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DAS WAR 2021 - Eine Branchenumfrage: Jytte Merle Böhrnsen, Schauspielerin und Drehbuchautorin

Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino-, Fernseh-, Festival- und Videobranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert waren, welche Erfolge sie feiern konnten. Hier berichtet Jytte Merle Böhrnsen, Schauspielerin und Drehbuchautorin.

20.12.2021 11:32 • von Jochen Müller
Jytte Merle Böhrnsen, Schauspielerin und Drehbuchautorin (Bild: Tobias Wiemann)

Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Was waren die Ereignisse, die Ihr 2021 geprägt haben? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino-, Fernseh-, Festival- und Videobranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert waren, welche Erfolge sie feiern konnten. Hier berichtet Jytte Merle Böhrnsen, Schauspielerin und Drehbuchautorin.

"Vertrauen ins Leben"

1. Was waren für Sie die prägenden Ereignisse in diesem Jahr?

Der Verlust von Menschen, die man lieb hat. Dieses Jahr war seltsam, und ich musste mich noch nie so sehr mit dem Tod beschäftigen. Dabei habe ich angefangen, mich mit dem Thema Tod zu versöhnen und hole es mehr ins Licht. Gerade schreibe ich auch an einem Drehbuch, in dem es um Verlust geht. Tod sollte kein Tabuthema sein. Dafür ist es viel zu bedeutend, und so paradox es klingen mag, es liegt auch Schönes darin. Prägend war auch die Sat1-Produktion "Toni & Tom (AT)". Zu sehen, dass so viele kreative Menschen zusammenkommen, um eine Geschichte zu erschaffen, die ich mir ausgedacht habe. Das ist schon echt wundervoll surreal.

2. Womit hatten Sie am meisten zu kämpfen?

Kämpfen... liegt mir nicht so. Aber tatsächlich fühlte es sich für mich in diesem Jahr immer wieder so an, als würde um irgendetwas gekämpft. Um das Wohlwollen, das Zuhören, den achtsamen Umgang... Unsere Gesellschaft wirkt gerade wund und sensibel, was nicht zwingend schlecht sein muss, aber anstrengend sein kann. Unbedingt Recht haben wollen, viele Meinungen zu Corona und Impfungen, Chaos in der Welt, Klima, Politik, die Wahlen... Es ist grad viel los. Viel, was man als Mensch mitbekommt, und da findet man sich manchmal als Don Quijote wieder, der scheint gegen Windmühlen zu kämpfen. Vertrauen ins Leben an sich zu haben, ist dann nicht schlecht.

3. Was waren Ihre persönlichen größten Erfolge?

Persönlicher Erfolg ist für mich, wenn ich etwas schaffe, von dem ich mir nicht sicher war, ob es gelingt. Meinem Sohn die Angst vorm Tauchen zu nehmen, war ein großer Erfolg für mich und auch Kinder fürs Glasblasen begeistern zu können und sie zu unterrichten. Mit Kindern ein Hörspiel aufzunehmen. Im Herbst habe ich eine Möwe vorm Ertrinken gerettet. Sie hatte sich in einer Angelschnur verfangen. Mein Sohn war dabei und ich durfte auf keinen Fall versagen. Ich bin ins kalte Ostseewasser und habe es geschafft. Die Möwe war sehr dankbar und mein Sohn überglücklich und stolz. Wenn ich an diesen Tag zurückdenke, muss ich schmunzeln und mir wird warm im Bauch. Das war wohl einer meiner größten Erfolge in diesem Jahr.

4. Wie schätzen Sie 2022 ein?

Spannend. 2022 wird wohl wieder ein großes Abenteuer. Mit vielen Überraschungen, ob gut, ob schlecht. Wer weiß. Mir ist es lieber, in einer Welt voller Geheimnisse zu leben, als in einer, die so klein ist, dass mein Verstand sie begreift. Also schätze ich, dass im Jahr 2022 wieder alles drin ist.

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