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DAS WAR 2021 - Eine Branchenumfrage: Christoph Gröner, Künstlerischer Leiter Filmfest München

Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino-, Fernseh-, Festival- und Videobranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert waren, welche Erfolge sie feiern konnten. Hier berichtet Christoph Gröner, Künstlerischer Leiter Filmfest München.

20.12.2021 08:01 • von Jochen Müller
Christoph Gröner, Künstlerischer Leiter Filmfest München (Bild: Michel Nicolas, ARTE)

Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino-, Fernseh-, Festival- und Videobranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert waren, welche Erfolge sie feiern konnten. Hier berichtet Christoph Gröner, Künstlerischer Leiter Filmfest München.

"Im permanenten Schleudergang"

1. Was waren für Sie die prägenden Ereignisse in diesem Jahr?

Spontan am prägendsten: zunächst die Bundesnotbremse, dann am 1. Juli das tolle Signal der Kinoöffnung, die wir zeitgleich mit der Eröffnung des Filmfest München feierten, dann wieder die extremen Sicherheitsauflagen im Herbst für Kinos in Bayern. Kurz: Es war ein Wechselbad der Gefühle, und gleichzeitig freue ich mich, dass sich die internationale Münchner Filmwochen GmbH mit vier unterschiedlichen Festivalkonzepten für das Filmfest und das Filmschoolfest in zwei Jahren als kreativ und resilient erwiesen hat.

2 . Womit hatten Sie am meisten zu kämpfen?

Die intensiven Einschränkungen für die Kultur haben mich sehr getroffen, auch wenn die Politik uns als Festival - dank unserer Festivaldirektorin Diana Iljine - das Vertrauen gab, das Filmfest München physisch vor Ort zu planen. Doch die Planungsunsicherheiten blieben hoch, auch im Vergleich zu anderen Bundesländern oder dem deutschsprachigen Ausland. Die gesamte Filmbranche inklusive aller Auswertungsorte und -formen steckt in einem permanenten Schleudergang, den wir nur bedingt steuern können. In der 130 Mitglieder zählenden AG Filmfestival sind wir uns einig: die vielfältige Festivallandschaft in Deutschland scheint für die nächsten Jahre bedroht. Ein Reminder an die Politik: Ohne die Plattformen der Festivals gibt es keine Startrampe für Geschichtenerzähler. Und ohne Geschichtenerzähler kann sich die Gesellschaft wohl kaum über sich selbst verständigen. Film ist kein Luxus, er ist für einen tragenden Teil der Gesellschaft Elixir.

3 . Was waren ihre persönlich größten Erfolge?

Das wir weiterhin eine fantastische Startrampe für Filme sind - im Open Air doppelt schwer! Lieber Thomas" startete bei uns und wird bei den Lolas 2022 sicher seine Rolle spielen; Ivie wie Ivie" feierte seine Weltpremiere bei uns und gewann die wohl wichtigste Lola 2021, die Nebenrolle an Lorna Ishema; oder unser bayerischer Eröffnungsblockbuster Kaiserschmarrndrama", mit dem wir gemeinsam mit der Constantin laut sagen konnten: Das Kino ist wieder offen! Aber auch der erfolgreichste nicht-englischsprachige Netflix-Film aller Zeiten, Blood Red Sky", wurde bei uns getauft. Und all diese Erfolge konnten wir trotz des schlechtesten Sommerwetters in München seit 15 Jahren feiern! Ganz entscheidend auch: Das Potential für Kooperation, Austausch, Vernetzung wurde voll und innovativ genutzt. Mit dem FFF Bayern und Warner Bros Generation Beziehungsunfähig" zur Premiere in über 80 Kinos zu zeigen, oder Tobi Krell im digitalen Austausch mit einigen Dutzend Schulklassen zu sehen, sind dafür wunderbare Beispiele.

4. Wie schätzen sie 2022 ein?

Die Zeit der komplett digitalen Festivals geht spätestens im Laufe des Jahres vorbei. Egal wie: Kultur braucht Gemeinschaftserleben, Menschen, die gemeinsam über das Gesehene reden. Das kann nichts ersetzen. Wir müssen zurück ins Kino - und sind uns sicher, dass auch die Politik das will und dabei auch stärker die Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien anerkennen wird, sowie die Tatsache, dass der Kulturort Kino (mit allen Beteiligten, von Produzenten bis Verleihern und Festivals) 2022 ein entscheidendes Jahr erlebt. Gleichzeitig wird das Geschichtenerzählen endlich diverser. Wir feiern das bereits im März. Mit einer dreitägigen Konferenz zum Thema Diversität an der Evangelischen Akademie Tutzing! Details dazu gibt es im Januar - aber wir erwarten ein Gespräch mit zentralen Entscheidern und entsprechendem Nachhall, auch international. 2022 wird ein Jahr weiterer Neuerfindungen - und das Filmfest München in seiner Essenz wieder ein Kinofestival.

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