Kino

Bayern passt Kapazitätsbeschränkungen für die Kultur an

Es ist ein mehr als überfälliger Schritt: Wie Staatskanzleichef Florian Herrmann nach der heutigen Sitzung des bayerischen Kabinetts bekannt gab, wird die bisherige Kapazitätsgrenze unter anderem für Kinovorführungen angehoben.

25.01.2022 12:31 • von Marc Mensch
Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (Bild: IMAGO/Sven Simon)

Dass eine Entscheidung über eine gewisse Entlastung der Kultur in Bayern heute nicht erfolgen würde, war trotz weiter steigender Inzidenzen praktisch undenkbar - schließlich hatte Ministerpräsident Markus Söder dies zuletzt mehrfach in Aussicht gestellt. Zwar wird die von Kulturvertreter:innen gemeinsam getragene Forderung nach einer Auslastung von bis zu 75 Prozent nicht ganz erfüllt - damit war allerdings auch nicht zu rechnen, schließlich hatte sich unter anderem Söder in den vergangenen Tagen doch schon mehr oder minder auf eine Grenze von 50 Prozent festgelegt.

Diese wurden es nun auch: Wie Staatskanzleichef Florian Herrmann nach der heutigen Sitzung des bayerischen Kabinetts bekannt gab, wird die bayerische Corona-Verordnung zum 27. Januar dahingehend angepasst, dass die maximal zu belegende Kapazität in allen Bereichen (darunter Kinos), wo sie nach der derzeit noch geltenden Verordnung auf 25 Prozent begrenzt war, auf 50 Prozent erhöht wird. Herrmann erklärte dabei ergänzend, dass man im Rahmen der "konkreten Umsetzung" - also insbesondere der Hygienekonzepte - auch darauf achten werde, dass eine solche Auslastung tatsächlich erreicht werden könne. Es soll also explizit nicht per se am Mindestabstand von 1,50 Meter festgehalten werden, der schon für sich genommen in den allermeisten Fällen eine 50-prozentige Belegung eines Saals verhindern würde.

Gegenüber der Gastronomie bleibt die Kultur im Freistaat trotz dieser Erleichterung klar benachteiligt, denn sie bleibt der 2G-Plus-Regel unterworfen, während in der Gastronomie weiter 2G mit zusätzlichen Ausnahmen für Jugendliche gilt, wie sie im Kulturbereich ebenfalls keine Anwendung finden.

Nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die 2G-Regelung im Einzelhandel als nicht ausreichend konkretisiert verworfen hatte, wird Bayern auch keine Neuregelung anstreben, 2G ist im Einzelhandel Geschichte, hier greifen im Wesentlichen nur noch Masken- und Abstandsregeln. Zudem lässt Bayern, wie von Söder bereits angekündigt, bei sportlichen Großveranstaltungen wieder Besucher zu - maximal 10.000 bei einer Höchstbelegung von 25 Prozent. Und auch die Aussetzung der Hotspot-Regelung für Land- und Stadtkreise mit Inzidenzen im vierstelligen Bereich (das wären alleine in Bayern aktuell rund 30) bleibt bestehen.

Dass Bayern sich (im Prinzip gegen die Verabredungen bei der gestrigen MPK) zu Lockerungen entschlossen hat, begründete Herrmann mit den Besonderheiten der Omikron-Welle: Zwar hätten die Inzidenzen bundesweit wie auch in Bayern neue Höchststände erreicht - aber die Intensivbettenbelegung sei in der vergangenen Woche im Freistaat um 18 Prozent gesunken.