Kino

Berliner "Colosseum" vor Verkauf

Die Bemühungen um einen Erhalt des Kinos "Colosseum" im Prenzlauer Berg sind offenbar gescheitert, der Verkauf an einen Investor, der den Fokus auf Büronutzung legt, soll unmittelbar vor dem Abschluss stehen. Kinovorführungen sollen dem Komplex aber grundsätzlich erhalten bleiben.

24.01.2022 10:50 • von Marc Mensch
Die Entscheidung über den Verkauf des Colosseum an den Investor Values Real Estate soll gefallen sein (Bild: IMAGO/Future Image)

Noch im Herbst vergangenen Jahres hatte sich aus dem bereits 2020 gegründeten Verein "Rettet das Colosseum e.V." eine Genossenschaft unter dem Namen "Colosseum - UnserKino e.G. (i.G.)" rund um ehemalige Angestellte und engagierte Mitstreiter gegründet, doch nachdem Berliner Lokalmedien Anfang des neuen Jahres bereits darüber berichtet hatten, dass es für die selbstgesteckten Ziele an Tausenden von Unterstützern mangele, scheint die Rettung des Traditionskinos Colosseum in der angestrebten Form nun endgültig gescheitert zu sein.

Denn diese fußte auf der Hoffnung, die Stadt könne das Gebäude erwerben, um die Genossenschaft als Betreiber einzusetzen. Doch wie der Tagesspiegel unter Berufung auf "informierte Kreise aus der Bezirkspolitik" berichtete, soll der Verkauf der Immobilie an die Hamburger Immobiliengesellschaft Values Real Estate nun unmittelbar vor dem Abschluss stehen.

Seine Pläne hatte der Investors bereits vor geraumer Zeit vorgelegt, sie sehen die Umwandlung des Gebäudes in einen "Kultur- und Bürokomplex" vor, wobei die "Kultur" abseits des Namens eher an zweiter Stelle steht. Was tatsächlich gerettet und potenziell als Arthouse-Saal fortgeführt werden soll, ist der historische Kern des Kinos - und das aus gutem Grund. Denn der größte der ehemals zehn Säle steht unter Denkmalschutz und darf baulich nicht verändert werden, wie Verkäufer Sammy Brauner bereits 2020, im Jahr der Schließung des Colosseum, gegenüber dem Tagesspiegel hatte verlauten lassen.

Der Bezirk hat dem Konzept von Values Real Estate laut dem Tagesspiegel mittlerweile seinen Segen erteilt - damit ist der Weg für den Umbau des Gebäudes, das 1920 erstmals als Kino genutzt wurde und zwischen 1957 und 1963 (dem Eröffnungsjahr des Kino International) als Premierenkino der DDR diente, frei.