Kino

"Veränderungen annehmen": Johannes Klingsporn zum Abschied vom VdF

Nach fast 30 Jahren als Geschäftsführer hat Johannes Klingsporn zum Jahreswechsel seine Tätigkeit für den Verband der Filmverleiher beendet. Wir sprachen mit ihm über den Umbruch der Märkte und das Verhältnis zwischen Verleih und Kino.

07.01.2022 12:26 • von Marc Mensch
"Das Kino wird weiterleben" ist Johannes Klingsporn trotz aller Veränderungen überzeugt (Bild: VdF)

Mitte 1993 hatte Johannes Klingsporn seine Tätigkeit als Geschäftsführer des Verbands der Filmverleiher aufgenommen, mit dem Ende des alten Jahres hat er seine fast 30 Jahre währende Tätigkeit nun beendet und das Amt an seinen Nachfolger Peter Schauerte übergeben, der zugleich den Geschäftsführerposten des BVV übernommen hat. Wir sprachen mit Johannes Klingsporn zum Abschied unter anderem über den Umbruch der Märkte und das Verhältnis zwischen Verleih und Kino.

BLICKPUNKT: FILM: Sie haben den VdF auf einem neuerlichen Höhepunkt der Corona-Krise verlassen. Fiel es Ihnen nach fast zwei Jahren eines pandemiegeprägten Umfelds leichter oder schwerer, die Verantwortung abzugeben?

JOHANNES KLINGSPORN: Es fiel mir tatsächlich leichter. Bis Ende 2020, als ich meine Tätigkeit bei der VGF beendete, hatte ich einen irre vollen Terminkalender, ich bin alleine zwei Mal wöchentlich zwischen Berlin und München gependelt. Quasi mit der Pandemie begann für mich eine Art abgestufter, sanfter Ausstieg, auch aufgrund der Tatsache, dass ich häufig im Homeoffice tätig war. Insofern markiert der Schritt für mich keine so deutliche Zäsur, wie es unter anderen Umständen womöglich der Fall gewesen wäre. Dass ich in einer Zeit gehe, in der sich die Branche in einem dramatischen Umbruch befindet, steht auf einem anderen Blatt...

B:F: Was sagt es über diesen Umbruch aus, dass VdF und BVV künftig unter gemeinsamer Führung agieren - nachdem der BVV zuletzt kaum noch öffentlich in Erscheinung getreten war?

KLINGSPORN: Der Schritt ist nur konsequent, schon alleine deshalb, weil viele der VdF-Mitglieder ohnehin parallel im BVV organisiert waren. Und natürlich sehen wir alle, wie sich die Märkte verändern, welche Bereiche wachsen, welche stagnieren und welche schrumpfen. Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass das physische Home-Entertainment-Geschäft nicht einfach verschwindet, sondern dass es eine Zukunft hat, das sehen wir ja auch im Musikmarkt. Natürlich wird die Rolle eine andere sein als während des Booms der DVD. Auch der Kinofilm wird eine andere Rolle einnehmen, als noch vor zehn, 15 Jahren. Deshalb ist jetzt auch der ideale Zeitpunkt, dass mit Peter Schauerte jemand übernimmt, der beide Märkte in- und auswendig kennt, der einen breiten Blick hat, der über den Kinofilm hinaus blickt und damit auch die Veränderungen bestmöglich begleiten kann.

B:F: Aus Kinosicht könnte das beinahe wie ein kleiner Abgesang klingen...

KLINGSPORN: Nein, gar nicht - aber man muss bereit sein, Veränderungen anzunehmen. Und was mir wirklich Hoffnung macht, ist diese große Riege junger engagierter Kinomacher*innen, die zwar mit Stolz auf das aufbauen, was ihre Familien oder Vorgänger*innen geschaffen haben, die aber auch eigene, neue Wege gehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Verleiher und Produzenten mit Kinobetreiber*innen, die wirklich an ihr Geschäft glauben, weiterhin gemeinsam etwas rocken können. Ganz ohne Zweifel.

B:F: Welche Bedeutung kommt den deutschsprachigen Märkten für globale Auswertungsstrategien denn noch zu?

KLINGSPORN: Das ist natürlich eine wichtige Frage. Denn es lässt sich schlicht nicht leugnen, dass die auffallend geringe Kinoreichweite in Deutschland ein Thema ist, das dringend adressiert werden muss. Selbst in Europa steht Deutschland am Ende der Skala, vom Vergleich mit den USA will ich gar nicht erst sprechen. Im Grunde ist die Situation dramatisch, ironischer Weise steckt darin aber auch viel Hoffnung. Denn wenn über 60 Prozent der Bevölkerung nicht ein einziges Mal im Jahr ins Kino gehen - dann muss man doch von einem enormen Potenzial sprechen, das es wieder zu aktivieren gilt. Andere Länder schaffen das, warum nicht wir?

B:F: Was wäre Ihrer Ansicht nach der Schlüssel?

KLINGSPORN: Wenn ich den Königsweg kennen würde, würde ich ihn überaus gerne präsentieren - ich kenne ihn allerdings nicht. Wobei das meiner Ansicht nach auch daran liegen dürfte, dass wir eben nicht von der einen Maßnahme, dem einen Patentrezept sprechen. Sondern von einer Vielzahl an Stellschrauben, kleineren und größeren. Was auf alle Fälle schon immer entscheidend war und in einem neuen Marktumfeld immer entscheidender sein wird, ist, das Erlebnis in den Mittelpunkt zu stellen, uneingeschränkte Qualität zu bieten. Sie haben kürzlich von Ihrem "Wow-Erlebnis" bei "Dune" im Imax Leonberg berichtet, bei mir war das jüngste der Besuch von "Keine Zeit zu sterben" in einem Astor-Kino. Die perfekte Vorführung eines tollen Films, die von allen Besuchern begeistert aufgenommen wurde. Wenn es gelingt, ein solches Niveau durchgehend zu bieten und das auch nach außen zu vermitteln, dann sehe ich absolut Chancen, auch Kinoabstinente zurückzugewinnen. Das erfordert aber natürlich auch entsprechend hochwertiges Produkt - und es ist nun wahrlich kein Geheimnis, dass lokale Produktionen weltweit massiv an Bedeutung gewonnen haben. Da sehe ich Deutschland tatsächlich zunehmend ins Hintertreffen geraten. Denn die Zukunft liegt sicherlich nicht im Low-Budget-Bereich. Wir benötigen konkurrenzfähige Kinofilmbudgets deutlich über fünf Mio. Euro! Leider wird die Finanzierung trotz des grundsätzlichen Ausbaus von Förderungen immer schwieriger, da sich insbesondere die öffentlich-rechtlichen Sender massiv zurückgezogen haben. Gleichzeitig stelle ich fest, dass die Ansprüche teils einfach zu niedrig sind. Natürlich kann nicht jeder FFA-geförderte Film 300.000 Besucher oder mehr machen - aber wenn Produzent*innen erst gar nicht mit dem Anspruch antreten, ein signifikantes Publikum zu erreichen, dann läuft etwas ganz gehörig falsch!

B:F: Kinobetreiber würden vermutlich argumentieren, dass auch beim Umgang mit dem vorhandenen Produkt viel Potenzial verschenkt wird, weil nicht auf die Kompetenz der Leute vor Ort vertraut wird, wenn es um Einsatzvorgaben geht. Warum brachte die Digitalisierung an dieser Stelle nicht den erhofften Flexibilitätsschub?

KLINGSPORN: Es gibt ja durchaus Angebote in dieser Richtung, ich darf nur an die Ausführungen erinnern, die Oliver Koppert unter anderem beim Filmtheaterkongress machte. Es ist eine Frage des Vertrauens und der Transparenz. Meines Erachtens wäre es eine extrem sinnvolle Investition in die Zukunft, die Geheimniskrämerei zu beenden und Zahlen vorstellungsgenau zu melden. Technisch ist das kein Problem, in anderen Ländern ist das ja auch Usus. Solange man sich da sträubt, solange werden Verleiher auf die jetzige Praxis pochen. Zumal man ja auch sehen muss: Wenn ein Film mit hunderten von Kopien im Markt ist, summieren sich auch schwächer besuchte Vorstellungen am Ende. Echte Flexibilität würde schon von daher meiner Ansicht nach auch die Bereitschaft erfordern, Filme, für die noch eine Nachfrage besteht, entsprechend länger einzusetzen. Aber grundsätzlich sind wir an einem wesentlichen Punkt angelangt: Wir haben die Möglichkeiten der Digitalisierung bislang nicht annähernd ausgeschöpft, gerade was die Publikumsanalyse und Nachfragesteuerung anbelangt - dass es da nach wie vor solche Widerstände zu überwinden gilt, frustriert mich.

B:F: Das ist das Thema, das Ihnen bis zuletzt das größte Kopfzerbrechen bereitet hat?

KLINGSPORN: Absolut. Denn in der Vermarktung liegt ein ganz wesentlicher Schlüssel für die Kinoreichweite. Man fragt sich ja gerne, warum es in Frankreich oder Großbritannien so viel besser läuft als in Deutschland - und ein Teil der Antwort ist sicherlich auch, dass wir mit Paris und London zwei Ballungsräume von derart herausragender Bedeutung haben, dass alleine mit dortigen Maßnahmen schon viel gewonnen ist. In Deutschland haben wir hingegen nicht nur die Situation, dass die Kinolandschaft ungleich fragmentierter ist als etwa in England, wo die drei großen Ketten rund 85 Prozent des Marktes auf sich vereinen - wobei ich auch klar die Vorteile der hiesigen Vielfalt sehe. Aber wir haben eben auch eine ganze Reihe an Schlüsselstädten - und erzielen ein Drittel der Kinobesucher außerhalb der Metropolen. Das ist an sich toll, macht das Marketing aber enorm komplex und teuer. Deshalb verstehe ich nicht, wieso es nicht gelingt, bundesweite Strukturen und Austausch zu schaffen, um das Besuchsverhalten genau zu analysieren und den Streuverlust beim Marketing einzuschränken. Dass das nicht gelingt, da rauft man sich doch die Haare - wie auch dabei, wenn man sieht, dass es nicht gelungen ist, eine bundesweite Ticketingplattform zu etablieren, die von allen angenommen wird.

B:F: Was sagt es denn über das Verhältnis zwischen Verleih und Kino in Deutschland aus, dass es auch nach keinem der beiden bisherigen Lockdowns gelungen war, eine branchenweite Wiedereröffnungskampagne auf die Beine zu stellen?

KLINGSPORN: Das ist natürlich bedauerlich, aber ich will da jetzt nicht nachtarocken. Zumal ich durchaus konstruktive Anstrengungen sehe, gemeinsam so gut wie möglich durch die Pandemie zu kommen. Und irgendwie schweißt es ja doch zusammen, wenn man sich als Branche mit solchen Undingen wie dem Flickenteppich an Regelungen konfrontiert sieht... Wichtig wäre sicherlich, die Situation der Verleiher auch auf politischer Ebene stärker in den Blick zu nehmen, schließlich wird von ihnen erwartet, ihre Filme in einem volatilen Umfeld zu starten. Ich bin gespannt, wie die neue Regierung an dieser Stelle agiert, von Seiten des VdF liegen bekanntermaßen Vorschläge auf dem Tisch, wie man vernünftige Anreize dafür schaffen kann, den Kinos auch in angespannter Situation mit attraktiven Starts zur Seite zu stehen, die auch mit entsprechenden Budgets beworben werden können. Denn das ist das A und O.

B:F: Der VdF hat sich seit Langem für reduzierte Kinofenster eingesetzt - nun sind sie für nicht-geförderte Produktionen Realität geworden. Erlaubt es das Marktumfeld, die Auswirkungen zu beurteilen?

KLINGSPORN: Nein, ich denke nicht, dass wir uns in einem Umfeld bewegen, in dem sich belastbare Aussagen treffen lassen - dazu wirken zu viele externe Faktoren auf den Besuch ein und dazu ändern sich die Rahmenbedingungen derzeit auch zu häufig und zu schnell. Aber sagen wir es doch einmal so: Wer hätte gedacht, dass das Kino im dritten Quartal besser performen könnte als im Vergleichszeitraum 2018 - und wer hätte gedacht, dass "Keine Zeit zu sterben" unter den gegebenen Umständen sechs Millionen Besucher schaffen würde? Dass ist doch super! Aber noch einmal konkret zum Fenster: Leitmotivation für die Forderung nach einer Verkürzung war stets der Gedanke, dass es doch nicht richtig sein kann, wenn Kinobetreiber einen Film nicht mehr einsetzen und damit zu verstehen geben, dass sie kein Besucherpotenzial mehr sehen - gleichzeitig aber vom Verleih erwarten, dass der Film auch nicht anderweitig verwertet wird. Der VdF hat stets dafür plädiert, dass eine schnelle Auswertung auf anderen Plattformen möglich sein muss, wenn ein Film von den Leinwänden verschwindet. Das halte ich für völlig richtig - und das ist in der Tat eine Entwicklung, die nicht mehr aufzuhalten ist.

B:F: Was hat aus Ihrer Sicht das Verhältnis zwischen Kino und Verleih in den knapp 30 Jahren, die Sie für den VdF tätig waren, am deutlichsten geprägt?

KLINGSPORN: Tatsächlich das grundlegende Geschäftsmodell, die Erhebung einer Filmmiete, die sich - vereinfacht ausgedrückt - anhand des Endverbraucherpreises errechnet und deren Gesamthöhe von den tatsächlich verkauften Tickets abhängig ist. Die aber auch laufend neu verhandelt wird, sich an Spielwochen orientiert usw... Dieser Mechanismus führte per se zu einer unglaublich engen Zusammenarbeit, aber natürlich auch immer wieder zu Reibungen, zu emotionalen Reaktionen. Ich erinnere mich noch gut an die 90er Jahre, als immer mehr moderne Multiplexe eröffnet wurden und argumentiert wurde, man müsse beim Leihmietensatz doch privilegiert werden, weil man enorm investiert habe und damit viel höhere Eintrittspreise erziele als der Durchschnitt. Auf der anderen Seite wäre doch das Argument, dass man bei einem supertollen Film, der mit enormem Marketingbudget auf die Leinwände kommt, doch auch sehr deutlich an der Schraube drehen müsse...

B:F: Weniger emotional als zu Beginn der 1990er sind die Debatten um die Verleihkonditionen zuletzt aber sicherlich nicht geworden.

KLINGSPORN: Nein - und darum halte ich es auch für wichtig, Verständnis für die Bewegungen des Marktes, für die Vor- und Nachteile von Veränderungen zu schaffen. Das gilt heute mehr denn je, denn wir befinden uns wie gesagt in einem Umbruch - alleine schon dadurch, dass Unternehmen, die ursprünglich primär für das Kino gearbeitet haben, nun eigene Streamingplattformen betreiben und die Konsumenten damit direkt erreichen. Umso wichtiger wäre es, den Datenschatz aus dem Kinobesuch gemeinsam zu bergen und zu nutzen.

B:F: Worin sehen Sie die größten Erfolge der Verbandsarbeit in den vergangenen drei Jahrzehnten?

KLINGSPORN: Ich bin überzeugt, dass wir es in Deutschland hervorragend hinbekommen haben, die Digitalisierung der Kinos zu stemmen. Anfangs empfand man ja schon die Annahme als optimistisch, 3500 Leinwände in das digitale Zeitalter holen zu können, gelandet sind wir bei rund 4700. Und das ist vor allem deshalb gelungen, weil die Verleiher den größten Teil der Kosten über die diversen VPF-Modelle gestemmt haben, darunter nicht zuletzt das Treuhandmodell der FFA. Froh bin ich auch darüber, dass wir uns gegen den Widerstand etlicher kleiner Betreiber damit durchsetzen konnten, den DCI-Standard zu etablieren. Denn es hat sich - wie vom VdF immer betont - auch in der Praxis gezeigt, dass dieser kein Verdrängungsmechanismus war, sondern Investitionssicherheit schuf. Im Kontext der Digitalisierung ist natürlich auch die erfolgreiche Zertifizierung der Kassensysteme zu sehen - nicht auszudenken, wenn diese vor einer Situation wie der aktuellen nicht erfolgt wäre. Und auch wenn wir vorhin über das Scheitern einer Wiedereröffnungskampagne gesprochen haben, sehe ich doch die vielen gemeinschaftlichen Branchenprojekte als enormen Erfolg, als Beispiel sei an dieser Stelle nur Vision Kino genannt. Grundsätzlich möchte ich festhalten: Sich um die Verteilung des Kuchens zu streiten, bringt niemanden weiter. Der Kuchen muss größer werden - und dazu bedarf es der Zusammenarbeit zwischen Verleih, Kinos und Produzenten.

B:F: Seit 2014 war der deutsche Kinobestand im Wachstum begriffen - bis die Pandemie der positiven Entwicklung ein jähes Ende setzte. Warum, denken Sie, haben sich die Medien auch in der Wachstumsphase nie vom Mythos des Kinosterbens verabschiedet?

KLINGSPORN: Das ist womöglich ein Phänomen, mit dem man sich abfinden muss. Ich weiß noch genau, als ich meine Karriere in der statistischen Abteilung der SPIO begann: Damals begann gerade das Home-Entertainment-Geschäft durchzustarten - und für die Medien bedeutete das selbstverständlich den baldigen Tod des Kinos. Der Glaube daran, dass Althergebrachtes irgendwann einmal durch neue Entwicklungen abgelöst wird, ist einfach tief verwurzelt - und tatsächlich blieb der Videoboom ja auch nicht ohne Auswirkungen. Nur waren die beileibe nicht alle negativ. Tatsächlich fand ich es faszinierend, zu sehen, wie sehr die Qualität des Kinoprogramms dadurch gestiegen ist, dass viel B- und C-Ware zugunsten einer exklusiven Videoauswertung von den Leinwänden verschwand. Später zog dann auch die Ausstattung der Kinos massiv nach. Selbstverständlich wird auch der Streamingboom Veränderungen hervorrufen - aber worauf man stets wird bauen können, ist dieser öffentliche Raum, der einzigartige Erlebnisse bieten kann und sich somit von jeder anderen Nutzungsart abhebt. Das ist eine fundamentale Stärke.

B:F: Wenn wir uns an das Frühjahr 2020 zurückerinnern, schien es vielen Marktteilnehmer*innen damals wie ein Todesurteil, eine Branche über Wochen lahm zu legen. Knapp zwei Jahre später hat sich das Kino als ausgesprochen resilient erwiesen...

KLINGSPORN: Ich erinnere mich noch an meine abschließenden Worte zur letztjährigen Mitgliederversammlung, die da in etwa lauteten: "Wir sehen Licht am Ende des Tunnels - wir haben einen Impfstoff und damit den Schlüssel, dass alles wieder gut wird." Jetzt sehen wir leider, dass es nicht so einfach ist, dass wir uns womöglich langfristig auf Restriktionen einstellen müssen. Wie damit dauerhaft umzugehen ist, vermag ich nicht zu sagen - aber ich kann nur betonen, dass die Kinos gerade in diesem Herbst eindrucksvoll gezeigt haben, was auch unter widrigen Bedingungen möglich ist. Mancher nachhaltige Effekt wird sicherlich nicht zum Schaden der Branche in der Zukunft sein - denken wir nur an die sprunghaft gestiegene Online-Buchungsquote. Daher zwei Dinge zum Abschied: Zum einen möchte ich dafür danken, knapp 30 Jahre lang mit einem derart tollen Team und der vollen Unterstützung der VdF-Mitglieder gearbeitet haben zu können. Und zum Anderen möchte ich gerne dazu anregen, den Blick auf das Positive zu richten. Kino wird weiterleben.

Das Gespräch führte Marc Mensch