Kino

Regie-Legende Lina Wertmüller mit 93 Jahren verstorben

Sie ist die Wegbereiterin von heutigen Filmemacherinnen wie Kathryn Bigelow oder Chloé Zhao: Die italienische Regisseurin Lina Wertmüller ist jetzt mit 93 Jahren verstorben.

09.12.2021 15:03 • von Michael Müller
Die Regisseurin Lina Wertmüller (Bild: Kurt Krieger)

Die legendäre italienische Filmemacherin Lina Wertmüller, die als erste Frau in der Oscar-Kategorie "Beste Regie" nominiert wurde, ist am Donnerstag mit stolzen 93 Jahren verstorben. Italienische Medien zitieren einen nahen Angehörigen, der sagte, sie sei "friedlich zu Hause" eingeschlafen.

Für den Film Sieben Schönheiten" wurde die in Rom geborene Filmemacherin im Jahr 1977 für den Oscar nominiert, der Sieg war ihr nicht vergönnt. Allerdings erhielt sie 2020 den Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk. Wertmüller startete ihre Filmkarriere als Regie-Assistentin von Federico Fellini, der sie unter seine Fittiche nahm. Gleich ihr Filmdebüt als Regisseurin, Die Basilisken", stieß auf größere Resonanz und brachte ihr einen Preis in Locarno ein.

Sie arbeitete als Drehbuchautorin bei tollen Genrewerken wie Brutale Stadt" mit Charles Bronson" und "Als die Frauen noch Schwänze hatten" mit Senta Berger oder bei dem atemberaubenden Kunstfilm "Bruder Sonne, Schwester Mond".

Berühmt machten sie aber ihre Regiearbeiten. "Mimi - in seiner Ehre gekränkt" wurde 1972 nach Cannes eingeladen, mit "Liebe und Anarchie" kehrte sie im Folgejahr zurück. Ihr Film "Hingerissen von einem ungewöhnlichen Schicksal im azurblauen Meer im August" (was für ein Titel!) wurde Jahrzehnte später von Madonna als Swept Away" neu verfilmt. 2009 kam ihr letzter Film Mannaggia alla miseria" heraus.