maya Unger, eine weitere Kooperation mit dem ORF. Darüber hinaus setzt der BR auf bereits Bewährtes. Das Servus Baby"-Dreamteam um Natalie Spinell und Felix Hellmann bekam grünes Licht für eine dritte Staffel. Eine Entscheidung, auf die man seit vielen Monaten wartete. Besonders breit aufgestellt ist der BR seit jeher bei den Krimireihen: dreimal "Tatort" München, einmal "Tatort" Franken, ein "Polizeiruf" mit Verena Altenberger und die Fortsetzung des fulminant gestarteten "Passau-Krimis" in doppelter Ausführung stehen auf dem Programm. Auch im Kino-Ko-Bereich ist die Bandbreite mit Filmen wie No Name Restaurant" von Stefan Sarazin und Peter Keller, dem neuen Eberhofer-Krimi Guglhupfgeschwader", Schweigend steht der Wald" von Saralisa Volm oder Debüts wie Zwischen uns" von Max Fey und Monday um Zehn" von Mareille Klein beachtlich.