Kino

DAS WAR 2021 - Eine Branchenumfrage: Szenenbildner Hannes Salat

Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino-, Fernseh-, Festival- und Videobranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert waren, welche Erfolge sie feiern konnten. Hier berichtet Szenenbildner Hannes Salat.

13.12.2021 12:12 • von Barbara Schuster
Hannes Salat (Bild: Ingo Pertramer )

Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino-, Fernseh-, Festival- und Videobranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert waren, welche Erfolge sie feiern konnten. Hier berichtet Szenenbildner Hannes Salat.

"Work-Life-Balance wird ein immer wichtigeres Thema"

Unsere Fragen:

1. Was waren für Sie die prägendsten Ereignisse in diesem Jahr?

2. Womit hatten Sie am meisten zu kämpfen?

3. Was waren Ihre persönlichen größten Erfolge?

4. Wie schätzen Sie 2022 ein?

2021 war für mich beruflich ein gutes Jahr! Ich arbeite gerade an einer sechsteiligen Serie für Amazon Prime mit dem Titel "Gefesselt", die in München, Hamburg und Leipzig gedreht wird. Ein sehr spannendes Projekt, dass in den 80er/90er Jahren spielt. Die Muster sehen sehr vielversprechend aus!

Zum Glück haben Filmproduktionen machbare Konzepte entwickelt, mit denen Dreharbeiten trotz Corona stattfinden können. Ich beschäftige mich derzeit viel mit den Arbeitsbedingungen, unter denen Filmprojekte stattfinden und komme drauf, dass ich mir noch keine eindeutige Meinung bilden kann.

Es gibt nichts Schöneres, sich leidenschaftlich jedem Projekt zu widmen, filmische Welten zu entwickeln und sie mit dem Team und meinen Mitarbeitern umzusetzen. Dabei wird mir immer klarer, dass sich das Verhältnis zu unserer Arbeit in den letzten 20 Jahren verändert hat. Die Projekte müssen schneller gedreht werden, gleichzeitig steigt der visuelle Anspruch und Aufwand. Viele Mitarbeiter stellen das in Frage und möchten da nicht mehr selbstverständlich mitmachen. Work-Life-Balance wird ein immer wichtigeres Thema.

Gleichzeitig wird sehr viel gedreht und ständig Personal gesucht. Es tun sich viele Punkte auf, die man verbessern sollte. Wie zum Beispiel die langen Arbeitszeiten (60 Stunden Woche), unzureichende Kinderbetreuung für Filmschaffende, Förderung des Nachwuchses, nicht vorhandene Ausbildung für Szenen- und Kostümbild in Österreich, Drehbücher, die zu spät fertig werden, schlechte Planbarkeit der Projekte durch späte Förderzusagen, usw.

Ich habe noch immer so viel Freude an meiner Arbeit und werde auch regelmäßig mit Preisen dafür belohnt, wie dieses Jahr der österreichische Filmpreis für bestes Szenenbild für "Quo Vadis, Aida?". Dieser bosnische Film war 2021 für den fremdsprachigen Oscar nominiert und ist in vier Hauptkategorien für den europäischen Filmpreis nominiert.

Mir kommt vor, dass ich in einer Art Verpflichtung stehe, mich in der Branche einzubringen, um auch positive Veränderungen für Filmschaffende voranzutreiben. Ich hoffe, dass ich als frischgebackenes Mitglied des Vorstandes der Akademie des österreichischen Films in diesem Sinne etwas bewegen und erreichen kann.

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